Götz von Berlichingen

… als Lösung für die Erkrankungen des Netzes.

Von Volkszählungen bis Google-Gemini

Es ist in etwa so, als wenn in diesen bekloppten Datenschutzerklärungen stünde:

Sie erklären sich bei Nutzung dieser Website damit einverstanden, dass wir 10% Ihres Nettoeinkommens auf unser Geschäftskonto transferieren.

Niemand liest halt ernsthaft diesen gesammelten Stuss von mitunter einigen DIN-A4 Seiten Datenschutzerklärungen, Nutzungsbedingungen, Haftungsausschlüssen …
Da können diese „Seiteninhaber“ bald reinschreiben, was sie wollen.

Sie erklären sich damit einverstanden, dass wir Ihr Surfen verfolgen, ein Profil von Ihnen erstellen, Ihren realen Aufenthaltsort ermitteln, Ihre Neigungen, Interessen eruieren und sammeln … um jederzeit nach eigenem Ermessen Einfluss auf Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Verhalten nehmen zu können.

Diese Spinner könnten auch schreiben:

Sie erklären sich damit einverstanden, uns Ihre Seele zu verkaufen, die wir dem Höchstbietenden weiterverkaufen dürfen – und wenn es der Teufel ist.

Google kann mich am Götz von Berlichingen!

Und für Menschen, die diese Spinner-Firmen weiterhin nutzen, fällt mir leider kein zweiter Götz mehr ein …

Google über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (Gemini).

Google-Gemini setzt ein gewisses GottGoogle-Vertrauen der Nutzer voraus.
(Genießen Sie den original Google-Duktus des Links über den Tor-Browser):

Damit wir die Qualität der Ergebnisse und unsere Produkte selbst verbessern können (wie etwa die generativen Modelle für maschinelles Lernen, auf denen Gemini-Apps basieren), werden Ihre Unterhaltungen mit Gemini-Apps von unseren Prüferinnen und Prüfern (darunter auch Personal von Google-Dienstleistern) gelesen, mit Anmerkungen versehen und verarbeitet.

Meine Gespräche als Lektüre für Google und (ausgelagerten) Dienstleistern? Und wenn ich nicht will, dass Google und Co. meine Gespräche mit meiner Frau, mit Freunden, mit meiner Bank aufschreibt und bearbeitet? Nun, Google empfiehlt:

Geben Sie in Ihren Unterhaltungen keine vertraulichen Informationen und keine Daten an, die Prüferinnen und Prüfer nicht sehen sollen oder die nicht zur Verbesserung der Produkte, Dienste und Technologien für maschinelles Lernen von Google verwendet werden sollen.

In den 1970 Jahren waren die Proteste groß, wenn die Fragen bei Volkszählungen auch nur die Tendenz des Tangierens des Privaten zeigten.

Ich will mir nicht ausmalen, wie der Protest ausgeweitet worden wäre, wenn in den Bögen der Volkszählung „Google-Latein“ gestanden hätte – etwa derart:

Wir nehmen Ihre Telefongespräche auf und leiten diese Aufnahmen an Subunternehmer, deren Mitarbeiter Ihre Gespräche nach Relevanz für die Volkszählung einordnen und kommentieren.
Wenn Sie dies nicht wollen, empfehlen wir Ihnen, keine persönlichen Angaben innerhalb Ihrer Telefongespräche zu tätigen.

Der Unterschied zu Google ist der, dass Google alle Daten vereinnahmt: Was Sie wann zu wem sagen … welche Dateien, Videos, Bildschirminhalte Sie nutzen, die Inhalte Ihres Browsens, Ihre Chatverläufe, Ihre Suchanfragen, Ihre Nutzung etwa von YouTube … alle Daten über die Geräte, die Sie dabei nutzen (Betriebssystem, Browser und deren Einstellungen) … Ihre Privat- und Arbeitsadresse, Ihr ungefährer Aufenthaltsort, selbstredend die IP-Adresse und derlei unpersönliches Zeugs, dass Sie auch notfalls auf dem Marktplatz herumbrüllen würden.

Eine unglaublich voll-bekloppte Entwicklung des „Netzes“! Von Seiten vollends enthemmter Macher wie von Seiten vollends Gott Google und Co. ergebener Nutzer …

Was soll man hier noch höflich bleiben? Nach all den Jahren …

Was soll man hier noch Datenschutz fabulieren?

Google und Co bis diverse „Seiteninhaber“, ihr könnt mich am Götz von Berlichingen! Aber mal so richtig: Rauf, runter, rauf, runter, rauf, runter, rein …