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Empfehlungen für das Pflanzen von Rosen

Handskizze zum Rosenseminar Rosen veredeln

Die wichtigsten Regeln für die Praxis des Pflanzens von Rosen.
Wer es genauer wissen will, lese anschließend weiter.

Wenn Sie Ihre Rosen bei mir abholen, erläutere ich das Einpflanzen ohnehin. Auf Wunsch schneide ich Ihre Rosen pflanzenfertig. Konkrete Fragen zu Ihrem Boden klären wir vor Ort.

Inhalt


Für das Pflanzen Ihrer Rosen folgende Empfehlungen

  1. Rosen vor dem Pflanzen 3 bis maximal 12 Stunden (über Nacht) wässern.
  2. Triebe und Wurzeln kürzen. Triebe etwa auf Handlänge. Die Wurzeln können etwas länger als die Triebe bleiben.
    Kräftige Wurzeln etwas gestuft kürzen (so hat jede Wurzel etwas mehr Platz im Boden).
    Die feinen Faserwurzeln lassen Sie weitgehend; gegebenenfalls zu dichte Faserwurzeln etwas auslichten, zu lange Faserwurzeln ebenfalls kürzen.
  3. Pflanzenloch tiefer ausheben als die Wurzeln lang sind. Die Wurzeln dürfen beim Einsetzen der Rose nicht knicken.
    Aushub des Loches lockern. Die Erde im Grund des Loches sollte auch gelockert werden. Ist die Erde im Grund des Loches trocken, etwas Wasser einfüllen und kräftig einmischen.
    Arbeiten Sie nur mit Ihrem Gartenboden (nichts hinzufügen: keinen Dünger, keinen Kompost, keine Blumenerden, keine Hornspäne, keine »Bodenverbesserer« und derlei).
  4. Die wurzelnackte Rose ins Pflanzenloch halten:
    – bei veredelten Rosen so tief, dass die Veredelungsstelle (der Bereich, wo die Triebe herauskommen) gut zwei Fingerbreiten in die Erde kommt (vergleiche Abbildung oben). Dies gilt für wurzelnackte Rosen und für Containerrosen.
    – bei Rosen auf eigenen Wurzeln (wurzelecht) kann die Rose ebenfalls etwas tiefer eingesetzt werden.
    Sie können sich als Hilfe eine Holzlatte oder derlei über das Pflanzenloch legen; dann sehen Sie die Oberkante des umliegenden Erdreiches besser.
    Achten Sie darauf, dass beim Einsetzen keine Wurzeln umbiegen oder nach oben weisen.
  5. Erde Stück für Stück auffüllen, dabei um die Wurzeln herum gut verteilen und andrücken.
  6. Satt gießen (etwa eine halbe bis ganze Gießkanne in Intervallen) – das sogenannte Einschlämmen.
  7. Häufeln Sie die Rose zum Schluss mit umliegender Gartenerde zusätzlich an; die Triebspitzen schauen noch gut raus.
    Das Anhäufeln schützt die Rose vor Austrocknung (Sonne, Wind).
    Diese angehäufelte Erde können Sie im zeitigen Frühjahr wieder entfernen.

Fertig! – Es macht allerdings noch Sinn, wenn Sie ein Etikett mit dem Namen der Rose anbringen. Rosennamen gehören zur Kultur dieser Pflanze und bei Rückfragen zur Pflege ist es immer sehr hilfreich, den Namen der Rose verfügbar zu haben.

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Altstandorte

Wollen Sie eine Rose neu auf einen Standort pflanzen, wo schon eine Rose steht oder stand, gelten folgende Regeln:

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Pflege nach dem Pflanzen

a) Ist die Witterung zum Winter über längere Zeit warm und trocken, bitte das satte Gießen bei Bedarf wiederholen.

b) Fügen Sie beim und nach dem Pflanzen nichts zu Ihrem Gartenboden hinzu:
keinen Dünger, keine Hornspäne, keine handelsüblichen »Wurzelhilfen«, keinen Kompost ausbringen.

c) Im ersten Jahr nach Pflanzung brauchen Ihre Rosen keinen Dünger.

d) Falls Ihre Rose im Frühjahr gelblichen Austrieb zeigt, vermuten Sie bitte nicht sogleich einen Mangel oder gar eine Erkrankung!

