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Fundrosen, Sports, Sämlinge sowie sog. Hobby­züchtungen

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Fundrosen

– im eigenen Garten oder irgendwo in der Welt

“Aimable Amie – Typ” “Aimable Amie – Typ”, Gallica, Fundrose. 120–150 cm, herb, Gewürze, gut duftend.

“Ainola” “Ainola”, Villosa-Hybride, Fundrose vor 2000, FI.

“Annala” “Annala”, Rugosa-Gallica-Hybride, Fundrose 1995, FI.

“Betty” “Betty”, FI, (Abstammung unklar).

“Blanche Double, falsch” “Blanche Double, falsch”, (‘Blanche Double’ ist eine Moosrose, Vibert um 1820).

“Cirstens Fruchtrose” “Cirstens Fruchtrose”, Fundrose. ( ↑ ) 200 cm und mehr, zart duftend.

“Darlows Enigma” “Darlows Enigma”, Fundrose, U.S.. (Möglicherweise Multiflora-Hybride ‘Cascadia’). ( ↑ ) 150 cm (und weit mehr), gut duftend.

“Eckernförde Strand” “Eckernförde Strand”, Rugosa-Hybride, Fundrose, Peters 2013, 2014, Ger. 100 cm, gut duftend.

“El schalom” “El Schalom”, Peters 2018.

“Else” “Else”, Spinosissima-Hybride, Fundrose, FI.

“Ensio” “Ensio”, Rugosa-Hybride, Fundrose.

“Falkland, falsch” “Falkland, falsch”, Fundrose, Ger, frisch-herb, gut duftend.

“Frau Lorenz, DK” “Frau Lorenz, DK”.

“Frau Wiese” “Frau Wiese”, Rugosa-Hybride, Fundrose, herb-fruchtig, stark duftend.

“Heidkate 2015” “Heidkate 2015”, Fundrose, Dr. Hardt, Ger.

“Hof Brache” “Hof Brache”, Fundrose 2013/14. 120 cm und mehr, fruchtig-frisch, gut duftend.

“Juhannusmorsian” “Juhannusmorsian”, Spinosissima-Hybride, Fundrose, 1996, FI.( ↑ ) 150 cm und mehr, zart duftend.

“Katharina” “Katharina”, Peters 2018.

“Katri Vala” “Katri Vala”, Rugosa-Hybride, Fundrose.

“Lippoldsberg” “Lippoldsberg”, “(Zentifolie) Typ Kassel”, Fundrose, Ger.

“Freigeist” “Freigeist”, (möglicherweise von Lens, BE; Multiflora-, Moschata-Hybride).

“Gretel Laboe” “Gretel Laboe”, Fundrose, Ger. 120 cm und mehr, frisch, rosig, gut duftend.

“Hautasaari” “Hautasaari”, Rugosa-Hybride, Fundrose, Herkunft unbekannt. 150 cm, ?

“Höhndorf” ‘Höhndorf’, Fundrose 2016. 150 cm und mehr, fruchtig-frisch, stark duftend.

“Iitin Tiltu” “Iitin Tiltu”, Rugosa-Gallica-Hybride, Fundrose, FI.

“kerisalo” “Kerisalo”, Spinosissima-Hybride, Fundrose, FI. 200 cm und weit mehr.

“Kirovsk” “Kirovsk”, Rugosa-Hybride, Fundrose. 150 cm.

“Kurpark Laboe, Typ Apricot” “Kurpark Laboe, Typ Apricot”, Fundrose 2015, Ger.. 120 cm, fruchtig, stark duftend.

“Lila Preetz” “Lila Preetz”, Fundrose, 2010, Ger. 100 cm, fruchtig-herb, tief, stark duftend.

“Linnanmäki” “Linnanmäki”, Fundrose, FI. ( ↑ ) 200 cm, Honig, zart duftend.

“Madame Prosi” “Madame Prosi”, Fundrose, Frau Prosi 2010/11, Ger. ( ↑ ) 200 cm, zart duftend.

