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Rosen­krankheiten und Befall bei Rosen

Vorbeugen
ist
die beste Medizin.

– Aber bitte ohne »Giftspritze« …

Falscher Mehltau im Rosenblatt Falscher Mehltau oder Sternrußtau? – Genau hinsehen ist angesagt …

Rosenlaub mit Schlagflecken und Herbstlaub Einige Schlagflecken vom Wind (braune Stellen) und herbstliches Laub. – Natürliches und gesundes Laub einer Rugosa.


Inhalt


Grund­sätzliches

Das Wichtigste vorweg: Spritzen Sie bitte Ihre Rosen nicht! Wenigstens nicht vorbeugend. Nehmen Sie vorbeugend Medikamente ein? Warum dann die Rose?

Die Bücherregale über mögliche Erkrankungen bei uns Menschen dürften enzyklopädisch lang sein. Am Ende dieser Regale steht ein kleiner Band [1], unscheinbar in DIN-A5-Format – und dieses Büchlein enthält alle Rosenerkrankungen und Befall-Arten der Rose.
Die möglichen Erkrankungen der Rose sind überschaubar und die möglichen Schäden durch Tiere aller Art auch. Und die Regel sowohl all dieser Krankheiten bei uns als auch bei der Rose ist nunmal:

Medikamente werden eingesetzt, wenn erste Symptome sich zeigen oder die Krankheit da ist.

»Pflicht« aber ist ein Einsatz von Medikamenten bei Rosen nicht. Eine Gartenkultur ohne Einsatz von Spritzmitteln ist nicht nur denkbar, vielmehr wünschenswert – auch bei möglichem Befall und Krankheit. »Pflicht« ist, die Ursachen von Krankheiten zu (er-)kennen – und nicht das Wissen über Preise und Wirkweisen der Spritzmittel [ Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis 2015, BVL]. Wer wissen will, was der Rose gut tut und was nicht, ist auf dem besten Wege. Ein guter, einfach zu merkender Leitgedanke ist:

Gärtnern heißt sparsam sein und verantwortungsvoll zu handeln.

Überspitzt gesagt: Wir brauchen keine pharmazeutische Ausbildung [PDF-Datei] und kein üppiges Budget, wenn wir unsere Gärten bestücken und Rosen pflanzen.

Dies betrifft auch die handelsüblichen sog. Stärkungsmittel: selten für die Rosenkultur sinnvoll.

Weil diese Stärkungsmittel zunehmend zum Einsatz kommen, gleich ob sie im Garten selbst hergestellt oder auf dem florierenden Markt für solche Präparate gekauft werden, sei eine Anmerkung zu diesen Mitteln vorangeschickt.

Diverse Mittel des Marktes für Rosen im Überblick:

Dabei ist der Grundsatz zu diesen Mitteln einfach:

Ein Rosengarten braucht diese Mittel nicht.

Sowenig wie ein Garten mit Bäumen, Gräsern, Stauden oder Sommerblumen.
Rose indessen impliziert heute rasch den Gedanken, dass Spritzen zu deren Kultur gehöre.
Das ist natürlich Unsinn.

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Etwas ausführlichere Gedanken zu Stärkungsmittel [BVL]

Ackerschachtelhalm-Brühe oder Brennnessel-Jauche sind keine Medikamente; es sind eher Stärkungsmittel. Ähnlich einem Hochleistungssportler mit einem erhöhten Bedarf an Eiweiß, können diese Stärkungsmittel unterstützend eingesetzt werden, wenn man meint, dass die natürliche Versorgung mittels einer ausgewogenen Ernährung den (erhöhten) Bedarf nicht deckt.

Verbraucht ein Sportler mehr an Eiweiß als er mittels Nahrung wieder zu sich führen kann, mag er das eine oder andere Präparat zusätzlich essen, trinken – oder wie auch immer aufnehmen. Rosen gehören zwar in die Gruppe der sogenannten Starkzehrer, mit einem hohen Bedarf an Nährstoffen; produzieren sie doch fortlaufend neue Triebe, Blüten, Früchte.

Jedoch gibt es unter der Rose auch genügend Kandidaten mit einem mittleren und auch geringen Bedarf an Nährstoffen.

