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Verschiedene Rosensträucher

… aus komplexen Kreuzungen von Sorten untereinander, verstärkt ab 20.Jh.: “genetisches Gemenge”.

Genetisches Gemenge? – Was schreibt der Mann denn da?! Gene? Sehe ich im Garten nicht – pflanz ich auch nicht!

Stimmt!

Und dennoch macht diese Rubrik Sinn [Sprung zum Textabsatz].

‘Alchymist’ ‘Alchymist’, Kordes 1956, Ger. ( ↑ ) 200–400 cm und mehr, fruchtig, herb, stark duftend.

‘Alsace’ ‘Alsace’, Pekmez 1994, F. 100 cm, zart duftend.

‘A Mackenzie’ ‘A. Mackenzie’, ‘Alexander MacKenzie’, Agriculture Canada (…). ( ↑ ) 150 cm und mehr, zart duftend.

‘Bajazzo’ ‘Bajazzo’, Kordes 2001, Ger. ( ↑ ) 200 cm und mehr, zart duftend.

‘Ballerina’ ‘Ballerina’, »Moschata-Rose«, Bentall 1937, Ger. 120 cm, herb, zart duftend.

‘Benita Ferraro Wallner’ ‘Benita Ferraro Wallner’, Dr. Schmadlak 1994, Ger.

‘Blauwe Stad’ ‘Blauwe Stad’, Interplant 2007, NL. 100 cm, frisch, zart duftend.

‘Blossomtime’ ‘Blossomtime’, O‘Neal 1951, U.S.. ( ↑ ) 120–220 cm (und mehr), fruchtig, frisch, gut duftend.

‘Borsberg’ ‘Borsberg’, Dr. Schmadlak, Ger.

‘Burghausen’ ‘Burghausen’, Kordes 1991, Ger. 150 cm, zart duftend.

‘Carefree Beauty’ ‘Carefree Beauty’, ‘Katy Road Pink’, Buck 1977, U.S.. ( ↑ ) 120–150 cm, frisch, edel, gut duftend.

‘České 'Práci čest'’ ‘České 'Práci čest'’, Večeřa 1970, ČSR. ( ↑ ) 200 cm und mehr, zart duftend.

‘City of York’ ‘City of York’, ‘Direktor Benschop’, Tantau 1939, Ger. ( ↑ ) 250 cm und weit mehr, zart duftend.

‘Colossal Meidiland’ ‘Colossal Meidiland’, Meilland 1999, F. 100 cm, zart duftend.

‘Constance Spry’ ‘Constance Spry’, Austin 1961, GB. ( ↑ ) 150 cm und mehr, herb, gut duftend.

‘Cuthbert Grant’ ‘Cuthbert Grant’, Marshall 1958, CAN. 120 cm, zart duftend.

‘Dentelle de Bruxelles’ ‘Dentelle de Bruxelles’, Lens vor 1988, BE. ( ↑ ) 150-200 cm und mehr,zart duftend.

‘Dornröschen’ ‘Dornröschen’, Kordes 1960, Ger. 120 cm und mehr, gut duftend.

‘Dr. Martin Luther Rose’ ‘Dr. Martin Luther Rose’, Scholle 2000, Ger.

‘Dresdner Frauenkirche’ ‘Dresdner Frauenkirche’, Dr. Schmadlak 2005, Ger. 100 cm, Rose, gut duftend.

‘Escapade’ ‘Escapade’, (Himbeer Bonbon), Harkness 1967, GB. 100 cm und mehr, fruchtig, zart duftend.

‘Esprit d’Amour’ ‘Esprit d’Amour’, Vissers vor 2012, BE. 120 cm, fruchtig, herb, gut duftend.

‘Europa-Rosarium Sangerhausen’ ‘Europa-Rosarium Sangerhausen’, Schmadlak 1996, Ger. 120 cm, mild-fruchtig, zart duftend.

‘Floralies Valenciennoises’ ‘Floralies Valenciennoises’, Dorieux I. 1954, F. ( ↑ ) 250 cm und mehr.

‘Fourth of July’ ‘Fourth of July’, Carruth 1999, U.S.. ( ↑ ) 150–250 cm und mehr, fruchtig, gut duftend.

‘François Drion’ ‘François Drion’, Multiflora-Hybride, Lens 1988, BE. 120 cm und mehr, herb, zart duftend.

‘Frontenac’ ‘Frontenac’, Svejda 1981, KAN. 120 cm, zart duftend.

‘Gentle Hermione’ ‘Gentle Hermione’, Austin 2005, GB. 120 cm, herb, Tee, stark duftend.

‘Golden Gate’ ‘Golden Gate’, Kordes 1995, Ger. ( ↑ ) 250 cm, frisch, fruchtig (Zitrone), gut duftend.

‘Hella Brumme’ ‘Hella Brumme’, Dr. Schmadlak 1981, ehem. DDR.

‘Irma’ ‘Irma’, (Kordesii-Hybride), Carlsson-Nilsson 2001, SE. 120 cm (und mehr), gut duftend.

‘John Franklin’ ‘John Franklin’, Svejda 1970, KAN. ( ↑ ) 100 cm und mehr, zart duftend.

