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Tipps zu HelpMeFind (HMF)

HMF ist das beste Portal über Rosen.

Umfangreich, hilfreiche Texte, zahlreiche Fotos, international.

Letzteres ist zugleich ein Problem: Ihr Garten ist nicht international.

Wenigstens nicht geografisch und folglich dem Klima und dem Wetter nach nicht. Die Kulturbedingungen sind vor Ort konkret; entsprechend sind Ihre Erfahrungen mit Sorten konkret. Sie bewerten Ihre Rosen aus Ihrer Erfahrung.

Diese Bewertungen von Rosen finden Sie auch bei HMF. Aber diese Bewertungen stammen von Rosengärtner/-innen aus aller Herren Länder. Zusammengefasst unter Member Ratings.

Bewertet werden können 14 Rubriken (u.a.: Blüte betreffend, Blühverhalten, Duft, Strauch, Winterhärte, Regentoleranz, für die Vase geeignet.) Bewertet werden diese Stichworte via Poor, Fair, Good, Excellent.[*]

[*] Vergleiche Die Rose, Theodor Nietner 1880, S.486ff. (…) Wer gewohnt ist, bei HMF und anderswo die »Ratings« zu befragen, schaue in dieses Buch; derlei »Ratings« sind offenbar so alt wie die Menschheit selbst … wie auch die Frage nach dem Nutzen von derlei.

Inhalt


Bewertungsmöglichkeiten sind nützlich, wenn man deren Nachteile kennt

Beispiel: Rosen für die Vase

Sie mögen Rosen für die Vase schneiden? Schön! Wenn die Sorte dafür taugt, setzen Sie ein Excellent. Möglicherweise ein zweites zu Bloom form. Bewertung fertig. Sind Sie mit Ihrer Bewertung alleine, taucht bei der Sorte in der Summe ein Excellent auf. Erscheint problemlos. Nun taugt die Sorte für die Vase nicht. Sie setzen ein Poor. Eine möglicherweise wunderbare Gartenrose steht unvermittelt in der Gesamtbewertung (etwa der Übersichten) mit dem Makel Poor. Das ist schlecht![1]

[1] Die Zuchtlinien und Bewertungen von Gartenrosen sind generell andere als bei Schnitt-Rosen. Eine Eier legende Wollmilchsau zu pflanzen ist möglicherweise schön zu denken … jedoch eine Gartenrose nach der Eigenschaft der Blüte für den Schnitt zu bewerten, erscheint mir ziemlich unpassend, insofern diese Beurteilung alleine auftaucht oder in der Bewertung der Sorte dominant wird. Es entsteht rasch ein schiefes Bild einer guten Gartenrose.

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Beispiel: Rosenduft

Duft excellent oder fair? Was ist gemeint: Die Intensität, die Duftnote(n), die Beständigkeit (über den Tag, bezüglich Witterung, bei Vasen-Schnitt)? Ganz zu schweigen von persönlichen und kulturellen Vorlieben …
Dem einem stinkt’s, dem anderen gefällt’s. Sie haben eine feine Nase, entzückt von den vielfältigen Duftnoten, ein anderer braucht es intensiv, um überhaupt Duft wahrzunehmen und zu seinem Urteil zu finden: Poor – Excellent.

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Beispiel: Blühverhalten

Eine sommerblühende (saisonal einmal blühende) Sorte unter Bloom frequency mit Poor oder Fair zu bewerten, ist ziemlich idiotisch! LEIDER DIE REGEL. Da werde ich auch nicht höflicher: Alba, Gallica, Wildrosen und Co. sind sommerblühend. Da trägt man nichts in diese Rubrik Bloom frequency ein! Streng gesehen hat diese (optionale) Rubrik bei solchen Rosen überhaupt nichts zu suchen. Sie ist deplatziert. Sowenig sinnvoll, wenn sie bei anderen Gehölzen stünde: Forsythie, Magnolie, Korkweiden bis Kirschlorbeer und Obstgehölze. Einmal blühend: Fair?

