Design-Fetischismus … und ungehörige Zugriffe auf meine Arbeitsumgebung …

Das World Wide Web muss sparsamer werden – die aktuellen Tendenzen indessen weisen in die entgegengesetzte Richtung: nicht allein durch den vermehrten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).

Was weg kann im Web, somit aus meinem Sichtfeld, es ist so allerlei.

Design kennt keine Grenzen – und zeitigt zahlreiche Übergriffe auf die Lebenswelt der Nutzer.

Was weg kann, es zeigt zugleich zeitgemäße Alternativen im Umgang mit diesem World Wide Web. Alternativen und Sparpotenziale gibt es reichlich …

Übergriffe auf meine Arbeitsgeräte

Beispiel: Unterdrücken des Rechtsklicks meiner Maus.

Hierfür kopiere ich von meinen eigenen Seiten einen Ausschnitt eines Akteurs des Netzes.

Der Rechtsklick meiner Maus zeigt auf Websites verwendet folgende Funktionen:

Allgemeine Funktionen (Symbole: Seite zurück, vor, neu laden, Lesezeichen):

Funktionen Maus-Rechtsklick.

Funktionen nach Markierung, zum Beispiel von Text:

Funktion Maus-Rechtsklick nach Markierung von Text.

Funktionen nach Markierung, zum Beispiel von Links:

Funktion Maus-Rechtsklick nach Markierung von Links.

Funktion zum Beispiel Vorschau von Links:

Funktion Vorschau von Links.

Wird der Rechtsklick meiner Maus von Seiteninhabern im Netz unterdrückt, ist dies ein Eingriff in meine Arbeitsumgebung – und schaut derart aus:

Maus-Rechtsklick-Unterdrückung auf einer Website.

Dieser Hochmut, der hier zum Ausdruck kommt, sei Grund genug, solche Seiten zu schließen und zu ignorieren.

Der Rechtsklick der Maus dieses Herrn Seiteninhabers ist offenbar (nur) fürs Kopieren?

Für solche Praktiken fehlt mir jegliches Verständnis. Es ist ein ungehöriger Übergriff und zugleich wirkungslos, was den anvisierten Schutz des eigenen Inhaltes betrifft.

Via Strg und U kopiere ich bei Bedarf jeden Text – fertig formatiert aus dem Quelltext …

Solcher Unsinn schützt mal gar nichts – und nervt nur die Nutzer des Netzes.

Unsinn in Variation [samt Quelle, wer es wünscht].

Zugriffe auf das Erscheinungsbild meines Mauszeigers,

meiner Scrollbar – und damit Zugriffe auf meinen von mir eingestellten Browser.

Es ist die Vorstufe der bekloppten Idee, die Adresse der eigenen Website ungefragt beim Nutzer als Lesezeichen zu setzen.

Das solche Übergriffe anvisiert werden, sobald sie möglich erscheinen, zeichnet niemanden aus – weder den tollen Designer noch die trendige Webagentur.

Es ist die „moderne“ Fortsetzung des unvermittelten Geplärres von just geöffneten Websites der 1990 Jahre, derlei sich über meine laufende Wagner-Ouvertüre schmeißt.

Ich warte auf den Tag, an dem solche Designer meine Schreibtischlampe dimmen, weil im gedimmten Licht die personalisierte Nutzererfahrung der bekloppten Website besser gerät …

Ich bringe hier keine Beispiele. Solche Beispiele würden weitere Link-Setzungen als Quellenangabe fordern. Sie stolpern schon von selbst über solchen Unsinn, wenn Sie auch nur gelegentlich surfen …

Schriftexzesse

Vom eigenen Server Schriften auf die Nutzerbrowser zu laden, es ist schon fragwürdig hinsichtlich Aufwand und Nutzen. Von etwa Google aber ausgehend in meine Lebenswelt hineinzupfuschen, dies ist schon dreist! Es ist nicht hip, nicht cool, nicht zeitgemäß – sonder dreist! Und es braucht keinen Link für einen Beleg.

Gestaltungsexzesse

Solcherart bombastischer Blödsinn muss wieder aus einer Eigenerkenntnis heraus eingestellt werden.

Partnerschafts-Träumereien

Partner ist ein Begriff derjenigen Firmen, die im großen Stil Geld damit generieren, dass Seiteninhaber vermeintliche Services dieser Firmen auf ihre eigenen Seiten integrieren – mit der verknüpften Träumerei, Nutzen daraus ziehen zu können.

Die alleinigen Gewinner bei diesen „Partnerspielen“ sind die großen Konzerne rund um Datengenerierung und deren Handel. Google, Facebook Amazon, PayPal, Twitter und Co. sind keine Software-Buden und gewiss keine Partner irgendwelcher fragwürdig ambitionierter Seiteninhaber

… Partner … Berechtigtes Interesse … Content Chunking … Conversion-Optimierung … Digitale WertschöpfungIn der Tat einige der Kandidaten für den Marketing-Excellence-Awards-Müll. Und für das Unwort des Jahres

Verrückte Geschäftsbeziehungen …

Der erste Eindruck zählt

Der erste Eindruck zählt?

Diese viel bemühte Designer-Dummheit zeitigt Designkapriolen jenseits von Gut und Böse – auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal für die eigene Website.