‘Juliana von Stolberg’ ‘Juliana von Stolberg’, (Polyantha), Lens vor 1999, BE. ( ↑ ) 150 cm (und mehr), zart duftend.

‘Karl Förster’ ‘Karl Förster’, Kordes 1930, Ger. ( ↑ ) 200 cm, zart duftend.

‘Kir Royal’ ‘Kir Royal’, Meilland vor 1995, F. ( ↑ ) 200 cm und mehr, zart duftend.

‘La Rose de Molinard’ ‘La Rose de Molinard’, Delbard 2008, F. 120–150 cm, frisch-fruchtig, edel, stark duftend.

‘La Rose du Petit Prince’ ‘La Rose du Petit Prince’, Delbard 2008, F. 120–150 cm, süß, edel, gut duftend.

‘Madame Grégoire Staechelin’ ‘Madame Grégoire Staechelin’, ‘Spanish Beauty’, Dot 1927, ESP. ( ↑ ) 250 cm und mehr, gut duftend.

“Mermaid, Kreuzung” “Mermaid, Kreuzung”, zart duftend.

‘Midnight Blue’ ‘Midnight Blue’, Strauchrose, Carruth 2004, U.S.. 70 cm, würzig, fein Nelke, zart duftend.

‘Midsummersnow’ ‘Midsummersnow’, Vissers 2001, BE. 70–100 cm, zart duftend.

‘Morden Ruby’ ‘Morden Ruby’, Marshall 1964, CAN. 120 cm, zart duftend.

‘Mozart’ ‘Mozart’, »Moschata-Rose«, Lambertiana, Lambert 1936, Ger. 120 cm und mehr, zart duftend.

‘Perennial Blue’ ‘Perennial Blue’, Mehring (Eurosa) 2003, GB. ( ↑ ) 200–300 cm, süß-herb, zart duftend.

‘Pillnitzer Leuchtfeuer’ ‘Pillnitzer Leuchtfeuer’, Dr. Schmadlak 1971, ehem. DDR.

‘Prairie Joy’ ‘Prairie Joy’, Marshall 1977, KAN. 150 cm, zart duftend.

‘Oh Wow!’ ‘Purple Splash’, ‘Oh Wow!’, Carruth 2009, U.S.. ( ↑ ) 150–250 cm und mehr, zart duftend.

‘Red Ballerina’ ‘Red Ballerina’, Harkness 1978, GB. 120 cm, zart duftend.

‘Robin Hood’ ‘Robin Hood’, Polyantha-Rose, »Moschata-Rose«, Pemberton vor 1927, GB. 100 cm und mehr, zart duftend.

Rosa glauca ‘Nova’ Rosa glauca ‘Nova’, Larsson 1956, S. 150–200 cm, zart duftend.

‘Rosalina’ ‘Rosalina’, ‘Playtime’, Kordes 1992, Ger. 100 cm und mehr, zart duftend.

‘Rosario’ ‘Rosario’, Evers, Tantau 1993, Ger. ( ↑ ) 150 cm und weit mehr, mild-fruchtig, Rose, zart duftend.

‘Rosarium Uetersen’ ‘Rosarium Uetersen’, Kordes 1977, Ger. ( ↑ ) 200 cm und mehr, fruchtig (leicht Apfel), gut duftend.

‘Royal Show’ ‘Royal Show’, Meilland 1983, F. 120 cm und mehr, zart duftend.

‘Rubina’ ‘Rubina’, Dr. Schmadlak.

‘Saint Swithun’ ‘Saint Swithun’, ‘St. Swithun’, Austin 1993, GB. 120 cm, fruchtig-herb, gut duftend.

“Sämling x Sympathie” “Sämling x Sympathie”, Uli Poppe, Ger.

‘Sangerhausen’ ‘Sangerhausen’, Kordes II 1938, Ger. 100 cm, herb, zart duftend.

‘Schloss-Seusslitz’ ‘Schloss-Seußlitz’, Dechant 1933, Ger. ( ↑ ) 250 cm und mehr, fruchtig, zart duftend.

‘Schloss Wildenfels’ ‘Schloss Wildenfels’, Dr. Schmadlak 1973, ehem. DDR. ( ↑ ) 150 cm, mild-fruchtig, gut duftend.

‘Schneekoppe (Dr. Schmadlak)’ ‘Schneekoppe’, Dr. Schmadlak.

‘Shenandoah’ ‘Shenandoah’, Nicolas 1934, U.S.. ( ↑ ) 250 cm und mehr, gut duftend.

‘So Pretty’ ‘So Pretty’, Meilland 2006, F. 100 cm, zart duftend.

‘Sorbet’ ‘Sorbet’, Meilland 1993, F. ( ↑ ) 200 cm, frisch-fruchtig, gut duftend.

‘Sparrieshoop’ ‘Sparrieshoop’, Kordes 1953, Ger. ( ↑ ) 150 cm und weit mehr, zart duftend.

‘Sweet Haze’ ‘Sweet Haze’, Evers 1997, Tantau 2002, Ger. 80 cm, zart duftend.

‘Szent Erzsebet’ ‘Szent Erzsebet’, ‘Heilige Elisabeth’, Márk 1988, Ungarn. ( ↑ ) 200 cm und mehr, gut duftend.