“Malvankukka” “Malvankukka”, Cinnamomea-Hybride, Fundrose, FI. ( ↑ ) 150 cm.

‘Malva Rambler’ (ERS) ‘Malva Rambler’ (ERS).

“Martta” “Martta”, Rugosa-Hybride, Fundrose, FI.

“Mathilde” “Mathilde”, Peters 2018.

“Mermaid, Kreuzung” “Mermaid, Kreuzung”, zart duftend.

“Paeivaeranta” “Paeivaeranta”, Fundrose, FI.

“Papula” “Papula”, Spinosissima-Hybride, Fundrose. 120 cm.

“Pori” “Pori”, Rugosa-Spinosissima-Hybride, Fundrose, FI.

“Průhonice (ERS)” “Průhonice (ERS)”.

“Red Rain Miracle” “Red Rain Miracle”, Edel-, Fundrose, Peters 2007, Ger.. 100 cm, zart duftend.

“Ristinummi” “Ristinummi”, Spinosissima-Hybride, Fundrose, vor 1996, FI. 150 cm.

Rosa woodsii “Kulturform” Rosa woodsii “Kulturform”, Fundrose. 120 cm, zart duftend.

“Rudolf” “Rudolf”, Rugosa-Hybride, Fundrose, FI.

“Ruuhijärvi” “Ruuhijärvi”, Spinosissima-Hybride, Fundrose, Herkunft unbekannt.

“Sämling Finnland” “Sämling Finnland”, Herkunft unklar.

“Säulenrose” “Säulenrose”, Peters vor 2014, Ger..

“Sibirische Wildrose” “Sibirische Wildrose”, Fundrose.

“Sofia” “Sofia”, Rugosa-Hybride, Fundrose, Herkunft unbekannt. 150 cm, gut duftend.

Spinosissima Typ “Kugel” Spinosissima Typ “Kugel”, Fundrose. Gut duftend.

Spinosissima Typ “Rosette” Spinosissima Typ “Rosette”, Fundrose. Gut duftend.

Spinosissima Typ “Spinosissima” Spinosissima Typ “Spinosissima”, Fundrose. Gut duftend.

“Sternweiss” “Sternweiss”, Fundrose. ( ↑ ) 300 cm, zart duftend.

“Stine” “Stine”, Moosrose, Schade um 2006, Ger. 120 cm und mehr, Moos und Laub stark aromatisch, herb-würzig duftend.

“Suorsa” “Suorsa”, Rugosa-Hybride, Fundrose, FI. 150 cm.

“Tornedal” “Tornedal”, Cinnamomea-Hybride, Fundrose, FI. ( ↑ ) 150 cm.

“Tornio” “Tornio”, Rugosa-Hybride, Fundrose. 100 cm.

“Tuija” “Tuija”, Rugosa-Hybride, Fundrose, Herkunft unbekannt. Herb-fruchtig, gut duftend.

Typ “Patio-Weiss-2015” Typ “Patio-Weiss-2015”, Fundrose (Patio-Rose?). 40–60 cm, frisch, gut duftend.

“Venusta Pendula, Typ” “Venusta Pendula, Typ”, Fundrose. ( ↑ ) 300 cm und mehr?

“Walter Butt” “Walter Butt”, Rosa X micrugosa ‘Walter Butt’, Fundrose, Hybride von Rosa roxburghii und Rosa rugosa, Straßburg 1905, F. 150 cm und mehr.

“Weisses Rendsburg” “Weisses Rendsburg”, Fundrose 2007. ( ↑ ) 200 cm, zart duftend.

