Webdesign ist nicht gleich Website-Design. De facto firmiert das Website-Design unter einem anmaßenden Namen: „Webdesign“ – die Gestaltung des World Wide Web.
Ein Beitrag zum Webdesign war: die gesetzlichen Vorgaben barrierefreier Website-Gestaltung, diese Vorgaben für die Gestaltung von Websites gestaltete das Web, wenn leider nicht als Einsicht, so halt als gesetzliche Verpflichtung. Diese Gesetze sind ein Beitrag zur Web-Gestaltung / zum Webdesign.
Ähnlich die gesetzlichen Vorgaben des Datenschutzes – allerdings mit erschreckenden Entwicklungen in die falsche Richtung … Auch dieser Bereich gestaltet das Netz.
Die Entwicklungen der HTML selbst bis HTML5 gestalteten das Netz … die frühe Gründung des World Wide Web Consortium (W3C) … die frühe Kommerzialisierung des Netzes – es waren und sind Schritte der Gestaltung des Netzes.
WEB-DESIGN benennt gewaltige Aufgaben: die Gestaltung des World Wide Web.
Das Web gestalten?
Was das derzeitige Webdesign darunter versteht, ist Handwerkszeug rund um Farben, Schrift, Zeilenabstand sowie Ordnung der Elemente, Einpflegen von Social-Media-Buttons, Umsetzung von OnlineShops, Corporate-Identity-Konzepte entwickeln … sowie das Bespielen der Wiesen sogenannter Webdesign-Trends …
Was „Webagenturen“ betreiben, es ist Website-Design – Mit Web-Gestaltung hat dies nur am Rande zu tun, wenngleich Website-Designs die „Ansicht“ aufs Web zu prägen scheinen … dazu gehören jene Designtrends (Minimalismus, Brutalismus und derlei) wie leider Gottes exemplarisch die Gestaltung von manipulativen, antisozialen bis pathologischen Datenschutzbannern.
Datenschutzbanner zu gestalten, dies ist eine ausgeklügelte Tummel-Wiese des Website-Designs.[1]
Webdesign
WEBDESIGN ist eine Frage nach der Aufhebung monopolartiger Macht, Macht, die in zu vielen Bereichen zu viel Einfluss nimmt.
WEBDESIGN stellt die Fragen für die Zugänglichkeit des Netzes für alle Menschen … umgesetzt aus einer eigenen inneren Haltung heraus oder per Gesetz …
WEBDESIGN sind die Mühen um eine Etablierung ethischer Leitlinien, die im Netz von Nutzern und Machern durchgesetzt werden und bei Verstoß von Nutzern und Machern wirksam geahndet werden. Computerethik ist ein Gestalter des World Wide Web.
Das Stillschweigen gegenüber Hass, Lügen, Unflätigkeit (…) im Netz indessen ist kein Stillschweigen, vielmehr Teilnahme … hier gestaltet die eigene persönliche Entscheidung das Web.
Der einzelne Teilnehmer im World Wide Web ist ein Gestalter.
Die 10 Gebote der digitalen Ethik – in welcher neuen oder alten Fassung auch immer – wirken mitunter papieren, gar für manch einen „naiv“. Dabei sind sie lebendig zu halten, mehr denn je.
Beispiel Monopol Google
Google ist nicht unumgänglich … derzeit sind die Alternativen nur nicht so bequem, mitunter schlicht unbekannt. Die eigene Präsenz im Netz an den Vorgaben Googles auszurichten, es ist ein Armutszeugnis der „Web-Gestaltung“.
Ein amerikanisches Unternehmen, finanziert durch Interessenvertreter des Marktes über deren Werbung, mit dem geteilten Ziel, mehr und mehr gezielt und manipulativ Produkte zu verkaufen, prägt die Gestaltung des Web, de facto weltweit – und dies sei „unumgänglich“?
Hier müsste es jedem Freiheit liebenden, kultivierten Menschen mindestens unangenehm säurehaltig aufstoßen.
Es konterkariert das ursprüngliche Wesen des Web.