‘Tapis Volant’ ‘Tapis Volant’, Lens 1982, BE. 120 cm, fruchtig, gut duftend.

‘Tapis Volant x 8653 F 1’ ‘Tapis Volant x 8653 F 1’, Lens 1996, BE.

‘Thérèse Bugnet’ ‘Thérèse Bugnet’, Bugnet 1941, KAN. ( ↑ ) 150 cm und weit mehr, gut duftend.

‘Till Uhlenspiegel’ ‘Till Uhlenspiegel’, Rubiginosa-Hybride, Kordes 1950, Ger. ( ↑ ) 150–200 cm und mehr, zart duftend.

‘Walter Schmadlak’ ‘Walter Schmadlak’, Dr. Schmadlak 1977, ehem. DDR.

‘Weißer Hirsch’ ‘Weißer Hirsch’, Dr. Schmadlak, ehem. DDR. 120 cm, mild-fruchtig, zart duftend.

‘White Cloud’ ‘White Cloud’, ‘Weisse Wolke’, Kordes 1993, Ger. ( ↑ ) 150 cm und mehr, gut duftend.

‘White Gold’ ‘White Gold (’98)’, Cocker 1998, SCO. 120 cm, süßlich, edel, gut duftend.

‘Wild Rover’ ‘Wild Rover’, Dickson 2007, GB. 120–150 cm, gut duftend.

‘Winnipeg Parks’ ‘Winnipeg Parks’, Marshall 1981, KAN. 100 cm, Tee, gut duftend.

‘Wollerton Old Hall’ ‘Wollerton Old Hall’, Austin 2011, GB. 120 cm, herb, stark duftend.

»Genetisches Gemenge« – Beispiele

‘Turbo’, eine Rugosa-Hybride – was soll das denn sonst sein?

‘Turbo’ ‘Turbo’, Rugosa-Hybride, Meilland vor 1994, F. 120 cm und mehr, zart duftend.

Die gleiche Rugosa-Abkunft sagt man der folgenden Rose nach:

‘Thérèse Bugnet’

Dabei so ein richtiges “genetisches Gemenge”. Irgendwie “University” sagen die Kanadier harmlos …

Was mit Wildrosen geht, lässt sich umso mehr mit den Ergebnissen des Gemenges kreuzen – oder »züchten«, wie es stolz heißt:

Beispiel ‘Eden Rose ’85’ – wo sind unsere Wildrosen hin?

Schauen Sie auf eine exemplarische Ahnentafel, sodann auf die Rose in Ihrem Garten selbst, werden Sie mir möglicherweise doch zustimmen, dass derlei Rosen weder von Seiten ihrer Ahnen noch hinsichtlich ihrer Eigenschaften irgendwie »selbsterklärend« geordnet werden können.
Die Ahnentafel braucht gar nicht mal groß zu sein. Es genüge eine kleine Tafel als Ausschnitt und die Ansicht der Rose selbst. Zum Beispiel die unmittelbar beteiligten Eltern von ‘Eden Rose ’85’:

(Sorte x Sorte x Sorte … ergaben die Eltern-Sorten von ‘Eden Rose ’85’:) ‘Music Dancer’ (Climber, Meilland vor 1984) x ‘Pink Wonder’ (Climber, Meilland 1976).[*]

[*] Der Vater ist ein »kletternder« Sport einer Floribunda (Meilland 1970), somit ein echter »Climber« als unmittelbarer Abkömmling einer »Floribunda«, die halt kleiner bleibt.
Die Mutter (‘Music Dancer’) indessen ist eine Kreuzung aus zwei verschiedenen Sorten … deren Eltern sind erneut zwei Sorten (Sie finden u.a. die »Edelrose« ‘Gloria Dei’ väterlicherseits) … usw. usf.

Diese Ahnenlisten neuzeitlicher Zucht können Sie – insofern von den Züchtern offengelegt und damit bekannt – stundenlang rückverfolgen: Sorte x Sorte x Sorte x Sorte x hauseigener Sämling … ergibt irgendeine “Neuheit”.
Auf den Äckern der Rosenzucht wächst ein Mix aus Sorten-Genen par excellence … ohnehin verwandte Sorten werden erneut untereinander gekreuzt, die entstehenden Rosen / Sämlinge mitunter rückgekreuzt mit den Elternsorten … »Inzucht« pur!

Aus diesen unzähligen Sämlingen selektiert der Rosenzüchter (s)eine Handvoll »Neulinge«, die vielversprechend und marktkompatible erscheinen … »Rosen kreieren«? Dies ist in der Rosenzucht eine Fleißarbeit …

Mutig geschweige »innovativ« ist diese neuzeitliche Zucht und ihr Vertrieb nicht – hierfür müsste man vermehrt auf Wildrosen zurückgreifen, anstatt sich auf die Handvoll dieser Urahnen, die unsere Gartenrosen bestimmten, auszuruhen.

In Prozentangabe: magere 5–10 % der verfügbaren Wildrosen bestimmten in den vergangenen 200 Jahren die Gene unserer Gartenrosen.

Das schlafende Potenzial der Wildrosen wird wenig genutzt – und findet keinen Markt.