Eine Wildrose mit Fair zu beurteilen, weil sie einmal im Jahr blüht, ist schlicht gänzlich daneben.

Es fehlen bei diesen Bewertungsmöglichkeiten entsprechende Kriterien: etwa FRUCHT oder Laubfarben, Laubdüfte. Foliage deckt dieses Spektrum der Rose nicht ab.

Rosenfremde Beispiele: Ein Obstgehölz hinsichtlich des Blühverhaltens mit »Fair« zu bewerten, vergisst, dass man neben der reichen Blüte auch eine Obsttorte bekommt. Eine Duftpelargonie duftet weniger oder nicht in der (oft unscheinbaren oder spärlichen) Blüte, sondern im Laub. Wie die Nase aktiv zu einer (duftenden) Blüte geführt werden muss, gehört solcherart duftendes Laub zwischen den Fingern zart gerieben, um die wunderbaren Düfte genießen zu können. Alles dies können Rosen auch: Von den essbaren Rosenfrüchten bis zum duftenden Laub und Kelchkronen – und zwar nicht nur der Moos-Rosen. Diese Eigenschaften-Vielfalt finden Sie bei HMF nicht oder kaum berücksichtigt. Mitunter weisen einige Kommentare bei den Fotos oder unter Member Comments darauf hin. Man muss diese Vielfalt der Rose quasi zwischen den Zeilen lesen und suchen.

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Beispiel: Rosenlaub und Gesundheit

Manche sehen im glänzendem Laub ein Indiz für eine gesunde Rose und beides gefällt. Andere wissen, dass der Glanz des Laubes mit der Gesundheit nichts zu tun hat und bevorzugen das matte Laub vieler (»historischer«) Sorten. Der eine notiert Fair, der zweite Excellent unter Foliage. Im Mittel sieht der Dritte ein Good als Ergebnis: Und nun? Was sagt dieses Good dem interessierten Rosengärtner? Nichts!

Pflanzen Sie ‘Paul Noel’ windumspült inmitten des Garten: Laub glänzt, fett dunkelgrün. Tatsächlich aber ist diese Sorte sorteneigen stark anfällig für Echten Mehltau.
Welche Bewertung unter Foliage auch immer auftaucht: Schauen Sie selbst genauer hin.

Cold hardy und Rain tolerance: Ärgerlich, wenn man sich auf Excellent verlässt, die zwei dutzend abgegebenen Bewertungen dazu sind alle aus Sacramento, Australien und den sonnenumspülten Küsten New Zealand.
Viel Spaß mit diesen Sorten!

Nicht umsonst bittet HMF, bei eingestellten Fotos eine Ortsangabe beizufügen. Fehlt diese, taugt das Foto als Info nur bedingt.
Wollen Sie eine Sorte bei diesen oder anderen Portalen bewerten: Schreiben Sie hin, wo Ihre Rose zuhause ist. Das hilft allen andern.

Das Gleiche gilt für Disease resistance: Wer in Australien kennt schon Sternrußtau und Falschen Mehltau?

Wer sagt denn zur jeweiligen Rose Excellent oder Poor, wo wohnt er und was meint er?[*]

[*] Die Angaben zu »Cold hardy« (Winterhärte) erfolgen bei HMF nach Kältezonen des United States Department of Agriculture (USDA); die Temperaturangaben sind in der Einheit Fahrenheit angegeben. Einen raschen Überblick über die Zonen bietet THE NEW USDA PLANT HARDINESS MAP, Temperaturzonen U.S.; wer bei HMF stöbert, sollte diese Zonen berücksichtigen.

Die USDA-Zonen sind von einigen Ländern übernommen wurden; für Deutschland finden Sie entsprechende Infos zum Beispiel unter Anhaltspunkte für Deutschland [garten-pur.de].