Solche Rosen sind genügsame Gesellen, die gerne auch verwildern und mit dem prima zurecht kommen, was sie vor Ort vorfinden. Sie mögen es gar nicht, allzu sehr verwöhnt zu werden. In der Topfkultur natürlich schon, im Garten indessen nicht. [*]

* Rosa serafinii mag es mager, auch im Topf. Einen ganzen Satz dieser Rose habe ich via Düngergaben und zusätzlichem Wasser im Topf zu Tode gepflegt; sie mochte weder das fette Container-Substrat noch meine besorgten zusätzlichen Wassergaben.
Beim Umzug und Auflösung der Rosenschule zwecks Aufbau des Gartens pflanzte ich alle Rosen auf eine umgeworfene Mager-Wiese; die modernen Sorten mochten dies nicht; diese Rosa serafinii indessen blühte regelrecht auf!
Es ist nicht üblich, in der Containerkultur sorteneigene Unterschiede zu machen; in einem Substrat kommen alle Rosen, auf eine gemeinsame Fläche mit der ein und derselben regelmäßigen Wassergabe. Es verwundert mich im Nachhinein nicht, dass Rosa serafinii (und andere Kandidaten) in der Topfkultur kaum angeboten werden: zu kompliziert.
Im Garten indessen sind manche dieser Sorten wunderbar …

[Ende Fussnote]

Ist der Bedarf an Nährstoffen bei einer Sorte indessen hoch – wie bei den meisten Rosen aus der Gruppe der Modernen Rosen – genügt aber auch hier eine gute, reichliche, ausgewogene Verköstigung! Stärkungsmittel per Gieß- oder Spritzverfahren auszubringen, tut selten Not.
Es mag zum Einsatz kommen, wenn zum Beispiel die ausgebrachten (granulierten) Dünger etwa witterungsbedingt nicht gut gelöst werden und der Rose entsprechend auch nicht aktuell verfügbar sind – Stärkungsmittel sind kurz aber effizient wirkende Düngemittel. Sind jedoch Standort und Kulturmaßnahmen in Ordnung, brauchen selbst die modernen Fressmaschinen der Rosenwelt ergänzend zur zünftigen Tagesmahlzeit keine zusätzlichen Mittel.

Einen Hochleistungssportler unter den Sorten, mit einem Bedarf an Futter höher noch als der eines Starkzehrer, gibt es in der Rosenwelt nicht.

Ackerschachtelhalm-Brühe, Brennnessel-Jauche und dergleichen schaden freilich auch nicht, insoweit nicht übertrieben im Einsatz. Vor und mit dem Aufgehen der ersten Blüten in der Saison ist der sog. Befalls-Druck bei Rosen leicht erhöht; hier mag man je nach Standort und Sorte überlegen, ob ein Einsatz von Stärkungsmittel einem sinnvoll erscheint. Nur ein regelmäßiges, etwa alle 14 Tage erfolgendes Ausbringen solcher Mittel unterlassen Sie besser, insbesondere solcher Mittel, die über das Blatt aufgenommen werden. Und bei einigen Rosensorten lassen Sie bitte solche über das Blatt wirkende Mittel ganz weg, denn manche Sorten nehmen das Ausbringen solcher Mittel dann doch übel. Rugosa gehören dazu. Jedoch gilt für Stärkungsmittel dieser Art, ob über Gieß- oder Spritzverfahren ausgebracht, was den kleinen Wunderwaffen Bananenschale und dem Kaffeesatz zu recht nachgesagt wird: Es ist schlicht organische Substanz – und die belebt den Boden! Wenigstens dann, wenn diese Mittel nicht nur auf das Blatt treffen, vielmehr den Boden erreichen.

Eine Verbesserung der Bodenverhältnisse ist immer die erste Wahl – und nicht das Ausbringen von Mitteln, die über das Blatt wirken. Rosen mögen einen (mikrobiologisch) lebendigen Boden. Eine satte Handvoll Kompost im Herbst um die Rosen herum eingegrubbert leistet mehr als alle Mittel, die über das Blatt wirken – und dies ganz ohne (kurz wirksame) Wunder oder übel riechende Jauchen.

Gut dosierter Kompost belebt den Boden ausgewogen und nachhaltig.

Stärkungspräparate puschen in der Regel nur kurzfristig das Laub.

Fertige Ackerschachtelhalm-Konzentrate aus dem Pflanzenmarkt sind für eine bequeme Anwendung gemacht, sie stinken kaum mehr und sorgen mit den ergänzend zugefügten Inhaltsstoffen wie Aminosäuren, Schwefel und Kiesel rasch für ein straffes, glänzendes Erscheinungsbild der Rose. Ich mag’s nicht! Denn es ist so wenig natürlich wie das Blattgrün-Spray der Floristen.

»Siapton«, Varianten des »Vitanal« oder gar die sog. »Rosen-Aktiv-Tropfen« etwa sind Mittel, die häufiger empfohlen werden und gerne auch von Baumschulen auf das Laub der Pflanzen ausgebracht Wundersames leisten sollen, was die Rose selbst und das Gärtnern mit ihr offenbar nicht mehr vermag: ein gesund aussehendes und gesund bleibendes Laub, eine ausreichende Wurzelbildung und eine üppige Blüte.