Die Nutzung oder gar Favorisierung von Google gleicht einem Aufgeben, bevor man in die Startlöcher getreten ist.
Dabei sind nicht wenige schon längst von den Startlöchern los – und in eine gute Richtung unterwegs.
Zu warten, bis diese mutigen Vorläufer am Ziel angekommen sind, um diese Alternativen nutzen zu wollen, gleichsam warten, bis sie Google überholen,
dieses Warten ist allein Ausdruck einer mangelnden Grundhaltung, einer Ofen-wohligen Bequemlichkeit, einer fragwürdigen Priorisierung von kurzlebigen (Eigen)Interessen … und bestenfalls ein Ausdruck von Unbedarftheit.
Gestaltungen des Web …
Die Macht von Google muss weg, die Übermacht der Gestaltung des Netzes durch Player wie Google, Amazon, Facebook, PayPal … muss weg. Diese Einflussnahme amerikanischer Konzerne muss weg.
Es ist ein Unding, diese Macht von Einzelpersonen, die nach den Maßgaben amerikanischen Wirtschaftens das World Wide Web zu prägen scheinen – und als kapital-mächtige Einzelpersonen Einfluss nehmen auf gesellschaftliche, politische Entscheidungsfindungen und Prozesse.
Die Gestaltung des Netzes durch Maxime der Marketer muss weg, diese schleichend dominant gewordene Interpretation aller Nutzer des Netzes als „Kunde“ muss weg, die Interpretation des Netzes als Kaufmannsladen muss weg …
Die Geburtsstätte des Web war das schweizerische CERN, nicht Silicon Valley … der Geburtshelfer war ein britischer Physiker und Informatiker, nicht ein börsennotierter Vertreter wirtschaftlicher Eigeninteressen der USA … die Geburt des World Wide Web erfolgte in Europa … nicht in China, nicht in Russland, nicht in den USA …
Der einzelne Mensch
WEBDESIGN leistet jeder Nutzer des Netzes: Durch seinen Beitrag im Forum, durch seine Entscheidung, welche Anbieter im Netz er nutzt, durch (laute) Kritik an begegnender Unflätigkeit anderer Nutzer … an unlauteren, unseriösen Firmen … er gestaltet das Netz durch seine Spende und seine aktive Teilnahme an den verschiedensten Projekten im Netz.
Der Mensch ist zwangsläufig Gestalter – denn ohne ihn kein World Wide Web. Der Mensch kann den Menschen nicht aus dem Online-Leben entfernen …
Eine eigene Website gestaltet das Web. Im Guten wie im Bösen! Wie jeder geleistete Beitrag und jeder unterlassene Beitrag, jeder Einkauf und jede Kontaktaufnahme das Web gestaltet.
Firefox, aufrufbares Informations-Schild der Adresszeile über Aktivitätenverfolgungen einer geöffneten Website.
Ein Beispiel: Ich klicke alle Websites sofort weg, wenn deren Datenerhebungsbanner nicht deutlich den Button „Ablehnen“ anbietet – und nach dessen Betätigung auch tatsächlich dies zeigt: Ich werde nicht verfolgt, kein Tracking, kein Fingerprint, keine unnötigen Cookies.
Ich lasse die Einflussnahme solcher „Seiteninhaber“ auf mein Leben nicht zu, weder durch deren popelig-dumme Website noch durch Konzerne wie Google, Amazon, Facebook, die solche popelig-dummen Websites hervorbringen, nicht zuletzt dadurch, dass diese Konzerne auf solchen Webseiten als Drittdienstleister ihre Partner-Spiele betreiben.
Handeln aus Wissen ist nicht schädlich
Ich weiß das ja alles (aber) …
Streichen Sie konsequent solche ABER, zeigt sich Ihre konsequente ethische Haltung im Netz. Von dieser ethischen Grundhaltung geprägt, gibt es endlos viele Websites im Netz … endlos viele Nutzer des Netzes, die konsequent denken und handeln.
Und dieser Kreis muss wachsen, endlos … solidarisch … und konsequent.