Inzucht in der Fokussierung auf irgendeine markttüchtige Rosenblüte prägt Zucht, Vertrieb, Gartenkultur: Gartenrose x Gartenrose … x hauseigener Sämling … ergeben irgendwelche »Neuheiten«. Werbemächtige Thumbnails von deren Blüten bestimmen das Bild der Rose im Kopf und Garten. Jahr für Jahr.

Man mag darüber fragen, welches »Bild der Rose« wir nun eigentlich haben und pflegen – und wie dieses Bild in unseren Köpfen erzeugt und gefestigt wird.

Die verbleibenden 80 % der Wildrosen sind solange uninteressant für unser Bild der Rose, solange wir diese Vielfalt nicht sehen …

Die Pflanzenfamilie der Rose ist die unerschöpfliche Quelle für unsere Kultur mit dieser Pflanze. Hier trägt der Markt wenig bei. Seine Aufgabe ist es, die eigenen Produkte zu bewerben und zu verkaufen. Die Akteure des Marktes aber sollten weder unseren Blick auf diese Pflanzenfamilie, noch unsere Kultur mit dieser Pflanze prägen.

Gewendet wäre es fein: Je wissensreicher wir sind, um so mehr muss der Markt sich bewegen …

»Innovativ« also ist die neuzeitliche Zucht sowenig wie »mutig«: auch und zumal nicht in dieser neuzeitlichen Nostalgie-Romantik-Schwemmeein verklärender Rückblick in die Kulturgeschichte gebärt uns seit bummelig einer Generation einen »Stil des Alten«: Eine ungehörige Vereinnahmung der sogenannten »Alten Rosen«.

Ein frei erfundener Begriff irgendeiner Klassifikationsbemühung aus 1967, den der Rosenmarkt sofort adaptierte und für seine Zwecke vermarktete. Weltweit, in und aus aller Herren Länder, kursiert seit dem dieses ominöse »Historische der Rose« in unseren Köpfen … und leider auch in unseren Gärten und Parks.

Eine unüberschaubare Gruppe unterschiedlichster Rosen wird unvermittelt »Alt«, in der Sprache handlich gemacht und dergestalt in der Vermarktung hauseigener Waren eingesetzt.

Irgendeine »Moderne« definiert rückblickend ein ominös bleibendes »Alte« der Rose – und fleißig und fortlaufend sich selbst. Die Instanz, die fortlaufend und dominat bestimmen will, was eine Rose sei, ist zunehmend der Rosenmarkt.
Der gärtnernde Mensch braucht einen guten Spaten, um für sich in diesem Marketing-Sumpf noch etwas Kultur freizuschaufeln.

Diese unscharfe, grobe Sprache rund um Sammelbegriffe erlaubt eine ebenso grobe Vertriebspolitik: Über dieses gehaltlos bleibende »Alte« der Rose bestimmt die neuzeitliche Zucht ihre »Moderne«, die eigenen »Neuheiten, Verbesserungen … Innovationen«. Ein aus der Nase gezogener »Stil des ›Alten‹« wird »modern« interpretiert – und uns auf die Verkaufstische für unsere Garten- und Parkkultur gestellt.

Derart abstrakte, inhaltsleer bleibende Sammelbegriffe sind für Werbung und Vertrieb wunderbar geeignet! In Politik und Gesellschaft benennt man die schärfere Form als Populismus. Sachlich nicht vernünftig zu denken, bleiben es Appelle an unser Gefühl, an vorgeprägte Konnotationen aller Art. Fachlich zwar leer wird dieses Gerede über »die Historische Rose« jedoch mittlerweile kritikfrei zelebriert und geradezu geliebt!

Kleine Varianten dieses Geredes zeitigen all diese »Vereinigungs-Träume« von »Alt« und »neuzeitlicher Zucht« in Bezug auf einzelne Sorten: bekannte, beliebte und ältere Sorten – sprich »alte« Sorten – werden werbewirksam in »neuen Kreationen verbessert«, beispielhaft nachzulesen unter Rosa rugosa ‘Foxi’, ‘Swinging Mozart Garden’.

Dieser Umgang mit einzelnen Sorten – die zugleich und hin und wieder doch als Artefakte unser Kultur bezeichnet werden – mag der Markt ja für die Bewerbung seiner aktuellen, hauseigenen Produkte noch beanspruchen.

Diesen Umgang freilich mit einzelnen Sorten finden wir auch bei jenen abstrakten, frei erfundenen Sammelbegriffen: »Die Moderne Rose« verbessere »die Historische Rose«? Was soll derlei anderes sein, wenn nicht dumpfes, verkaufsförderndes Werbelatein?

»Alte Rose« benennt den Genpool tausender unterschiedlichster Sorten, banal und übeflüssig in ein Wort gepfercht. Dieses Wort ist eine Geburt unser Zeit …

Dieses Wort enthält – wie diese befremdliche »Moderne« halt auch – grottenschlechte Sorten und wunderbare Sorten mit allen zur Rose denkbaren Eigenschaften für unsere Gartenkultur – hier wie da.