Es sind Wundertüten! Und im Verkauf ein unausgesprochener Appell an die ewige Illusion, es gärtnernd besser als die Natur machen zu können. Man fragt sich, wie es die Rosenkultur der letzten 2500 Jahre geschafft hat, ohne diese Mittelchen zurecht zu kommen … und wie es sich wohl erklärt, dass die Rosenkultur heut bereitwillig dem Irrtum unterliegt, ohne diese Mittelchen sei die Gartenkultur der Rose unzureichend.

Im Rosenverkauf werden diese Mittelchen bevorzugt kurz vor der Vermarktung angewendet, um das Angebot dieser Ware namens Rose verführerisch »straff, fett, saftig« erscheinen zu lassen – eine verkaufsfördernde Maßnahme, die zugleich dazu führt, dass einem die Natur im eigenen Garten wieder einmal nicht gut genug erscheint.
Der Verkauf der Rose paart sich neuerdings mit der verführerischen Empfehlung, dass die Rosen im eigenen Garten auch so aussehen könnten, wie die gepuschten Dinger im Verkauf, insofern der Rosenfreund nur Willens ist, dieses Mittelchen auch gleich samt der Rose zu kaufen: Denn beides zusammen genommen belebt das Geschäft wunderbar …

Wer hier keine Vermarktungsstrategien wittert, ist ein recht unbedarfter Verbraucher …

Dagegen gehalten sei: Weder die Produktionsbetriebe (noch die Wiederverkäufer) – und das ist, mit Verlaub, eine »Weisheit« aus einigen Jahren an Erfahrung – noch Sie mit Ihren Rosen in Ihrem Garten – was ebenfalls Ergebnis eigener Erfahrung als Rosengärtner beschreibt – benötigen diese Mittelchen. Ich habe diese Mittelchen in den letzten 20 Jahren nicht gebraucht. Weder im Betrieb noch im Garten. Wozu sollten Sie diese Mittelchen dann benötigen? Dass verkaufsfördernde Mittel und Maßnahmen nicht unbedingt mit einer vernünftigen Garten- und Rosenkultur zusammengehen, mag man wenigstens für den eigenen Garten bedenken.

Sparen Sie lieber das Geld für diesen Kram, investieren Sie es stattdessen in ein gutes Gartenbuch, das Ihnen die Zusammenhänge zwischen Boden, Standort und Kulturmaßnahmen erklärt – oder in Erinnerung ruft. Wenn Sie dann noch Sorten wählen, die in diese Erkenntnisse hineinpassen und somit in Ihrem Garten wachsen wollen, brauchen Sie keines dieser markttüchtig feilgebotenen Mittelchen: Kaufen Sie für das ersparte Geld Stauden oder Gemüsepflanzen – oder weitere Rosen.
Denn der Garten ist kein Opernball:

Die Rosen stehen mit diesen Mittelchen dann da wie ein Soldat in Ausgehuniform.

Hält nur nicht ewig! Und alle 10–14 Tage mit der Spritze durch den Garten zu laufen, um das Laub zu schminken und zu puschen: Das halte ich für keine gute Idee! Denn der leitende Gedanke von »stärken und gesund erhalten« braucht keines dieser marktüblichen Mittelchen dieser Welt.[*]

* Ein Wiederverkäufer meiner Rosen erklärte mir, dass er gar das Fungizid »Rosenpilzfrei M« regelmäßig über seine Verkaufsrosen ausbrachte. Es wirke »vorbeugend« und bewirke zugleich, dass das Rosenlaub »stramm«, glänzend und gesund aussehe. Der Hersteller wirbt auch mit diesem Gedanken, als dass der zusätzlich enthaltene Stickstoff (N) jegliches Laub kräftiger aussehen lasse. Ob der vorbeugende Gedanke für das Ausbringen des Fungizids entscheidend war oder dessen sekundäre Wirkung, Rosenlaub attraktiver erscheinen zu lassen, sei dahingestellt. Im Sinne des Leitgedankens von Sparsamkeit und verantwortungsvollem Gärtnern ist dieser Einsatz eines hochwirksamen Fungizids bei fehlendem Befall grundsätzlich in Frage zu stellen – wie das regelmäßige Ausbringen des »biologisch-natürlichen« Wirkstoffes »N« auf das Laub der Pflanzen.

Rosenlaub ist von Natur aus schön genug; und im Verkauf sollte der Einsatz solcher Mittel nicht zu einem Wettkampf führen, der an der Grenze des Redlichen rasch vorbeigeht und damit so wenig tolerable sei wie das Doping beim (Hochleistungs-) Sport …

Das gilt auch für Schlagflecken, exemplarisch bei ‘Ipsilante’. Das über-schminkt man nicht (und fordert, bitte schön, auch keinen »Preisnachlass«).