Arbeiten Sie mit amerikanischen Karten / Angaben, können Sie Fahrenheit-Angaben in Celsius selbst umrechnen: °F - 32 / 1.8000 (Angabe Fahrenheit minus 32 geteilt durch 1.8000) = °C.
Rechnen Sie sicherheitshalber bei den ermittelten (Durchschnitts-) Angaben der Zonen immer einige Minusgrade hinzu. Dann klappt das mit den Rosen auch in einem bei uns harten (oder gar extremen) Winter – und unter den lokal stets besonderen Bedingungen (Beispiele: -12°C als Tiefwert einiger Tage oder als Dauerfrost? -20°C bei trockener Kälte oder bei hoher Luftfeuchte? Mit Schnee oder ohne? Pflanze steht geschützt vor Wind oder offen im Land?).

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Internationale Vermarktung und das Fair bei HMF – »Fair«? Dann lieber eine andere Rose …

Warum denn das? Wer in Nord-Schweden Sorten südfranzösischer Züchter nicht gefällig zur Blüte und überhaupt nie über den Winter bekommt, hat kein Recht, diese Sorte mit Fair zu bewerten in einem Portal wie HMF. Zu pauschal, zu einfach, zu eindimensional, eine solche Sorte, die in warmen Gefilden den Garten mit Duft und Farbe verwöhnt, abzuwerten, weil sie am heimischen Nordpol nicht wächst – aber auf dem internationalen Markt verfügbar ist.

Abgewertete Rosen sind mitunter nur ein Spiegelbild enttäuschter, des-informierter bis gutgläubiger Käufer eines international agierenden Rosenmarktes.

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Beispiel: Die Kanadier und ihre Rosen

Die im Norden Kanadas haben einen eigenen Geschmack, was Rosen angeht. Verwöhnte Sonnenkinder anderer Gefilde bewerten so manche dort beliebte Sorte gänzlich anders, nicht nur was die Winterhärte betrifft, sondern auch die Blüte betreffend und das Blühverhalten. Einige dieser Sorten etwa der Earth Kind, Parkland Series or Explorer Series habe ich schon vermehrt. Sie werden hier bei mir im Verkauf kaum wahrgenommen. In Kanada sind es DIE Rosen, allein der Winterhärte wegen, was die Auswahl doch arg begrenzt. Wundervolle Blüte einer Strauchrose liest man dort, hier werde ich bei manchen Sorten gefragt, ob es ein »Bodendecker« sei.

Ferner führt das Einkreuzen der winterharten Rosa arkansana bei einigen Sorten zu frühem Laubwurf. In Kanada egal, der Winter kommt früh. Bei einem goldenen Oktober in Schleswig-Holstein freilich macht sich diese Eigenart weniger gut. Zumindest ist es gewöhnungsbedürftig. Für die Bewertung betreffender Rosen sollte der norddeutsche Rosenfreund nicht ungerecht gegenüber der kanadischen Rosenzucht und den Rosengärtnern/-innen dort werden.
Die Rosenmarkt ist international, die Geschmäcker und Bewertungen aber nicht.

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Gesund bei HMF – Pah! Das Dreigestirn des Rosengartens: Die Sorteneigenheiten, den eigenen Standort sowie die eigene Gartenkultur zu überprüfen ist angesagt …

Die meisten Sorten sind nicht sortenbedingt anfällig. Die gibt es freilich auch zu genüge! Jedoch ist es oft der Gärtner, der Gesundes krank macht. Falscher Standort, stickstoff-überdüngt, falsch eingepflanzt, unpassende Schnittmaßnahmen …
Diese Resistenz-Debatten sind mitunter eine Qual. ALLE Rosen habe ich schon krank gesehen und so manche mit kaputten Ruf als Blüh- und Gartenwunder.