Nebenbei angemerkt, fasst dieses Wort »Historische Rose« eine 2500 Jahre bestehende Kultur zusammen, von einem beliebig in der zweiten Hälfte des 20. Jh. gesetzten Datums ausgehend »neuzeitlich« rückwärts gewandt in diese Kulturgeschichte hineingetragen. Geleitet von einem lauten Geschmack und dem Wunsch, die eigene Neuheit auf dem Markt besser platziert zu bekommen … Für eine Lesart der Kulturgeschichte der Rose taugen beide Ebenen oder Motivationen nichts.

Kein »zeitgenössischer« Garten braucht diese Art der Deutung unser Kultur – zumal nicht in dem Zusammenspiel der Vermarktung »zeitgenössischer« Produkte.

Sammelbegriffe lassen sich weder kreuzen, noch verbessern – geschweige vereinen. Wollten wir diese beiden künstlichen Sammelbegriffe tatsächlich »vereinen«, führt es uns zu dem sinnvollen Begriff der Kulturrose. Vergessen wir bei dieser »Vereinigung« die Wildrosen nicht, führt es uns zu dem Begriff Rose selbst …

Fügen Sie noch die Erdbeere, die Birne und den Apfel hinzu … führt dies uns zu einer wahrlich arten- und sortenreichen Pflanzenfamilie, zur Familie der Rosengewächse

Die unsäglichen Gentechnologien heute träumen selbst auf dieser Ebene der Pflanzenfamilien von »Vereinigungen« … wir sollten derlei Unsinn weder in der Sprache, geschweige in unseren Gärten, Parks und Landschaften zulassen.

Geistlose Namensfindungen

Wenn eine Sorte recht bekannt ist, »Weltrose« gar und sehr beliebt ist, werden gerne auch Anknüpfungen an den Name solcher Sorten hergestellt, insoweit der überlieferte Name selbst kein Copyright hat – unabhängig davon, ob Verwandtschaft zwischen diesen Sorten besteht. ‘Eden Rose’ gehört zu diesen beliebten Sorten des Marktes – und so gab es diese Rose alsbald in vermeintlichen Variationen auf dem Markt, anhand diverser Beispiele nachzulesen unter einem ebenfalls beliebten Markt- und Sortenbegriff: Nostalgie.

Ist der konkrete Name einer beliebten Sorte nicht weiter geschützt, werden gerne exakt diese Namen auch für die eigene »Neuheit« genutzt, etwa die bekannte »Moonlight« (Pemberton 1913) findet sich als Klettermaxe® aus 2004 bei Kordes wieder. »Aloha« scheint als Sortenname ebenfalls recht beliebt zu sein; die älteste ‘Aloha’ ist von Boerner aus 1949 – es folgten bis 2003 rund ein halbes Dutzend Rosen unter diesem Sortennamen, Namen, die entweder nicht geschützt (»®«) waren oder deren Schutz abgelaufen ist (in der Regel nach 25 Jahren) und nicht verlängert wurde. Einen guten Überblick zur Sorte ‘Aloha’ bietet HelpMeFind.

Dies sind kleine, übliche Marktstreiche … Werbestrategien … mal mehr, mal weniger harmlos, insoweit es die Prägung unseres Bildes von Rosen angeht.

Der Traum von »Vereinigung«

Die unsäglichste Vokabel aber dieser neuzeitlichen Zucht ist Vereinigung.

Eine »Vereinigung«, die über eine Handvoll Sämlinge auf dem Acker nicht nur einzelne Sorten »vereint«, sondern via Sprachakrobatik ganze Rosengruppen »vereinen« will: Rosengruppen jener beliebigen, zeitlichen Neu-Ordnung rund um »Alt – Modern«. Und als Krone dieser Vereinigungsträume »vererbt« sich hier in vollendeter sprachlicher Dummheit unsere Wahrnehmung von Rosen gleich mit. Im Verkauf funktioniert derlei sogar: Zucht und Vertrieb verankern in unseren Köpfen wortgewaltig deren Bild einer Rose. Herausgekommen ist freilich kein Gemälde von wert, sondern eher eine Werbe-Skizze: Ein strategisch guter Fahrplan für den Umsatz mit Rosen.

Für Garten, Park und Landschaft taugt diese Rhetorik des Marktes und der Literatur nichts, so dass zu hoffen bleibt, die Strategien des Marktes werden in einem kulturhistorischen Rückblick späterer Generationen als das eingeordnet, was sie sind: Rosen-Werbung vergangener Zeiten … also unser Zeit

Rosenkultur betreibt der Rosen-Markt eher nicht. Wenigstens nicht immer zum Guten. Es war immer schon und ist bis heute eine Herausforderung, den Verkauf von etwas in unsere Kulturgeschichte angemessen einzuordnen.

Derzeit wird so getan, als ob jeder Foliant in Hochglanz-Druck aus der Ecke Zucht und Vertrieb Literatur sei – und demnach ein nachhaltiger Beitrag unserer Kultur mit dieser Pflanze.