Wenn Sie später düngen, denken Sie stets vom Boden zur Pflanze: versorgen Sie zuerst Ihren Boden, zum Beispiel mit organischer Substanz (Kompost im Herbst etwa) – damit versorgen Sie ausgewogen und nachhaltig, was in diesem Boden wachsen soll …

Angemerkt sei abschließend: So werden seit Generationen Rosen gepflanzt und Gärten kultiviert.

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Kurze Erläuterungen / Begründung der sieben Schritte des Pflanzens

Der Grundsatz lautet: Ihre Aufgabe ist es, die Bildung von Wurzeln zu fördern.

Beim Pflanzen fängt die Rose wieder von vorne an: Zu viele Triebe – aber auch zu viele, zu lange Wurzeln – erzeugen nur unnötigen Stress. Dies alles will ja versorgt sein!
Für ein ausgewogenes Verhältnis von Triebbereich und Wurzeln sorgt deren Einkürzen auf etwa gleiche Länge; »Handlänge« als grobes Maß hat sich bei frisch gepflanzten Rosen bewährt. Haben Sie sehr kleine Hände, neben Sie anderthalb Handlängen.

Je mehr Wurzeln die Rose bilden kann, desto besser kann die Rose auch Triebe bilden – und folglich einen schönen Wuchs, schönes Laub und viele Blüten und Früchte.

Das Wässern vor dem Pflanzen sorgt dafür, dass die Rose nicht angetrocknet in den Boden kommt.
Im Herbst geerntet, werden die wurzelnackten Rosen in Kühlhäusern gelagert. Die Lagerung in diesen Kühlhäusern erfordert: Dunkelheit, niedrige Temperatur und sehr hoher Luftfeuchte. Die Rose ruht unter diesen Bedingungen. Jedoch hat sie auch unter diesen optimalen Bedingungen einen Grundumsatz – denn sie lebt ja!
Je länger diese Lagerung dauert, desto wichtiger ist das Wässern vor der Pflanzung. Insbesondere Im Frühjahr sollten Sie Ihre wurzelnackten Rosen gut wässern. Drei bis maximal 12 Stunden aber sind stets ausreichend – Gartenrosen sind keine Seerosen!

Das Lockern des Bodens sorgt für eine feine, krümelige Struktur des Bodens. Der Boden schmiegt sich dann besser an allen Wurzeln an und die neu gebildeten Wurzeln haben es leichter, den Boden zu erobern.

Wenn Sie beim Einsetzen der Rose Wurzeln nach oben biegen, kann es sein, dass die Wurzeln zum Spross wachsen. Bei wurzelechten (= auf eigenen Wurzeln wachsende) Rosen weniger ein Problem. Bei veredelten Rosen fördern Sie aber die Ausbildung sogenannter Wildtriebe: Die Unterlage selbst bildet einen Trieb aus. Dies sollte vermieden werden – und sie müssten solche Triebe der Unterlage später (mühsam) entfernen.*

* [Fussnote überspringen]

Grundtriebe und Wildtriebe

Verwechseln Sie aber bitte nicht einen solchen Wildtrieb (der Unterlage) mit einem neuen Grundtrieb (der veredelten Rose)! Im Zweifelsfalle, wenn Sie sich unsicher sind, schauen Sie nach, ob der fragliche Neuaustrieb aus dem Bereich der Veredelung (s. Abb. oben) kommt – oder unterhalb der Veredelung. Neuaustriebe von Rosen sind oftmals andersfarbig als die Alttriebe; mitunter ist auch die Besetzung der Stacheln anders (siehe exemplarisch “Betty”); sind Sie sich unsicher, schauen Sie nach, aus welcher Stelle der fragliche Trieb wächst. Ich schreibe dies hier so deutlich, weil ich Kundenrückmeldungen habe, die erzählen mir, sie entfernen stets alle Triebe, die aus dem Grundbereich kommen. Dies lassen Sie tunlichst sein! Nichts ist wertvoller als ein neuer Basistrieb bei Rosen!
Hinweise, wie man einen Wildtrieb identifizieren könne, sind mit Vorsicht zu genießen. Etwa der »Tipp«, dass mehr als fünf Fieder-Blätter des Laubblattes »wild« sei. Dieser »Tipp« war noch nie richtig! Auch nicht bei »Edelrosen«, von deren frühen Vertreter diese »Regel« wohl stammt: Sie gilt schon seit über 70 Jahren nicht mehr und war sowohl damals als auch heute keine gute Regel! Es wird zu viel in der Literatur abgeschrieben … und manche Volksweisheit ist zwar falsch, jedoch zäh.
Zählen Sie einfach einmal selbst die (unterschiedlichen) Fieder-Blätter an Ihren und anderen Rosen …