Fundrosen gab es schon immer. In der Antike fand man Rosen in der freien Natur und kultivierte sie in den Gärten und auf Plantagen. Mitunter sind Fundrosen Sports [Sprung zum Absatz]. So verdanken wir die Rosengruppe der Moosrosen und die eigenwillige Sorte ‘Chapeau de Napoleon’ findigen Gärtnern/-innen, die solche Rosen nicht als absonderlich entsorgten, sondern vermehrten und für die Nachwelt erhielten. Gerda Nissen durchforstete im 20 Jahrhundert alte Gärten, Friedhöfe und Parkanlagen sowie Knicks an der Westküste Deutschlands, um vergessen Rosen zu finden. Die vermutlich erste deutsche Rosenzüchtung wurde im Kassler Park Wilhelmshöhe im Gebüsch gefunden. Es war die Gallica ‘Perle von Weißenstein’ von Schwartzkopf aus 1773/85 (Zuchtjahr unklar).

Derlei Beispiele gibt es viele.

Etwas unglücklich liesse sich ergänzen, dass ich selbst auf meinem Vermehrungsacker Rosen »finde«, deren Namen ich nicht weiss. Sei es, weil es mir unbekannte Sorten waren, sei es – recht schnöde – weil mir das Etikett verloren gegangen ist und ich diese jeweilige Rose neu bestimmen muss. Gelegentlich eine Fehllieferung, deren Name einfach nicht herauszufinden ist, wie bei ‘Hot Chocolate, falsch’ [Sichtungsbeet]. Mitunter eine Herausforderung, wenn diese Rose bei mir als unbekannter »Neuling« Einzug hielt …
Dies mag erklären, warum so mancher Rosengarten den lieben langen Tag damit beschäftigt ist, Sortenetiketten zu schreiben – und neu an irgendeiner Rose anzubommeln. Im Europa-Rosarium Sangerhausen stolpert man fortlaufend über solcherart »Korrektur-Etiketten«. Etwas hämisch aber schön zu wissen, dass es anderen mit so mancher »Fundrose« nicht besser ergeht als einem selbst …

»Fundrosen« sind unter anderem auch folgende, recht bekannte Sorten:

Die eine oder andere Sorte werden Sie auch in einer anderen Gruppe finden; insbesondere dann, wenn die Herkunft oder die Rosenklasse der Sorte bekannt ist. Dennoch ist es vielleicht reizvoll, auch (vermeintlich) bekannte und gut geordnete Rosen als »Fundrosen« wieder zu entdecken …

Eine eigentümliche Geschichte als (vermeintliche) Fundrose zeigt ‘Ritausma’.

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Sports

– “die Launen der Natur bei Rosen”

»Sports« sind kleine, natürliche und notwendige genetische Veränderungen, die das Erscheinungsbild eines Lebewesens verändern oder Einfluss auf dessen Eigenschaften nehmen. Bei Rosen gar nicht so selten zu beobachten! Häufiger zu sehen bei den Rosenblüten – hinsichtlich der Blütenfarben und der Blütenfülle. Oder den Wuchs betreffend: ein »Kleinstrauch« entwickelt lange Triebe, die dann angebunden werden können. Lassen sich solche Veränderungen in der Vermehrung (zu einem hohen prozentualen Anteil) erhalten, hat man eine neue Sorte als Abkömmling der Ausgangssorte.

“Anastasia Maiwald” “Anastasia Maiwald”, Peters 2006-07, Ger. 120 cm, fein, frisch, zart duftend.

Bernadette Lafont — Sport, Blüten vom Sport und von der Mutter “Bernadette Lafont – Sport”, Edelrose, Peters 2010, Ger., 70 cm, stark duftend. Links der Sport, rechts die Mutter.

“Henri Matisse, Sport” “Henri Matisse, Sport”, Peters 2011, Ger. 100 cm, Himbeere, Rose, zart duftend.

“Port Sunlight, Sport” “Port Sunlight, Sport”, Peters 2008, Ger.. 120 cm und mehr, frisch-fruchtig, zart duftend.

“Reine des Violettes, Sport” “Reine des Violettes, Sport”, Remontant-Rose, 120 cm, herb, gut duftend.