Dies werden kommende Generationen, wenn wir es nicht schaffen, schon für sich selbst richtig stellen …

Die verarmende Vermarktung der Rose heute führt schließlich dazu, dass »Rose« auf unseren Verkaufstischen nur noch pure Blüte zu sein scheint: im Katalog, im Netz, in der Literatur: Bilder von Blüten, Blüten, Blüten. Da traut man sich gar nicht, einmal eine Frucht oder Laub-Bildchen des Herbstes als »Sortenbild« zu zeigen – oder als »Thumbnail« einen Strauch – aus Sorge, gänzlich vom Markt zu verschwinden … oder neudeutsch: »weggeklickt« zu werden …

Ich darf mich selbst zitieren: Unsere »Gartenrosen« sind reduzierte, »rhetorische« Selektionen aus Zucht und Vertrieb mit deren mächtigen Werbe-Budgets, derlei Unternehmer nehmen Bezug auf eine Vielfalt der Rose, die für so manche »Liebschaft« vollkommen unbekannt ist. Alte Rose … Wildrose? Und nun Modern? Pah! Der Blick des Marktes prägt das Bild der Rose … einer wohl ungehört trauernden »Königin«.

Laub, Frucht, Blühverhalten, Pflege und Verwendung …

Beispiel Laub. Schauen Sie auf das uniforme Laub der aktuellen »Neuheiten«, da bekommt man die Sorten anhand des Laubes nicht mehr auseinander; schauen Sie auf die mangelhafte Beschreibung dieser Rosen hinsichtlich Frucht, Herbstfarben, des Geschmacks von Blüte und des Duftes von Laub und Blütenkelch. »Rose« als pflegeextensives Formgehölz im Garten oder Park: ohne saisonalen Schnitt, ohne Einsatz sogenannter Rosendünger, Stärkungsmittel, Hormone für die Bewurzelung … anstatt eines endständigen Blühens in fortlaufender Bewerbung zu schneidender Triebe im Hochsommer ist ein üppiges Blühberhalten den Trieben entlang im Mai bald schon unbekannt. »Rose« als Schutz- und Nährgehölz im Garten, Park und in der Landschaft … anstatt Wildrosen für diesen Zweck zu pflanzen, werden zweckfreie »Bienenrosen« unter »Copyright« beworben und feilgeboten.

Was die Rosenwelt zu bieten hat, leisten diese Blütenvariationen des »modernen Marktes« kaum mehr. Und was man nicht bieten kann, darüber schweigt man halt gern und lieber … oder frei nach Wittgenstein: Darüber hält man besser den Mund!

Der Rosenmarkt bedient seinen selbst hervorgebrachten und behutsam gepflegten »Mainstream«, aber keine Kultur und keine Ökologie. Er dient sich selbst. Mehr kann halt kein Markt: bewerben und verkaufen … und wir müssen als »kritische Verbraucher« halt zusehen, dass wir das Beste mit unserem Geld machen …

Es wundert nun nicht, dass Zucht und Vertrieb ihr Glück in dem suchen, was die Rose bei uns, dem potenziellen Kunden, auszumachen scheint: Marktanalysen stehen vor der Vermarktung irgendeiner »Neuheit« – und die Bewerbung irgendwelcher Blüten mit den Floskeln rund um Duft und Gesundheit – sowie zeitgemäß rund um »Ökologie« und »Bio« – funktioniert gut …[*]

[*] Eine offen blühende Rosenblüte ist neuerdings »ökologisch wertvoll« und handelsübliche Mittel erhalten irgendein ungeschütztes Etikett namens »biologisch«. Der Markt verarbeitet »Trends« – schaut man genauer hin, entdeckt sich nur überflüssiges Zeugs für eine vermeintliche Gartenkultur und leeres Gerede der Marketer.

Als Ausnahme aus 2010 in der Literatur erscheint das Buch von Reinhard Witt, Naturnahe Rosen. Siehe die Literaturangabe und Kommentierung unter Links [Sprung zum Absatz].

Markttüchtige Blüten-Varianten am Beispiel einer vermeintlichen Verwandtschaft

Frisch auf den Markt als »Strauchrose« gekommen, wuchs ‘Eden ’85’ offenbar dem »modernen« Verständnis eines Strauches folgend zu kräftig. Also galt sie alsbald als »Kletterrose« respektive als »Climber«, obgleich es keine kleiner bleibende Strauchform dieser Sorte gibt: sie wächst halt kräftig. Und wenn Sie die Triebe diese Sorte dann irgendwo festbinden, verwenden Sie diese Rose halt »kletternd«. Es ist eine Verwendungsmöglichkeit, jedoch keine Eigenschaft dieser und all der anderen Rosen in der jeweiligen Ordnung des Marktes …

So läuft ‘Mini Eden Rose’ bei HMF als großblumige Miniatur – und um 250 cm hoch, wenn Sie wollen. Can be trained as a climber. So weit HMF: Sie können diese »Miniatur« klettern lassen – oder verwenden, wie Sie wollen …

‘Red Eden’ und ‘Blue Eden’ sind vermeintlich weitere Blütenfarben-Varietäten der beliebten ‘Eden Rose’: Verwandt aber sind sie allesamt nicht. Der Name ‘Eden Rose’ ist bekannt und taugt für jede Art der Vermarktung … und so ist es dem Markt nur lieb und billig, dass manche Liebhaberei hier willig mitgeht und Verwandtschaften sieht, wo keine sind.