Hinweise auf den Einfluss von Unterlage auf den Edelreis finden Sie unter Der Wuchs der Rosen (…).
Siehe dazu auch die allgemeinen Hinweise über Das Veredeln von Rosen mit weiterführenden Links.

[Ende Fussnote]

Das Lockern des Bodens und das anschließende gute Andrücken sind nicht widersprüchlich. Ein feinkrümeliger Boden lässt sich einfach besser um alle Wurzeln herum verteilen und »Luftlöcher«, in denen keine Wurzeln gebildet werden können, werden vermieden.

Das satte Gießen nach der Pflanzung (das sogenannte Einschlämmen) sorgt für eine weitere Verteilung der Erde an die Rosenwurzeln und versorgt die Rose im Herbst ausreichend mit Wasser. Die Wurzeln der Rosen wachsen dann auch im Winter. Im Frühjahr des folgenden Jahres kümmert sich die Rose dann um ihre Triebe.

Im Frühjahr gepflanzt, muss die Rose beides gleichzeitig schaffen: Die Ausbildung von neuen Wurzeln und von neuen Trieben. Hier muss eine gute Wasserversorgung während der Saison gewährleistet sein. Gießen Sie dann bei Bedarf satt, damit die untersten Wurzeln das Wasser abbekommen.

Mäßiges und häufiges Gießen »im Vorbeigehen« indessen fördert bei Rosen nur die Ausbildung von (empfindlichen) Oberflächenwurzeln.*

* [Fussnote überspringen]

Schneiden für bessere Wurzeln …

Eine Herbstpflanzung ist der Regel nach vorzuziehen. Gut ausgebildete Wurzeln des Winters versorgen den frischen Austrieb im Frühjahr.

Wenn Sie im Frühjahr wurzelnackte Rosen pflanzen wollen, hilft es der Rose, sich gut zu entwickeln, wenn Sie deren ersten Austrieb schneiden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Ihnen der erste Austrieb schwach erscheint und das Laub etwas fahl. Dieser Austrieb versorgt sich dann oftmals aus den alten Trieben, anstatt aus den Wurzeln; dieses Phänomen kennen Sie möglicherweise: Entwurzelte Bäume oder abgebrochene Äste treiben oftmals noch aus – obgleich keine Wurzeln vorhanden sind. Dieser Austrieb wird dann ebenfalls aus den Alttrieben versorgt. Auf kurz oder lang stirbt dieser Austrieb wieder ab, weil keine dauerhafte Versorgung durch Wurzeln gegeben ist.

Schneiden Sie also die frisch im Frühjahr gepflanzte und austreibende Rose, stockt sie kurzzeitig im Triebbereich, wurzelt aber weiter. Lassen Sie bei diesem frühen Schnitt nur zwei bis drei Blattachsen stehen. Obgleich Sie keinen unmittelbaren Vergleich haben, sei vorausgesagt, dass sich diese Rose übers Jahr dann besser und kräftiger entwickelt.
Siehe dazu Der Rosenbauer und sein Vermehrungsacker (…).

[Ende Fussnote]

Das zusätzliche Anhäufeln der frisch gepflanzten Rose schützt den Triebbereich vor Sonne und Wind. Eine für Ihre Lage frostfeste Rose vorausgesetzt, macht Sonne und Wind Probleme, nicht die Kälte!

Wind und Sonne trocknen aus. Was wir von unserer Haut kennen, gilt auch für die jungen Triebe frisch gepflanzter Rosen. Das Anhäufeln im Herbst wie im Frühjahr also gibt noch etwas zusätzlichen Schutz vor Sonne und Wind.
Übertreiben aber sollten Sie es auch hierbei nicht, insbesondere bei schweren Böden ist ein »Hügelgrab«, bei dem die Rose nicht mehr zu sehen ist, schlicht übertrieben. Rosen wollen gepflanzt, nicht begraben werden …

Fügen Sie Ihrem Gartenboden beim Pflanzen nichts bei!