Mitunter machen die Züchter ein Geheimnis um die Eltern-Sorten ihrer Rosen. Die Rosen selbst zeigen sich gelegentlich unsolidarisch diesen Züchtern gegenüber, solidarisch aber der Rosenkultur – und verraten die Eltern selbst. Zu solcherart »launigen« Sorten gehört etwa die pinkfarbene ‘Baronesse’ von Tantau, die ein Sport der rosafarbenen ‘Mariatheresia’ ist. Mitunter halt zeigt diese ‘Baronesse’ ihrer Herkunft selbst: rosafarbene Blumen von ‘Mariatheresia’ am selben Strauch.

Sports – eine Laune der Natur? Irgendwie schon. Anstatt aber von einer »Laune« zu sprechen, könnte man auch hervorheben, dass solche Veränderungen uns den Motor der Evolution zeigen. Die Natur kennt keinen Stillstand und lebt von der Bewegung. Dies gilt für alle Bereiche, die wir in der Natur entdecken. Spontane Veränderungen können für das Lebewesen ja vorteilhaft sein, eine bessere Anpassung an die jeweiligen Lebensbedingungen. Ist diese Veränderung vererbbar, verändert sich über die Zeit auch das Lebewesen, im Wechselspiel mit der Umwelt. Dieses Wechselspiel finden wir auch bei dem leidigen Thema der zur Natur gehörenden Dynamik von Krankheit und Gesundheit – nicht nur bei Rosen.

Ein für Rosenfreunde/-innen sehr spannendes Beispiel einer Blüten-Mutation zeigte 2017 im Erhaltungsbeet ‘Gloire des Rosomanes’ (Plantier 1825), deren Eltern unbekannt sind:

‘Gloire des Rosomanes’ ‘Gloire des Rosomanes’ ‘Gloire des Rosomanes’ ‘Gloire des Rosomanes’

Die um 1800 aus Fernost nach Europa importierte ‘Old Blush’ könnte die rosafarbene Blüte sein, die Sie auf den Fotos sehen. Ich habe 2017 alle Augen dieses Triebs vermehrt – und es wäre in der Tat ein spannendes Ergebnis, wenn von diesem Trieb auf dem Acker die Sorte ‘Old Blush’ hervorginge. Dann wüsste man wenigstens ein Elternteil der ‘Gloire des Rosomanes’. Dass derlei gelingen kann – wenngleich weniger spannend im Ergebnis – zeigt die schon erwähnte Geschichte von ‘Baronesse’ und ‘Mariatheresia’ …

Die kräftig pinkfarbene ‘Vanity’ zeigte im selben Jahr 2017 auf dem Vermehrungsfeld diese Blüten:

‘Vanity’ ‘Vanity’ ‘Vanity’

Unvermittelt könnte man meinen, es seien Blüten von drei verschiedenen Sorten …

Falls Sie im eigenen Garten über solcherart Sports stolpern, ärgern Sie sich nicht über das möglicherweise (kurzfristig) verdorbene Gartenkonzept nach Farbe und Wuchs, vielmehr erfreuen Sie sich an dieser »Laune« – und denken sich im Stillen, wie wunderbar lebendig die Natur doch ist …

Weitere Sports finden Sie unter (Rosen sind z.T. im Sichtungsbeet, nicht im Garten):

Rückfall in die Elternsorte bei ‘Burgundy Ice’Rückfall in die weisse Elternsorte ‘Schneewittchen’ bei ‘Burgundy Ice’. (4 Fotos)

“Hansestadt Rostock, Sport” “Hansestadt Rostock, Sport”, gefunden 2011.

‘Madame Butterfly’ ‘Madame Butterfly’, Gurney Hill Co. 1918, U.S.. 70 cm, Honig, zart duftend.

‘Perpetual White Moss’ ‘Perpetual White Moss’, Damaszener, vor 1831. 150 cm, stark duftend.

‘Westerlandsport’ ‘Westerlandsport’, Dr. Schmadlak.