Bald erstaunlich, dass dieser Markt noch keine ‘Yellow Eden Rose’ erfunden hat …

Von der Blüte her erscheint ‘Eden ’85’ manchem wie eine »Edelrose«; in ihrer Ahnenreihe findet sich sodann auch so manche Hybrid-Tea – und wäre ihr Wuchs kleiner, um 100 cm herum, schlank, aufrecht … sie würde schlicht als »Edelrose« in unseren Ordnungen stehen – und in unseren Gärten.

Es ist die Frage, welche Gene durchschlagen, um solche »Neuheiten« für den Markt zu ordnen – überreichlich Auswahl an Genen haben solche Sorten ja. Also klassifiziert man sie praktisch oder zweckorientiert (»Edel-, Beet-, Bodendecker-, Kletterrose«). Anstatt in diesem Sinne praktisch oder zweckorientiert könnte man auch verkaufsorientiert oder kundenorientiert sagen – orientiert an einen solventen, zielführenden Mainstream. Mit Verlaub: bescheiden kritische Kunden mit Geld in den Taschen sind für Zucht und Vertrieb die interessantesten Rosenliebhaber/-innen. Die wichtigste »Zielgruppe« also, wie man es neudeutsch auch gerne sagt.[*]

* Da erfindet der Vermarkter sogar den »echten« Liebhaber, der – anstatt die »verbesserte Neuheit« zu pflanzen – doch tatsächlich noch irgendwelche »Alte Rosen« kultiviert! In diesem Vokabular und dieser Denkart freilich, sehr geehrter Herr Austin und Nachahmer, wird es mit einer Kultur dieser Pflanze nie etwas werden …

Mein Vorschlag: Besuchen Sie, Herr Austin und Partner, einmal meinen Rosengarten und erzählen mir vor Ort – ohne rot im Gesicht zu werden – etwas über »Verbesserungen und Vereinigungen« bei Rosen!

Die Marktlücke »Kletternde Edelrosen« erfinden – lieber Rosenmarkt: Warum nicht …?

Dieser Markt könnte, neben der schon bestehenden offiziellen Ordnung von »Kletternden Zwergrosen«, weiter erfinderisch sein und derlei wie »Kletternde Edelrosen« aus dem Hut zaubern; verwundern würde es mich nicht. »Edelrosen« sind immerhin seit Jahrzehnten die beliebteste Rosenklasse …

»Kletternde Edelrose« – wohlgemerkt, nicht als »Sport« einer (klein bleibenden) Edelrosen-Sorte, sondern als – halt wieder einmal auf die Blüte fokussiertes – Zuchtergebnis: Eine neue Kreation des ach so regen »Neuheitenmarktes«.
Das Erscheinungsbild von Blüten zu mehreren beisammen an einem Trieb hindert heute ja auch niemand mehr, diese beliebte Klasse der »Edelrosen« für die Einordnung einer »Neuheit« zu bemühen, wenn es denn von der Einzelblüte gesehen irgendwie zu passen scheint … »Edelrosen-Blüten« sind halt sehr beliebt und jede »Neuheit« finden gewiss Beachtung, wenn nur »edel« geordnet – und getauft …

Ich würde bald wetten, dass diese imaginäre Rubrik »Kletternde Edelrosen« zur zweitliebsten Rubrik des Marktes aufsteigen könnte …

Den Blick schulen … auf Rosen und Werbung

Die arme »Weltrose« ‘Eden ’85’ alias ‘Pierre de Ronsard’ stehe hier stellvertretend als Einladung, den Blick auf alle »Neuheiten« der aktuellen Zucht und des Verkaufs zu schärfen.

Ich lade Sie herzlichst dazu ein, zum Beispiel alle Rosenblüten des Marktes einmal bewusst und gänzlich zu ignorieren, um sich voll und ganz auf den vermeintlichen »Rest« zu konzentrieren. Dies wäre auch ein Weg, Rosen zu entdecken …

Diese – den Blick durchaus weitende – »Ignoranz« könnten Sie auch bezüglich der Klassifikationen der Rose üben, bezüglich der Namensgebungen, bezüglich der Werbung … und so mancher Literatur.

Beispiel ‘Carefree Beauty’ – da fragt das Kind nach seinen »wirklichen Eltern« …

‘Appeljack’ (Buck 1962) x [[‘Dean Collins’ (Grandiflora, Lammerts 1953) x Queen Elizabeth (Hybrid Tea, Lammerts 1954)] x [‘Independence’ (Floribunda / Polyantha, Kordes 1951) x ‘Improved Lafayette’ (Floribunda, Smith 1935)]] x ‘Prairie Princess’ (»Strauch«, Buck vor 1967)

Die Ahnenreihen dieser beteiligten Eltern-Sorten lesen sich nicht leichter. ‘Carefree Beauty’ läuft entsprechend (hilflos oder einfallslos zu nennen ) unter »shrub« (»Strauch«), was im »Zweifelsfalle« und damit botanisch gesehen bei Rosen stets stimmig ist: Rosen sind Sträucher.