Frischer Kompost etwa zu tief ins Pflanzenloch gebracht verrottet und schadet den jungen Wurzeln. Mineralischer Dünger verbrennt ebenfalls die jungen Haarwurzeln – bestenfalls fördert er das Ausbilden von Wurzeln im oberen Bereich, wo der Dünger halt liegt oder eingearbeitet wurde. Die Rose aber soll tief einwurzeln und somit ihrer Natur gemäß eine Pfahlwurzel bilden. Dünger im Pflanzenloch fördert diese Wurzelbildung nicht.

Bei sehr sandigen Böden hilft nur eine entsprechende Sortenauswahl, ebenso bei sehr fetten (lehmig-tonhaltigen) Böden. Letzteren mögen eine Vielzahl von Rosen! Lokale »Bodenverbesserungen« indessen nützen nichts, etwa das Beimengen ins Pflanzenloch von Sand bei fetten Böden oder von Lehm bei leichten Böden: Derlei bringt der Rose nichts. Rosen sind tiefwurzelnd. Solche Beimengungen verschwinden ohnehin im Erdreich im Laufe von ein bis zwei Jahren. Dies gilt auch für das Substrat sogenannter Container-Rosen (Rosen in Verkaufstöpfen).
Siehe dazu weiter unten: Was Sie bitte beim Pflanzen nicht machen.

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Wenn Sie nicht sofort pflanzen können – das Einlagern von Rosen

Dies müssen Sie schon tun, wenn Sie im Herbst oder Frühjahr nicht sofort pflanzen können: Loch ausheben, Boden lockern, wurzelnackte Rose hineinlegen, Boden wieder auffüllen, so dass nur noch die Triebspitzen der Rose zu sehen sind, Boden gut andrücken, satt gießen. Im Herbst zusätzlich mit Laub, Stroh und / oder Gärtnerfließ abdecken (keine Folien und derlei verwenden). Im Herbst können Rosen (auch gebündelte Ware) auf diese Weise überwintern.

Bei Bodenfrost: Einen Platz im Garten suchen, der vor Wind und Sonne geschützt liegt. Rose flach auf den Boden legen. Handelsübliche Gartenerde / Blumenerde üppig auf die Rose häufeln und andrücken; die Rose muss vollständig und hügelartig bedeckt sein. Die Erde muss feucht sein. Anschließend üppig abdecken mit Laub, Stroh und / oder Gärtnerfließ. Keine Folien! Sobald eine frostfreie Periode sein sollte, sollten Sie die Rose pflanzen oder wie im vorherigen Absatz beschrieben in Ihren Gartenboden einschlagen. Sobald kein Frost ist, können Sie dies auch im Dezember oder Januar erledigen.

Was Sie beim Einlagern nicht machen: Lagern Sie Ihre Rose nicht in Gebäuden (Keller, Garage, Carport). In Gebäuden ist es in der Regel zu warm (Keller), die Temperaturschwankungen zu groß (Garage) und die Gefahr des Trockenwerdens der Rose erhöht. Die Rose sollte auch beim Einlagern stets Kontakt zu Ihrem Gartenboden haben und draußen überwintern.

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Was Sie bitte beim Pflanzen wurzelnackter Rosen nicht machen

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Anmerkung zum Pflanzen von Containerrosen (Besonderheiten)

Das Substrat von Container-Rosen ist kein Gartenboden und in der Regel (überwiegend) Torf oder auf Torfbasis. Damit die Wurzeln der Rose in diesem Topfsubstrat einen leichteren Übergang in Ihren Gartenboden finden und tief wurzeln, sollten Sie im Pflanzenloch (torffreie) etwas Blumenerde oder vergleichbares, gänzlich abgelagertes Material einmischen. Es kann auch gebrauchte Blumenerde sein (insofern darin keine Verwandtschaft der Rose stand).
Diese Beimengung und Anpassung von Container-Substrat und Gartenboden ist beim Pflanzen wurzelnackter Rosen unnötig.