‘White Flight’ ‘White Flight’, Multiflora-Hybride Rockford 1916, Koster 1923, NL. ( ↑ ) 300 cm und mehr, zart duftend.

wie zuvor Nicht zwei Sorten im Topf, sondern wie zuvor; verrät der Züchter die Eltern nicht, macht es mitunter die Rose; ‘Winchester Cathedral’, Mutter ist die rosafarbene ‘Mary Rose’. (4 Fotos)

»Rechtliches«

Sorten, die lizenziert sind, dürfen nicht ohne Anmeldung vermehrt werden; diese Rosen sind Eigentum des Züchters. Dies gilt auch für Sports dieser Sorten. Wenn man einen solchen Sport findet, hat er sozusagen automatisch das »®« angeheftet. Ohnehin nicht schön, diese Schutzmarke, wird es von den Züchtern nur gelegentlich an den Sortennamen geheftet, wenn es erforderlich erscheint, die Eigentumsrechte klar und deutlich zu machen.
So fand Thomas Pein, eine befreundete Rosenschule bei Hamburg, auf dem eigenen Acker vor 2011 jeweils einen Sport der unter Lizenz stehenden Sorten ‘Heidetraum’ und ‘Heidefeuer’ aus der Gruppe der sogenannten »Bodendecker« . Diese Sports aber machten lange, peitschenförmige Triebe – und heute stehen sie beim Züchter der Bodendecker-Varianten unter dem Namen ‘Heidetraum Plus’® und ‘Heidefeuer PLUS’®. Namentlich erwähnt wurde der Finder bei Noack nicht. Dies ist im gewissen Sinn undankbar, anderseits kann man auch von etwas, was einem nicht gehört, nichts beanspruchen. Einen »Rosenfinderlohn« gibt es nicht, beziehungsweise nur auf freiwilliger Basis. Und hierbei handhabt es halt jeder, so gut er kann …

Den einen oder anderen Sport werden Sie an anderer Stelle dieser Webseiten als Sorte eingeordnet wieder finden, obgleich ich diese Mehrfachnennungen nicht mag. Bei den Sports aber geht das in Ordnung, so hat man diese »Laune« wenigstens einmal in einer Übersicht versammelt.
Ich hoffe, dass ich in meinem Leben noch einige Dutzend solcher Rosen finden werde! Ich mag diese Bewegungen in der Natur der Rose sehr …

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Sämlinge

– namenlose Kinder der Natur; als Sorte getauft oder mit einer nüchternen Züchter-Nummer versehen.

“Lykkefund Sämling” “Lykkefund Sämling”.

“Rosa moyesii Sämling” Rosa moyesii Sämling”, Moyesii-Hybride, Peters 2013, Ger. Frisch, zart duftend.

‘Rose-Marie Viaud’ ‘Rose-Marie Viaud’, ‘Rosemary Viaud’, Sämling, Multiflora-Abkömmling, Igoult 1924, F. 300 cm und mehr, zart fruchtig duftend.

Sämlinge sind Rosen, gewachsen aus einem Nüsschen einer elterlichen Hagebutte. Mag sein, dass es so »schulmeisterlich« klingt, trifft aber den Kern der Sache.

Ist die Rose samenecht, wie es die Wildrosen in der Regel sind, kommt aus diesem Nüsschen eine artgleiche Rose hervor. Unsere Kulturformen sind nicht samenecht. Insofern diese Rosen noch fruchten, wächst aus dem Nüsschen bestenfalls irgendeine Rose, die jedoch nicht identisch ist mit der Sorte, von der dieser Samen stammt. Die Rosenzucht funktioniert genau so: Sie kreuzt bald »wüst« alle möglichen Rosen untereinander, sät die Samen aus und selektiert von diesem Zuchtfeld, was für Garten und Markt tauglich erscheint. Mitunter aus hunderttausenden von Sämlingen, die alle anders in ihrer Gestalt daherkommen als die Eltern, mit denen gekreuzt wurde.
Dies führt dann auch dazu, dass wir unsere Kulturrosen nicht via Samen erhalten können, sondern, indem wir sie via Stecklinge, Wurzelausläufer oder Okulation vermehren. Kulturgeschichtlich gesehen eine wahre Herausforderung …