Spritzen Sie Ihre Rosen? Vorbeugend, regelmäßig, konsequent bis Saisonende? Das machen Sie nicht? Gut. Ich mach’ s auch nicht. Nun aber wäre ich ganz neugierig, wie unsere Bewertung hinsichtlich Gesundheit ein und derselben Sorte von uns bei HMF ausfällt zu demjenigen, der Spritzintervalle zur Kultur der Rose gehörend (miss-) versteht.

Die Toleranz gegenüber Blattflecken aller Art ist sehr unterschiedlich. So unterschiedlich wie die Kulturbedingungen der Gärten und das Know-how der Gärtner/-innen.

Es ärgert einen, diese Bewertungen, wenn sie als Maß für die Beurteilung der Sorten herangezogen und herbei zitiert werden.

Es fehlt ein kritisches, relativierendes Wort von Seiten derer, die diese Bewertungskriterien anbieten.

Und es fehlt leider allzu oft ein (selbst-) kritisches Lesen derjenigen, die sich an solchen Bewertungsportalen »stramm« orientieren.

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Eine sachliche, kritische Haltung ist immer gut

Kurzum: Bleiben Sie kritisch beim Lesen dieser Poor–Excellent–Geschichten. Reflektieren Sie (selbstkritisch) Ihre eigenen Maßstäbe und Erfahrungen. Oder fragen Sie ihren Nachbarn. Oder – wie sagt man es so schön – den Gärtner Ihres Vertrauens. Letzteres zusammengenommen ist stets wichtiger als ein Excellent oder Poor bei HMF.[*]

[*] Beispiel ‘Port Sunlight’, zwei Jahre im Sortiment, dann entfernt; Blüten mögen keinen Regen, nicken, Strauch spärlich, Duft eher zart, Frostschäden. Den Sport von 2008 habe ich behalten.
Kann ich mit dieser Sorte einfach nicht Freund werden, steht diese Rose bei HMF mit »Excellent-« bewertet. Geschäftstüchtig könnte man diese Sorte somit im Sortiment anbieten – und auf HMF verweisen …

Beispiel von Rosen mit Excellent aus dem nordamerikanischen, kanadischen Raum, welche ich über die Bewertungen bei HMF bestellte, in der Hoffnung, sie seien auch für den hiesigen Raum Excellent. Eine Vielzahl der Sorten sind es nicht; was drüben wächst, wollte hier einfach nicht sein. Angemerkt sei: Ein teueres Unterfangen, ein, zwei Dutzend Sorten Jahr für Jahr zu recherchieren, zu bestellen und aufzupflanzen sowie zu vermehren, um nach zwei, drei Jahren nur noch eine Handvoll Sorten übrig zu haben, die hier vertretbar in den Verkauf können.
Was für Sie bei einzelnen Sorten nur eine ärgerliche Erfahrung ist, ist für manche Rosenschule ein ziemlich hoher finanzieller und zeitlicher Aufwand, der nicht honoriert wird, so dass die internationale Vermarktung oftmals Ihnen und Ihren missglückten Erfahrungen mit Sorten gegenüber innerhalb des angebotenen Sortiments gleichgültig ist: Insbesondere im Topf gedeiht im Fachbetrieb alles – und wird verkauft und gekauft.

Beispiel von Rosen hinsichtlich Gesundheit: Was im australischen Klima problemlos Freude beschert, wächst noch lange nicht im feucht-kühlem Klima der Nord- oder Ostseeküste Deutschlands. Was dort als »gesund« kursiert, wird hier oftmals erbärmlich krank; die Australier lächeln über die Sorgen rund um Sternrusstau und Falschen Mehltau bestenfalls mitfühlend – ernsthafte Sorgen um diese Erkrankungen der Rose haben sie in ihrer Gartenkultur nicht; zumindest in den meisten Regionen dieses Kontinents.