Wässern Sie die Containerrose am Vortag satt; bei Bedarf (trockener Topf), wiederholen Sie dieses satte Gießen in kurzen Intervallen, bis das Substrat gesättigt ist. Wasser, das unten aus dem Topf läuft, ist keine Gewähr, dass auch das Substrat gesättigt ist! Im Zweifelsfalle, heben Sie den Topf kurz an – er muss merklich schwerer als zuvor sein …

(Mehrstündige) Wasserbäder – wie mitunter zu lesen – lassen Sie bei Container-Rosen sein. Ein sattes Gießen am Vortag genügt! Niemand fasst gerne ein zu Schlamm gewordenes Substrat an – und insbesondere bei Container-Rosen im Frühjahrsverkauf sorgt ein solches Wasserbad dafür, dass die Erde einer profanen Physik folgt: sie fällt von den jungen Wurzeln ab (dann könnten Sie auch gleich wurzelnackte Rosen pflanzen!). Sie müssen ohnehin nach dem Pflanzen von Container-Rosen das Gießen beibehalten, insbesondere während der Saison.

Wässern Sie also diese gepflanzte Container-Rose bei einer Frühjahrspflanzung bei Bedarf regelmäßig satt. Denn: »moderat« gegossen heißt bei Rosen schlecht gegossen. Sie fördern nur die Ausbildung von Wurzeln im oberen Bereich …

Bei einer Herbstpflanzung von Containerrosen

Sie müssen auch im Herbst darauf achten, dass bei milden Temperaturen der Pflanzenballen von Containerrosen im Boden nicht antrocknet: Torf oder allgemein Container-Substrate trocknen schneller aus als die umliegende Gartenerde.

Leider sind die Substrate von Container-Rosen auch im Herbst oftmals reichlich mit Dünger besetzt; dies fördert nicht unbedingt das Einwurzeln der Rose in Ihren Boden, insbesondere nicht bei einer Herbstpflanzung.

Sofern der Wurzelballen es erlaubt, entfernen Sie durchaus dieses Substrat samt Dünger etwas vom Ballen. Bei stark durchwurzelten Container-Rosen müssen die den Ballen sogar ordentlich auflockern. Dann können Sie auch von der Erdscheibe oben im Topf etwas Substrat entfernen; dort liegt meistens der Dünger der Baumschulen als sogenannter Punktdünger, insofern die Rose in der Saison nachgedüngt wurde. Kürzen Sie bei der Herbstpflanzung den Triebbereich von Containerrosen ein.

Theoretisch sollte der Dünger – in der Regel ein Langzeit- oder sogenannter Depotdünger – in den Containern bis zum Herbst aufgebraucht sein; unabhängig davon, ob ihm Frühjahr einmalig ausgebracht mit langer Wirkdauer oder als Nachdüngung ausgebracht nach der Hauptblüte der Rose. Der Verkäufer der Container-Rose aber kann auch nicht hellsehen. Kühler Sommer: Es wird weniger Dünger freigesetzt. Warmer Herbst: Der Dünger, der eigentlich schon verbraucht sein sollte, wird aktiviert. Für den Verkauf stets förderlich, ist eine »unzeitgemäße« Düngung für das Pflanzen eher hinderlich.
Gärtnerisch betrachtet hat sich das Pflanzen wurzelnackter Rosen seit Jahrhunderten bewährt – und es ist auch dem natürlichen Wurzelverhalten der Rose angemessener.

Falls Sie Rosen zum Herbst bestellen, kaufen Sie wurzelnackte Rosen! Containerrosen sind insbesondere im Herbst ökonomisch, ökologisch und pflanzentechnisch gesehen nur nachteilig!
Ökologisch gesehen sollte schließlich Torf weder im Garten noch bei der Produktion und dem Vertrieb von Pflanzen verwendet werden. Die Praxis ist leider eine andere.

Wie ich selbst Containerrosen im Herbst pflanze

Ich kaufe jedes Jahr für den Herbst Rosen zu. »Neue Sorten« halt. Mitunter bekomme ich statt der gewünschten wurzelnackten Rose als »Ersatz« eine Containerrose aus der Saison oder eine Rose in Substrat-Töpfen, von denen es heißt, dass diese Substrat-Töpfe durchwurzelt werden und in der Erde verrotten.