Was also in der Natur überlebensnotwendig und durchaus für uns bei der Betrachtung schön ist, ist bei unseren Kulturformen verloren gegangen, sowohl als Eigenschaft der Sorten – als auch leider in der Betrachtung von Rosen. Der Schmuckwert von Hagebutten (und / oder Laubfarben) finden sich bei den Sortenbeschreibungen heute kaum mehr. Dies sehe ich als sträfliche Vernachlässigung! Wir sollten uns durchaus wieder darin üben, die Rose als Ganzes zu sehen, als ein Gartengehölz, das doch sehr viel mehr kann, als zur jeweiligen Blütezeit hübsche Blüten zu produzieren …

Die “Hecht-Rose” (Rosa glauca) ist ein gutes Beispiel für die Attraktivität des Rosenlaubes während der Saison, Rosa virginiana gibt ein gutes Beispiel für wunderbare Herbstfärbungen des Laubes bei Rosen. Und gut fruchten, das können viele Rosen, nicht nur die so getaufte “Pracht-Hagebuttenrose” (Rosa sweginzowii (Koehne) ‘Macrocarpa’).

So manche Sämlinge zeigen ihr Können erst ab dem zweiten, ja dritten Jahr, so dass der Züchter und Rosenkenner Geduldig im 19.Jh. in seinem Lehrbuch zur Rosenzucht empfahl, Sämlingen, die nicht sogleich blühen mögen, mit Geduld zu begegnen …

Wer mag und fruchtende Rosen im Garten hat, mache seine eigenen Sämlinge …

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“Hobbyzüchtungen”

– oft schon getauft mit einem ordentlichen Namen

“Charming Magenta” “Charming Magenta”, “Männlein Rot”, Peters 2010, Ger. 100 cm, zart duftend.

‘Else’ “Priscilla”, Uli Poppe, Ger.

“Sämling x ‘Moonlight’” “Sämling x ‘Moonlight’”, Moschata-Hybride, Sämling, Uli Poppe, Ger. Herb, gut duftend.

“Sämling x Sympathie” “Sämling x Sympathie”, Uli Poppe, Ger.

“Sämling x Trier” “Sämling x ‘Trier’”, Uli Poppe, Ger.

Liebhaberzucht – neue Wege, die Vielfalt der Rosen zu entdecken …

Diverse Wettbewerbe der sogenannten Hobbyzucht finden jedes Jahr statt; so in Baden-Baden. Im einen und andern E-Mail-Verkehr mit Kunden, stellte sich so mancher als Vertreter dieser Zunft heraus. Züchten von Rosen im Hausgarten – warum nicht. Wir Rosenbauern sind da nicht besser. Knud Peddersen aus Dänemark erzählte uns bei unserem Besuch vor Jahren stolz, dass er zum Ziel habe, eine gestreifte Spinosissima-Hybride zu züchten. Ein Freund meiner Frau züchtete ebenfalls fleißig im Garten – nebenberuflich halt. Einige seiner Sorten sind hier aufgeführt.
Meine eigenen führe ich mit einer gewissen Scham auf, denn ich war alles mögliche, nur nicht sorgfältig; so weiss ich nicht, was noch eigener Sämling ist und was nur ein Sport. Im Zweifelsfalle ordne ich sie unter “Fundrose” oder unter Sport – oder lasse sie weg. Meine Zucht entsprach demnach den Praktiken des 19.Jh.: Keine Dokumentation von gar nichts; keine Eltern aufgeschrieben, vieles der Natur überlassen und am Ende bestenfalls eine taugliche Rose für die Gärten … für den Verkauf …

Das Wort »Hobbyzüchter« mag ich nur bedingt; es ist nett, enthält aber auch eine Abstufung. Alle haben irgendwann einmal angefangen

– und so manche Rosen aus renommierten Züchter-Werkstätten sind schlechter als so manche Rose aus dem »Hobbygarten«.