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Nochmals: der Internationaler Rosenmarkt und die eigenen Gartenpläne

Bewertungen der eigenen Rosen in international agierenden Portalen zu stellen, mache nur Sinn, bei einer deutlichen Angabe, wo man zuhause ist (Region, Land). Ferner sollte die Kritik an den Vermarktungsstrategien der Rosen gepflegt werden – und Sie selbst können Ihr eigenes Kaufverhalten gut überprüfen. Denn oft ist die Rose »unschuldig«, der Markt indessen und der Rosenfreund nicht …

Vollkommen daneben betrachte ich über jenes »Dreigestirn der Rosenkultur« (Sorte, Standort, Gartenkultur) die Tendenzen des internationalen Marktes, Sorten von dort und überall unbedingt auch hier pflanzen zu wollen, notfalls mit der Rückenspritze auf Biegen und Brechen. Allein einer »hübschen Blüte« wegen oder um einen vermeintlichen, mit Verlaub: unersättlichen »Raritäten-Gedanken« zu folgen; nicht zuletzt wegen eines Excellent bei HMF, dem zu rasch und gerne Glauben geschenkt wird.

Eine Rose kann noch so viele Excellent-Bewertungen haben, will sie nicht in der eigenen Scholle sein, hilft auch die schönste Blüte nicht: Das Vorhaben mit dieser Sorte wird dann nichts.

Sowenig wie die Rosengärtner alle gleich sind, so wenig sind es die Kulturbedingungen mit einer sinnvollen Auswahl der Sorten. Auch auf die Gefahr hin, mir bitterböse Briefe einzuhandeln: Sorten aus fernen Ländern, die bei mir nach zwei, drei Jahren »Probelauf« zeigten, nö, hier wird das nichts mit mir, landeten auf dem Kompost und wurden im Herbst aufgebrannt. Ich behandelte also solche gängigen Sorten wie es Produktionsbetriebe bei Überschuss-Produktion zu tun pflegen.

Denn solche Sorten gehören nicht in den hiesigen Verkauf. Solche Sorten befördern nur diesen unsäglichen, weit verbreiteten und mittlerweile hoffähigen Irrtum, dass Rosenkultur und »Pflanzenschutzmittel« zusammengehörten.

In den letzten Jahren der Rosenschule habe ich meine Rosen auch des Verkaufs nicht mehr gespritzt (Ausnahme, wenn Falscher Mehltau drohte, mit dem in Monokulturen einer Baumschule nicht zu spaßen ist); dies ging mit einem gewissen Mehraufwand wunderbar! Und schaffte eine sinnvolle Selektion verschiedener Sorten. Nur marktkompatibel war es nicht! Denn es wurde mir übel genommen, wenn sich beim Kunden nach Kauf der Rose schon binnen weniger Tage etwa Flecken auf dem Laub zeigten (aus welchen Gründen auch immer) – und nicht erst nach der rund 14-tägigen Wirkdauer diverser Spritzintervalle. Sorten, die im hiesigen Raum anfälliger sind als anderswo, wären ohne diese vermeintlich zur Aufzucht gehörenden Spritzintervalle nicht einmal gekauft worden! Sie fänden automatisch keinen Platz im hiesigen Handel.

Auf diesem neuzeitlichen, internationalen Markt und mit dieser Illusion, das »Pflanzenschutz« zur Kultur der Rose gehöre, geht freilich hüben wie drüben alles über die Theke in die Gärten … nicht zuletzt Dank HMF und seinen Poor–Excellent-Kategorien.

Was auf der einen Seite der Welt gedeiht, gedeiht halt nicht zwingend auf der anderen Seite. Schöne, begehrte Blüte im Katalog und Internet hin und her …

Zu den zweckfreien Angaben einer infection rate 0% to 5%, siehe die Anmerkung bei der Sorte ‘Ispahan’.

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Die Fotos bei HMF (und anderswo)

Fotos sind hilfreich und gut, wenn sie die Rosen zeigen, wie sie sind. Bei manchen Sorten bei HMF finden sich zwei dutzend Blütenbilder und kein einziges Strauchbild. Um es deutlich zu sagen: Es fehlen mir zu oft Fotos, die Rosen nackt im Winter zeigen, Fotos von Trieben, Laub, Stacheln, Früchten und Laubfarben, von den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten im Garten.
Sie pflanzen Rosen, keine Blüten.