Die Logik der eigenen Haltung muss im Handeln erkennbar werden.[2]
Inkonsistenzen
70%+ lehnen personalisierte Werbung und mangelnden Datenschutz ab, nutzen aber zeitgleich diejenigen Plattformen, die genau diese personalisierte Werbung und den Abbau des Datenschutzes gezielt vorantreiben.[3]
Die Anonymität des Netzes, seine Abstraktheit, diese Virtualität ist ein Problem. Seine Bequemlichkeit. Die Komplexität des Netzes. Dass die Konsequenzen des eigenen Handelns nicht sofort weh tun, nicht sofort sichtbar werden – dies sind einige der Probleme der Gestaltung des Netzes.
Die aktuellen Machenschaften des Netzes übertragen auf den „realen“ Einkaufsladen um die Ecke? Man würde sich ein anderes Geschäft in seinem Viertel suchen …
und im eigenen Freundeskreis sind diverse Charaktere von „Seiteninhabern“ wohl auch nicht gern gesehen.
Und ich selbst habe noch nie Einschränkungen hinnehmen müssen – ich finde alles, kaufe günstig und gut, habe meine Kontakte, die der Pflege lohnen … nur die Wege sind mitunter etwas mühsamer, Wege, die sich Eigeninitiative wünschen, ein Mitmachen.
Fazit
Google ist einer der Globalplayer, welche alle Hebel in Bewegung setzen, um die eigenen Online-Geschäfte voranzutreiben. Das Geschäft von Google ist die Werbung, gekoppelt an einer Suchmaschine, deren Algorithmen über Suchen und Finden entscheiden.
Diese Algorithmen enthalten und verwalten zugleich das Wissen des Menschen – und diese Algorithmen werden als „Firmeneigentum“ vor den Menschen geheim gehalten.
Das Geschäft von Google fußt auf die Kontrolle über diejenigen Algorithmen, die die überwiegende Mehrheit der Menschen derzeit weiterhin für ihre Onlineaktivitäten nutzen, dazu gehört überwiegend das Suchen und Finden im Netz; das firmeneigene Kapital aber generiert die Suchmaschine „Google“ als Datenhändler und Online-Werbeplattform sowie als Verkäufer eines Partner-Marketings, das die Standbeine Datenhändler und Online-Werbeplattform füttert und stärkt.
Die fremd-geschriebenen Datenschutzbanner diverser Websites, bestenfalls noch im Design individualisiert, sind hierbei wie kleine bis größere Fahnen, hochgehalten von Nutznießern, Mitläufern, Profiteuren im Schlepptau dieser erkrankten, maßlosen Dominanz globaler, monopolartiger Geschäftemachern, welche den Ausbau ihrer Marktinteressen im Blick haben und keine Grenzen zu akzeptieren scheinen:
Die Vertreter insbesondere amerikanischer Konzerne zeigen ihre Kompetenz, Gesetze global zu umgehen, die Privatsphäre aller Menschen auszublenden, eine erforderliche ökologische Gestaltung des World Wide Web zu ignorieren. Die zweite Kompetenz ist, die Gier im Menschen zu wecken, sie zu enthemmen, zu lenken und zu eigenen Zwecken zu nutzen.
Die Marktbereinigungen im Onlinegeschäft wie im Datenhandel sorgen für eine Anhäufung des Vermögens auf der einen Seite – und die andere Seite bezahlt.
Über den mehr oder weniger kleinen „Seiteninhaber“ mit seinem fremd-generierten „Datenschutzbanner“ könnte man bald Schmunzeln, über diese Macke, mit zu kleinen Zähnen am fremden Kuchen knabbern zu wollen – als Möchtegern-Affilinate-Gewinnler und kleiner Daten-Höker.