Auch hier ist es eine Frage des Geschäfts: man muss nicht alles gleich vermarkten (wollen), sobald man aber davon lebt, schreit der Markt jedes Jahr nach »neuen Sorten« – und als Profi-Zucht-Betrieb muss man da mitgehen, den Markt bedienen, will man bestehen:

Jedes Jahr »neue Sorten«, die Geld erwirtschaften sollen und müssen.

Tut nicht wirklich Not, dieser wirtschaftliche Druck von Seiten irgendwelcher Züchter-Häuser auf die Garten-Kultur dieser Pflanze …

Ob man die Lizenzierung einer eigenen Rosenzucht angehen will, sollte man seiner selbst willen als auch hinsichtlich der Kultur der Rose zunächst und lieber mit »NEIN« beantworten.

Sowohl finanziell gesehen als auch hinsichtlich des Arbeitsaufwandes macht jede Lizenzierung eines Produktes in der Vermarktung ordentlich Druck. Denn sobald man für das eigene Produkt, für die selbst gezüchtete Rose einen Euro sehen will, geht das nicht mehr ohne Kontrolle der Vermehrung und des Vertriebs – und zwar weltweit. Die Rosenmärkte (wie die Gärtner/-innen halt auch) sind heute weltweit unterwegs. Einen solchen Apparat der Kontrolle und Verwaltung der eigenen Zucht aufzubauen und zu unterhalten, es war und ist nicht meines … und Gott sei Dank auch nicht Ziel und Wille der vielen Züchter, die im Kleinen Großes vollbringen und so manche schöne Rose auf den weltweiten Markt brachten, ohne eigenen Lohn in barer Münze erwirtschaftet zu haben.

Karl Baum war ein solcher Züchter. ‘Rotes Phänomen’, ‘Schneekoppe’ und ‘Schneezwerg’, ‘Monte Rosa’, ‘Monte Casino’ sowie ‘Rotes Meer’ sind recht bekannte Rugosa-Hybriden von Baum und weltweit in Kultur.
Nicht unbedingt die robusteste ist seine Kletterrose ‘Goldfassade’, jedoch seit 1967 bis heute in Kultur.
Nach seinem Tod (2004) hat seine Tochter Jahre später bei mir Sorten des Vaters gekauft. Die Rosen waren der Familie nicht mehr verfügbar. Dies macht schon nachdenklich und etwas traurig.

Vielleicht gesellt sich aus den Rosen hier – oder allgemein aus der »Hobbyzucht« – ebenfalls weitere Rosen hinzu, die Beachtung und mehr Verbreitung finden … und einen etwas dankbareren Platz in der Rosenkultur.
Hilfreich für diese Verbreitung tauglicher Sorten aus der »Liebhaberzucht« wäre es,

wenn die Rosenliebhaber/-innen etwas mutiger und gut informiert auch solche Rosen wahrnehmen könnten und pflanzen wollten.

Hier sind die Wettbewerbe wie in Baden-Baden nur ein Weg … ein weiterer Weg wäre: die Bewertungskriterien von Neuheitenzüchtungen könnte man zum Beispiel einmal kritisch hinterfragen. Angelehnt an dem, was ohnehin auf dem Markt präsent ist, räumen sie nicht gerade Platz ein für kreative Köpfe in der Zucht …

In meiner Laufbahn habe ich so manche engagierte Züchter/-innen kennenlernen können, die nicht bloß »noch dichter gefüllte Blüten« oder derlei als Ziel formulierten, sondern – im ersten Blick recht bescheiden wirkend – nach Wildrosen Ausschau hielten, die in der Rosenzucht der vergangenen 200 Jahre eher stiefmütterlich behandelt wurden, jedoch ein hohes Potenzial haben könnten für Zuchtlinien, die den Fokus nicht primär auf markttauglich erscheinende Blütentypen mit saisonal wiederholter Blüte legen.

