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‘Till Uhlenspiegel’

Rubiginosa-Hybride, Kordes 1950, Ger.
( ↑ ) 150–200 cm und mehr, zart duftend.

‘Till Uhlenspiegel’ ‘Till Uhlenspiegel’ ‘Till Uhlenspiegel’ ‘Till Uhlenspiegel’ ‘Till Uhlenspiegel’ ‘Till Uhlenspiegel’

Weitere Fotos vom Strauch [3 Fotos].

Offenbar verträgt sie Halbschatten sehr gut – wenigstens stand sie so im ERS und gefiel uns rundum. Üppiger Strauch, wenige Stacheln, insgesamt kräftiger Habitus, reiche Blüte im Sommer, Früchte im Herbst – und mitunter ordentlich Blattflecken. Ob das Laub duftet, vergaß ich zu prüfen.

‘Till Uhlenspiegel’ als »Rubiginosa-Hybride«

… und eine weitere Frage nach unserem Verständnis der Ordnung von Rosen.

Eine der »alten« Sorten der neuerdings »Modernen Rosen«, die wir bei unserem Besuch des ERS (wieder) fanden. Sehen Sie, 1950 gab es diese Ordnung »Moderne Rose« noch gar nicht! Allenfalls »moderne Rosen« – wie glücklich! – also irgendwelche Rosen der jeweils »aktuellen«, zeitgenössischen Zucht.
Wenn Sie’s genau haben wollen, könnte diese Rose als »Wildrosen-Hybride« und zugleich als »bunter Hund« geordnet werden – wie ich es hier auch anbiete.

Verwandt mit ‘Magnifica’. Solche Zuchtlinien und solche schönen Sträucher von Rosen erscheinen mir heute kaum mehr auf dem Markt präsent; möglicherweise aber irre ich mich diesbezüglich, jedoch ist es mein Eindruck, dass früher weniger »Mainstream« gezüchtet wurde.

Als Mutter diente die Floribunda ‘Holstein’ (Kordes II. 1938, Ger.), mit komplexen Stammbaum. ‘Till Uhlenspiegel’ müsste zeitgemäß und diversen Regeln der Ordnung folgend unter »Floribunda« zu finden sein. Oder unter »bunte Hunde« (= komplexe Kreuzungen von Sorten untereinander), wie ich das obige Sortenmenü nach einer Anregung aus einer E-Mail aus der Eulenspiegelstadt Mölln Anfang September 2020 auch ergänzte. Die Rosenliebhaberin schrieb in ihrer E-Mail, dass Kordes selbst die Sorte als »Kletterrose« bezeichne, der Kurparkgärtner indessen als »Rambler«.

Solche Einordnungen sind mitunter papieren, gelegentlich beliebig.

Mir sind nicht viele Kreuzungen mit Rosa rubiginosa bekannt. Es erscheint mir als ein Mangel der neuzeitlichen Zucht, dass zu wenig der Genbestand (heimischer) Wildrosen genutzt wird.
Meine Einordnung dieser Sorte unter »Kreuzungen mit Wildrosen« rührt eher aus dem Wunsch her, dass dieser Mangel aufgehoben wird, die Zucht etwas mutiger, der Liebhaber-Blick auf die möglichen Eigenschaften der Rose wieder etwas weiter wird.

Über den Sortennamen

Das »h« im Sortennamen ist irgendwie markteigen und »neu-deutsch«: Till Eulenspiegel heißt der vermeintliche Narr, niederdeutsch Dyl Ulenspegel, »ver-hoch-deutscht« auch Til(l) Ulenspiegel. Etwas trocken in der Lektüre aber brauchbar: Mittelhochdeutsche Texte, Uni Duisburg-Essen. Möglicherweise bequemer zu lesen und mit gesammelten, weiterführenden Links zu Herrn Eulenspiegel: Eulenwelt.

2018 beförderte Fa. Kordes eine »Neuheit« unter ‘Till Eulenspiegel’® zu Tage. Eine sogenannte Beetrose und englisch anmutende Märchenrose®, die halt – wo immer Sie diesen Kleinstrauch auch pflanzen – kleiner bleibt als der Schabernack aus 1950: bummelig 70 cm Höhe werden für die neue Eulenspiegel-Variante angegeben; die Knospen und Blüten dieser »Neuheit« erinnern an ‘Red Eden’.
Solche Rosen pflanze ich noch nicht einmal mehr ins Sichtungsbeet. Da wären meine 2 ha RUCK-ZUCK voll!
Armes Sangerhausen, die da selbstauferlegt alles dies »retten« wollen, was der Markt halt Jahr für Jahr als »Kulturgut« ausspuckt. Ich habe weder den Platz noch die Lust auf solche Rosen …


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