Nur blöd, wenn jeder Hinz und Kunz auf diesem Pfad unterwegs ist und die Nutzer nur noch Eskapaden des Designs als „der erste Eindruck zählt“ präsentiert bekommen.

Der zweite Eindruck zählt

Dies sei richtig. Denn wenn nach dem „ersten Eindruck“ nichts mehr nennenswertes kommt … hat der beste Designer schon längst verloren.

Es ist ähnlich wie mit der Liebe auf den ersten Blick …

Die Nutzer des Netzes sind nicht blöd.

Und eine hohe Besucher-Frequenz der eigene Seiten besagt nun mal nichts. Da mag man sich auch gekonnt auf Seite 1 der Suchergebnislisten katapultieren …

Die Nutzer sind nicht blöd … und klicken Euch halt allesamt wieder weg … da mögt Ihr zählen und optimieren, so viel Ihr wollt.

Der zweite Eindruck zählt. Steht da unten auf der Seite brauchbares Zeugs, bleibt der Nutzer – und kommt wieder. Solche Webseiten werden sogar (wie von selbst) gefunden! So einfach ist das: Inhalte schaffen gute Nutzererfahrungen. Und so bleibt die Website im Kopf gesund und lebt im Web länger. Und dies spricht sich herum.

Dass die Inhalte nicht hässlich daherkommen müssen, es sei selbstredend – und eine banale Erkenntnis aus der Biologie: jede Rosenblüte ist voll von Funktionen, sie erfüllt Aufgaben als Selbstzweck und ist zugleich für andere nützlich. Die extravagante wie die schlichte Blüte, die auf bestimmte Besucher ausgerichtete Blüte wie diejenige, die hinsichtlich Bestäuber nicht wählerisch ist. Die Schönheit kommt über die Funktionalität von selbst in diese Blüten … und in die Augen der Betrachter, also bei den Bestäubern, Bienen beispielsweise – oder bei anderen Nutzern und Nutznießern, Menschen beispielsweise.

Spionage als pervertierte Möglichkeiten des Netzes

Die Zugriffe auf die Nutzer des Netzes kennen offenbar keine Schamgrenzen mehr. Nur ein Bruchteil der eingesetzten Techniken für solche Zugriffe ins reale Ladengeschäft um die Ecke übertragen: Solche Geschäfte würde der Mensch in diesem „wirklichen Leben“ wohl meiden.

Im Netz erfolgen diese Zugriffe unmerklich und werden ungebremst angewendet und ausgeweitet. Die vermeintliche unmittelbare Folgelosigkeit dieser Zugriffe, diese unmittelbare Schmerzfreiheit erleichtern diese Zugriffe.

Diese Zugriffe aber führen zu zahlreichen Fragen der Moral, der Computerethik … einer Ethik fürs Design im World Wide Web. Denn am Ende werden die Nutzer diese zugelassenen Zugriffe auf ihr Leben nachteilig zu spüren bekommen. Wie jedes unredliches bis unethisches Handeln nur Nachteile zeitigt. Es stellen sich Fragen an die Eigenverantwortlichkeit.

Eine Blume, die ihre eigenen Bestäuber schädigt, gibt es in der klugen Natur nicht. Solche Ungetüme gebärt nur der Mensch.

Empfohlen sei: Klickt den ganzen marktkonformen Datenerhebungsmüll, der einem im Netz mehr und mehr entgegenschlägt, gnadenlos weg: Website auf, Datenschutzbanner? Website wegklicken.

Wir wollen Ihnen das optimale Nutzererlebnis bieten! – wegklicken!

Soll dieser Markt jammern und klagen, so laut und beängstigend er nur kann: Wegklicken!

Schlimmstenfalls belebt es den Einzelhandel vor Ort …

Ich bin rege im Netz unterwegs, klicke weg, klicke weg, klicke weg … finde alles und vermisse nichts!
Sich selbst hingeben und aufgeben ist keine Option. Diese Button Alles akzeptieren anklicken, es ist keine Option!
Was soll man machen? Wegklicken! Konsequent wegklicken!

Was sich allein in dem letzten Jahrzehnt schleichend als „zum Netz gehörend“ etablieren konnte, es ist erschreckend und „legitimiert“ Zugriffe auf das Leben der Nutzer des Netzes!

Diese Zugriffe auf die Nutzer des Netzes betreffen seine Privatsphäre, seine zwischenmenschlichen Beziehungen und nehmen Einfluss auf gesellschaftliche Prozesse.

Wo die Politik versagt, muss der Bürger selbst handeln: Klickt diese unsäglichen, nimmersatten Begehrlichkeiten des Marktes aus allen denkbaren Horizonten weg.

Ein zu großes und mitunter nur bequemes Gottvertrauen bezeugt mangelnden Selbstschutz und wird nichts Gutes zeitigen …

Die tatsächliche oder vermeintliche Abhängigkeit des Menschen von einer Nutzung des Netzes ist die Geburtsstätte und der Nährboden enthemmter, schleichend um sich greifender Skrupellosigkeit. Je unabhängiger die Nutzer des Netzes von diesem Netz sind, desto wohltuender wird dieses World Wide Web.

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