Wie aber auch sonst will die Klassifikation solche Sorten eindeutig ordnen? »Kletternd« können Sie diese Sorte freilich auch verwenden – so wird sie auch verwendet. Also, wie wäre es mit einer weiteren Rubrik für eine marktorientierte »einfache« Ordnung namens: »Kletternde Strauchrosen«? Warum nicht! Offiziell gibt es schon die erwähnte »Kletternde Zwergrose« – weil man genetisch hier noch einiges zu ordnen weiß, phänotypisch aber nichts passt. Patio- alias Zwergrosen, die »klettern«? Ein wahrlich gelungener Schildbürgerstreich der Klassifikation … beliebig ausbaufähig.

So ordne ich auch diese Rose hier bündig unter »genetisches Gemenge« verschiedener Rosensträucher. Malen Sie sich selbst irgendein Bild dieser Rosen … Machen Sie mit solchen Rosen in Ihrem Garten, was Sie wollen … und was soll ich sagen, diese beiden Vorhaben gehen wunderbar!

Beispiel ‘Schloss Seußlitz’ – Wer nicht suchen will, findet auch nichts …

‘Frau Karl Druschki’ (Remontant-Rose) x ‘Harison´s Yellow’ (Foetida-Spinosissima-Hybride) sind als Eltern angegeben.

Man könnte diese Strauchrose salopp als »Kletterrose« anbieten; sie eignet sich zum Anbinden gut. Sie könnte aber auch als »Remontant-Rose« laufen, wenn – gemäß einer Regel – für die Zuordnung die Mutter bemüht wird. Als »Kreuzung aus einer Wildrosen-Hybride« wäre sie auch gut geordnet …

Beide Elternteile haben komplexe Stammbäume, insbesondere die Mutter ‘Frau Karl Druschki’. Gene verschiedenster Ahnen also sind in dieser Rose zu finden, eine klare, plausible Einordnung in eine (genealogisch wie gartenpraktisch) brauchbare Klasse, fällt schwer – und eine mögliche Verwendung solcher Sorten macht keine Ordnung in der Rosenwelt: »Kletterrose«? Die können Sie auch als »Heckenrose« nehmen, als »Solitär-Strauch« – oder unter »Parkrosen« finden, Ordnungen, die ebenfalls auf dem Markt kursieren. Haben Sie keinen »Park«, sondern einen (größeren oder großen oder mittelgroßen) Garten (oder einfach noch Platz), können Sie diese »Parkrosen« für sich profan als »Gartenrosen« denken und entsprechend verwenden … wie dann auch immer.

Eine Ordnung soll den Überblick sichern – nicht aber Ihren Blick fokussieren bei der Gestaltung Ihres Gartens

»Bodendecker«, »Beetrosen« sind wie »Kletterrosen« und derlei keine brauchbaren Begriffe für eine kreative Gartengestaltung – zumal nicht mittels der Vielfalt, die bei der Rose von »wild« bis zur neuzeitlichen Zucht zu finden ist. Der Markt will es Ihnen mit diversen Begrifflichkeiten leicht machen, Ihnen bei der Sortenauswahl »helfen«, wenn man es wohlwollend sieht, einfach machen halt – um gut und besser verkaufen zu können.

Aber die Rosenvielfalt ist nicht »einfach«. Und wer sagt denn, dass Sie es sich »einfach« machen sollen?

Abgesehen von Ihrem Beitrag – den Sie schon leisten müssen – forschend, nachfragend und via Planung Ihr Grün im Blick zu behalten, sind die frei erfundenen Begriffe des Marktes für die Gestaltung Ihres Gartens eher zu meiden; sie sind weder hilfreich, noch »einfach« – im Gegenteil, sie sind furchtbar kompliziert und reduzieren den Blick auf Rosen auf für diesen Markt brauchbare und »einfach« anzupreisende »Eigenschaften«.

Anders formuliert: Ich werde Ihnen niemals »Beetrosen« anbieten, die Sie dann in Ihr »Beet« pflanzen, keinen »Bodendecker« der Rosen, mit denen Sie den Versuch starten, den »Boden zu bedecken« – und ich biete Ihnen auch keine Rosen-Gehölze als »Kletterrosen und Rambler« an. Derlei pflanzen Sie mal als Strauch und nehmen aus der (überflüssigen) Kategorie »Strauchrosen« irgendeine geeignet erscheinende Sorte für Ihr kletterndes Vorhaben mit Rosen … sei sie definiert »alt« oder »modern« … oder gar »wild«.

Rosenmarkt ist nicht gleich Rosenkultur – und diese Einsicht beginnt schon bei der Planung Ihres eigenen Gartens

Kurzum, »einfach«, mache ich es Ihnen nicht. Die Vielfalt der Rose und der Gärten funktioniert so nicht. In meinen Garten wenigstens pflanze ich derlei Rubriken des Marktes nicht – nie und nimmer!

Verbesserungen … Vereinigungen … innovative Kreationen … – derlei bewerbe und pflanze ich schon mal gar nicht!

Die Palette der Eigenschaften der Rosen aus 2500 Jahren Kulturgeschichte und einigen Millionen Jahren Evolution? Die sind bücherfüllend … und damit auch der Einsatz von Rosen im Garten, Park und Landschaft – und nach Ihrem eigenen, möglicherweise stets zu prüfenden und zu entdeckenden Geschmack …

Wer nicht suchen will, findet auch nichts …

… und bekommt am Ende den Garten, den er verdient.

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