Ein Herr – aus Nordrhein-Westfalen, wenn ich es recht erinnere – sammelte die mehr oder weniger bekannten Eltern der Damaszener-Rosen mit dem Ziel, die Entstehung dieser Rosenklasse nach zu züchten – quasi im Hausgarten und im »Zeitraffer«. Ziemlich ehrgeizig! Und irgendwie auch innovativ: Wer weiß schon im Vornherein zu sagen, was aus einem solchen Vorhaben entsteht …

Allgemein betrachtet wäre wenigstens eine regionale Präsenz dieser »Hobbyzüchter« geeignet,

die Dominanz etablierter, großer Züchter-Werkstätten des Marktes etwas zurecht-zu-ruckeln,

deren lizenzierten Rosen mir etwas überpräsent sind – und damit auch deren Bild einer »guten Rose«.

Weltweit werden diese Bilder aus Zucht und Vertrieb herumgereicht, kraft einer finanziell und sprachlich mächtigen Bewerbung der je hauseigenen Zucht (etwa via Lizenzvergabe, angegliederten Shops, Kataloge und Literatur). So verarmt der Blick auf die Vielfalt der Rose durch diese Dominanz weniger Häuser doch arg, wie ich bei Führungen durch unsern Garten immer wieder feststellen muss.

Prominente Marktbegriffe und Verkaufsstrategien aber machen doch bitte keine Gartenkultur …

Mitunter erscheinen mir die selbstauferlegten Qualitäts- und Eigenschaften-Merkmale junger, kleiner Züchter/-innen innovativer und auch strenger zu sein als bei den – notgedrungen? – am Mainstream entlang produzierenden »namhaften« Zuchtbetrieben der Rosenwelt, die mitunter als derart »renommierte« Züchter recht gefahrlos auch so manch fragwürdiges Produkt feil bieten und feil bieten können: Ein junges, aufstrebendes Unternehmen indessen muss da schon mehr leisten …

Zwei Beispiele aus der Liebhaberzucht – vielleicht ist es ein schöneres Wort als das Wort »Hobbyzucht« – seien hier einfach genannt, ein Zufallssämling von Frau Schade namens “Stine” und eine Wildrosen-Hybride von Lens, beide Rosen die Eigenschaften eines (wenngleich nicht immer präsenten) duftenden Laubes und ebensolcher Blütenkelche haben.
Es wäre zu einfach, würde man solche Rosen-Neuheiten rasch und einfach unter »Moosrosen« ordnen – und sie damit gleichsam verstecken!

Duftlaub-Rosen, die blühen und fruchten – ein saisonaler Genuss ohne Wartezeiten …

Duftendes Laub bei Rosen ist doch wunderbar, nicht nur bestimmt für die sommerliche Saison, vielmehr schon für das Frühjahr, ab dem ersten Austrieb der Rosen, also schon Anfang Mai: Der Liebhaber könnte mit Beginn der Saison genießen – den Duft des jungen Rosen-Laubes.

Einige Damaszener haben diese Eigenschaft im Laub zu duften – und für ein »innovatives« Zuchtprogramm von im Laub (und Blütenkelch) duftenden Rosen böte so manche Wildrose oder Naturhybride einen prima Grundstock, wie etwa die »köstliche« Natur-Kreuzung aus R. villosa und R. rubiginosa.

Es wäre ein mutiges Zuchtprogramm, auf solchen Wildrosen Zuchtlinien aufzubauen, die das Rosenlaub in den Blick nehmen – und nicht allein irgendeine Rosenblüte … da haben wir nun wahrlich Varianten genug.
Solche Zuchtlinien wären dann durchaus geeignet, den Blick der Liebhaberei auf die Rosenwelt einmal mehr zu weiten und die Vielfalt der Rose einmal mehr in den Blick zu rücken … für die Gestaltung von Gärten und Parks.

Der Duft des Rosenlaubes ist nicht neu, gewiss aber wieder zu entdecken … wie so vieles in den Welten der Rosen.

Rosen ohne Wartezeiten – es sind heute schon Arten und Sorten verfügbar – kleine und große Schatzkammern eines jeden Rosengartens …

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