Selten, das darüber noch mehr gezeigt wird: Seht, bei mir nur Mumien, bei mir ständig krank, Wuchs hier bei uns einfach nur blöd …
Ortsangaben zu den Fotos helfen immer.

Technisch brillante Fotos mit exaktem Weißabgleich zeigen die Sorte; wenn man so will: ungeschminkt. Sonnenumspülte, strahlend belichtete Postkartenbilder indessen zeigen nur hübsche Fotos: Nicht aber zwingend das, was Sie im Garten wieder finden werden.[*]

[*] Ein eigenes Beispiel von ‘Chandos Beauty’ bei HMF; sechs mal »Member Favorite« für ein Foto von mir, das die Blütenfarbe nicht zeigt. Insoweit ist dieses Foto mit das schlechteste Foto dort; warum ich es eingestellt habe, weiß ich selbst nicht mehr, vermutlich, weil ich als Rosenschule bei dieser Sorte vertreten sein wollte und kein anderes Foto verfügbar hatte. Dabei kann ich es besser: ‘Chandos Beauty’. Und Dank eines Kunden habe ich Fotos vom Strauch im Garten, solcherart Bilder fehlen zu oft bei den Sorten (besonders bei »Edelrosen«).

Was ich zweischneidig sehe, sind diese »Starfotografen/-innen«: en masse hübsche Bilder, Porträts aus den besten Jugendjahren der Rosen.
Solche Bilder mag man vom Partner machen und an die Wand hängen, am Frühstückstisch wohlwissend über die Jahre, dass dieses Bild im Herzen lebendig ist, nicht aber im Angesicht des Stuhls gegenüber: Rosen sind wie Menschen. Schöne Bilder gehören ins Poesiealbum.

In der Rosen-Fachliteratur, bei Sortenbeschreibungen im Katalog und Internet sind solche Bilder bestenfalls hübsch, aber ungenügend.

Ihr Garten zeigt wohl beides: Das Porträt an der Wand wie das Gegenüber über die Jahre am Tisch.

Realistische Fotos über das Jahr von Rosensorten sollten insbesondere Informationsportale bieten. Dies ist ein deutlich erkennbares Anliegen von HelpMeFind: Brauchbare, aktuelle Infos zu den Sorten zu sammeln, zu ordnen sowie frei (oder »kostenlos«) verfügbar zu machen.
So verwundert es nicht, dass ich von Seiten der Betreiber dieses Portals immer dann lobende Post erhielt, wenn ich abseits schöner Blütenbilder Stacheln, Mumien, krankes Laub oder einen erbärmlichen Wuchs (unter guten Gartenbedingungen) via Fotos in dieses Portal stellte.

Diese grundsätzliche Haltung der Betreiber, Sorten so zeigen zu wollen, wie sie jeweils in den heimischen Gärten auch tatsächlich sind, macht dieses Portal zu einem der besten des Rosenmarktes.

Dies bedingt freilich, dass auch die Rosenliebhaber/-innen dieses Portal in diesem Sinne nutzen, sei es passiv aber aufmerksam als Informationsquelle, sei es aktiv, indem eigene Fotos und Erfahrungen dort veröffentlicht und somit anderen zugänglich werden. Man mag hierbei – ohne »moralisch« klingen zu wollen – doch eine gewisse Verantwortung für sein eigenes Tun herauslesen.

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Schlussgedanke

Nun ist HMF ja nicht wissenschaftlich unterwegs. Gut so. Ein offenes Portal. Mit einem gehörigen, nicht ausgeschöpften Potenzial!
Man prüfe halt generell, ob wahr sein kann und ist, was man sieht und liest …


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