Die Anleitungen ignoriere ich, die für das Pflanzen von Containerrosen kursieren oder mitunter als Handzettel der Lieferung beiliegen; besonders im Herbst ignoriere ich diese Anleitungen. Die Rosen aus Töpfen – insbesondere diese in diesen Substrat-Töpfen – pflanze ich nie blind in den Garten, ohne zuvor einen Blick auf die Wurzeln geworfen zu haben.

Zuerst entferne ich den Pott, egal welchen, dann das Substrat; insbesondere den Punktdünger im Substrat, sofern vorhanden. Der Rest des Ballen tauche ich mehrmals kräftig schüttelnd in ein Wasserbad. Danach bleibt nicht mehr viel vom »Substrat« an den Wurzeln. Je nach Zustand der Wurzeln schneide ich den Triebbereich: Die Wurzeln sind mager, dies heißt dann, Triebe kurz schneiden. Die Wurzeln sind brauchbar – nur atypisch durch den Pott gekringelt und viel zu dicht – dann heißt es, dieses Wurzelwerk auslichten und gestuft kürzen. Denn so wie in diesen Töpfen wurzeln Rosen im Garten nicht …
Auch hierbei: Triebe kürzen!

Nach diesem Prozedere halte ich in meiner Hand: eine wurzelnackte Rose! Die pflanze ich dann auch wurzelnackt wie oben beschrieben.

Mitunter ist so wenig Wurzelwerk an den Rosen aus den Töpfen, dass ein solches, rabiat erscheinendes Vorgehen Pflicht wird, soll die Rose anwachsen:

Rosen in und aus Substrat-Töpfen
Rosen in und aus Substrat-Töpfen. Mitunter zu stark »durchwurzelt« … mitunter aber auch derart wie auf dem Foto: eine ziemlich dreiste Ware! Als wurzelnackte Rose kann man derlei nicht verkaufen, ohne seinen Ruf zu gefährden!

Meine Erfahrung damit ist die: Mein rabiates Vorgehen ist nicht immer, jedoch häufig genug notwendig, damit das Zeug wächst! Und in allen Fällen schadet es nicht und ist besser, als wenn ich »behutsam« den Substrat-Topf um die Wurzeln belasse oder die Rose »behutsam« aus dem Kunststoff-Container hebe und ins Pflanzenloch setze.

Sehe ich den Zustand der Wurzeln nicht, pflanze ich »auf gut Glück« … und ist diese viel gepriesene »Durchwurzelung« von Rosen in Containern schon so weit, dass nur noch ein Wurzelknäuel zu sehen ist, kann man derlei nicht einfach in den Gartenboden setzen! Das wird nichts! Diesen Knäuel bekommt die Rose im Gartenboden nur schwer neu sortiert!

Jedes Jahr bekomme ich sodann auch Anfragen, warum ausgerechnet die Containerrosen nicht gut zu wachsen scheinen. In Gedanken (mit Verlaub) antworte ich: Fragen Sie doch da nach, wo Sie die Containerrose gekauft haben! Aber dies denke ich nur leise …

Da ich selbst über Jahre Containerrosen produziert und vertrieben habe, antworte ich im Sinne dieses Textes hier.

2018 bekam ich zwei Zusendungen von Rosen aus solchen Töpfen, von denen es hieß, sie wachsen im eigenen Boden wohl nicht und man wolle sie lieber verschenken – auf dass sie einen geeigneteren Platz finden.
Dies ist natürlich sehr nett! Von der Kultur dieser Pflanze aus betrachtet mehr als löblich!

Ein Herr aus Kleve äußerte in seiner E-Mail an mich den Verdacht, dass seine fragliche Rose möglicherweise bei ihm nicht so recht werden wolle, weil er beim Roden der Rose für den Versand dieser Rose an mich festgestellt habe, dass diese Rose den alten Containerbereich in ihrem Wurzelballen auch nach zwei Jahren noch nicht wirklich verlassen habe.

Die daraus folgende Regel ist einfach und sei wiederholt: Fördern Sie das Einwurzeln der Rose in Ihren Gartenboden. Und das machen Sie am nachhaltigsten, indem Sie Ihre nackten Rosen im Herbst in Ihren Gartenboden setzen, satt gießen – und alles andere weglassen!

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