Leider sind solche fremdbestimmten „Seiteninhaber“ mit kleinen bis ziemlich großen Websites im Netz unterwegs und in der Masse nicht harmlos. Eigeninteresse kennt keine Größe der Website. Nur die Inkompetenzen unterscheiden sich mitunter von Website zu Website … Wer sein eigenes Impressum, seine eigene Datenschutzerklärung … seine „Nutzungsbedingungen“ nicht selbst denkt, vielmehr fremdbestimmt in seine Seiten implementiert, aus Gewinnstreben, aus Dummheit oder aus beiden Ebenen heraus, ist ein ernsthaft zu hinterfragender „Inhaber“ (s)einer Website – und im Zweifelsfall wegzuklicken, bevor die Schäden größer werden als die Website je selbst …
Die zunehmende Aushöhlung des Datenschutzes und damit der Privatsphäre des Einzelnen wird als einer der Mosaiksteine dazuführen, dass das Gros des Menschen weder auf der Vorderseite, noch auf der Rückseite der Medaille steht, sondern im Buch der Verluste.
Und dabei ist die Macht der Nutzer grenzenlos:
Die Macht der einfachen „Klicks“
Die Macht des Weg-Klickens ist enorm! Größer als jede denkbare Macht von Google, Facebook und Co.. Die größte Angst von Google und Co. sind die Einsichten der Nutzer des Netzes … und ein daraus resultierendes Handeln. Nutzer, die nicht mehr Google klicken, sondern Alternativen. Nutzer, die keine Google-Services mehr wollen, sondern von ethischen Grundsätzen geleitete Alternativen.
Google fürchtet Nutzer, die verstehen, dass sie mit ihrer Entscheidung entweder die Macht eines amerikanischen Konzerns sichern – oder die bestehenden Alternativen voranbringen, diese Alternativen stärken … das Gemeinwohl fördern … und am Ende sich selbst.
Google fürchtet kluge Nutzer. Eine ethisch leitende Grundhaltung macht Google Angst – hierfür hat dieses Unternehmen keinen Raum, keine Firmen-Strategie.
Die Macht von Google und Co. muss runter, bis solche Firmen ein Anbieter unter vielen Anbietern sind und lernen, am Nutzer orientiert ethisch zu handeln.
Und so manche „Seiteninhaber“ müssen dies auch, runter kommen.
Und so manche Nutzer müssen dies auch: sich neu erden …
Gestaltung im Dienste der Inhalte für die Nutzer des Netzes.
Ein einfacher, nützlicher Leitgedanke für das Design des Web … für dieses „Webdesign“ wie für jenes „Website-Design“.
Weitere Link-Angebote
Webdesign – etwas Geschichte … aktuelle Entwicklungen … und was Website-Design nicht ist.
Im Supermarkt verfolgt mich niemand – so einfach ist es wohl nicht … aber einige anschauliche Nutzerperspektiven und Vergleiche sind genannt. Beitrag von Maximilian Lukat, Juli 2024.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Für den ersten Einstieg. November 2023.
Online-Marktplätze – zunehmende Konzentration des Onlinehandels auf Plattformen großer Konzerne. Eine Marktbereinigung parallel zum Datenhandel.
Die Gewinner solcher Bereinigungen sind Globalplayer und die anderen müssen halt bezahlen. Arm und reich war ein Thema von Herrn Georg Schramm, vorgetragen unter anderem in seiner Festrede Zur Lage der Welt, Anlass war der Erhalt des Erich-Fromm-Preises in 2012 und seine vielseitige Unterstützung von medico international. Nur fehlt mir mitunter der Lachmuskel für diesen Klartext im Kabarett. Und etwas befremdlich ist es schon, dass die Website von medico international in der angebotenen Suchfunktion Google bemüht … anstatt – wie gewohnt – den eigenen Kopf. Diese „Partnerschaft“ geht in mir nun überhaupt nicht mehr zusammen …
Mastadon – Wer ein digitales soziales Netzwerk sucht …
OpenSearchFoundation – da müssen wir mitmachen … anstatt PayPal, nutzt konsequent das Spendenkonto direkt.
Umweltbundesamt, CO2-Rechner – wer Tools mag, errechne als Privatperson oder Institution seinen persönlichen CO2-Fußabdruck … und multipliziere sein Tool-Ergebnis mit 2.