Der Rosenverkauf ist mitunter ein hartes Geschäft. Der Marktdruck ist hoch, die Kollegen schlafen nicht. Jeder sucht sein bestmögliches Aus- respektive Einkommen. Aber auch hierbei gilt, was für Ihren Garten gelte: Sie erwerben und pflanzen (oder verschenken) kein Blattgrün, sondern ein Gehölz. Sind Triebe und Wurzeln top, darf das saisonale Laub Macken haben.[2]

Wenn Sie solche Stärkungsmittel ausbringen wollen, dann gewiss wohl dosiert und aus einem guten Grund; geschwächte Pflanzen danken es. Ansonsten lassen Sie diese Mittel einfach weg. Sie bewirken keine Wunder und machen eine schlechte Rosenkultur nicht besser.[*]

* Falls Sie gewohnt sind, diese Mittelchen regelmäßig – in diversen Intervallen von Frühjahr bis Herbst – auszubringen, wagen Sie ein Experiment: Lassen Sie es ein oder gar zwei Jahre lang bleiben. Konzentrieren Sie sich auf Standort-Fragen und Bodenpflege. Wenn Sie dann wider Erwarten vor einem Desaster stehen, in einem Garten voll kranker, wurzelfauler, blüharmer, nun gänzlich erbärmlicher Geschöpfe, überlegen Sie jenseits eines wiederholten Einsatzes solcher Mittel, woran es liegen könnte: Es wäre der bessere Weg für eine nachhaltige Gartenkultur Ihrer Rosen.

Das Bewerben für ein (regelmäßiges) Ausbringen von Stärkungsmitteln ist in der Gartenpraxis bei Rosen einzigartig. Für keine andere Kulturpflanze produziert der Markt eine solche Vielzahl diverser Mittelchen. Wer eine Kultur der Rose im eigenen Garten nur dann für möglich erachtet, wenn er solcherart Mittelchen für eine vermeintlich verbesserte Blattgesundheit und reichhaltigere Blüte, für einen vermeintlich kräftigeren Wurzel- und Strauchwuchs einsetzt, sollte sich die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, ob mit der Kultur der Rose grundsätzlich etwas im Argen liegt, dass der Gärtnerin und dem Gärtner eine solche Gartenpraxis für diese Kulturpflanze notwendig erscheint – und von Seiten des Marktes nahegelegt wird.

Dies gilt natürlich auch für die Präparate für das Einwurzeln von frisch gepflanzten Rosen. Neuerdings auch solche, die angeblich einen Altstandort sogleich verjüngen und das sofortige Neupflanzen von Rose auf Rose erlauben sollen.
Lassen Sie solche Präparate weg!

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Folgekultur Rose auf Rose leidet, liegt bei bummelig 50% und ist abhängig von der Dauer der Altkultur, deren Art sowie von den konkreten Bodenverhältnissen. Der kluge Bauer beugt dieser 50%-Wahrscheinlichkeit einer schlechteren Folgekultur vor, indem er den Boden zur Ruhe kommen lässt und eine mit der Altkultur nicht verwandte Pflanze als Zwischenkultur setzt. Bei Rosen etwa einen dichten Teppich von Tagetes oder Lupinen. Je nach Dauer der Altkultur sollte der Boden auf diese Weise sich binnen 1–2 Jahren regenerieren.
Und nun kommen Mittel daher, die diese Bauernweisheit SOFORT aufheben wollen? Altpflanze raus, Mittel und Neupflanzung rein: Alles wird gut? Probieren Sie es einfach selbst aus: Immerhin, die Wahrscheinlichkeit liegt bei bummelig 50% …
Nur »sparsam« ist diese Vorgehensweise gewiss nicht.

Eine von der gärtnerischen Vernunft geleiteten Rosenkultur benötigt keines dieser Mittelchen, insofern diese Kultur der Rose bei der Zucht, bei der Auswahl der Sorten und der Pflege des Bodens ansetzen würde.

Es kann nicht vernünftig sein, dass ausgerechnet bei der Rose die Kompensation von Mängeln ihrer Kultur im Ausbringen diverser Mittelchen gesucht und propagiert wird, Mängel, die bei der Selektion neuer Sorten für den Markt ihren Anfang nehmen, dann in der Auswahl begehrter Sorten für den eigenen, konkreten Garten ihren Lauf nehmen sowie in einer unangemessenen Gartenpraxis von Bodenpflege und Kulturmaßnahmen der Pflanzen enden.

Die Reduktion der Zierpflanze Rose auf ihre Blüte, eine Vermarktung, die diese Reduktion begrüßt und fördert, der fehlende Wille, zwischen der Vermarktung des Produktes »Rose« und deren Kultur unterscheiden zu wollen, befördert eine befremdliche Gartenpraxis mit dieser Pflanze.

Eine Praxis des Verkaufs und des Einsatzes diverser Mittelchen – ob »biologisch«, ob »chemisch« benannt sei gleich – die symptomatisch zu bewerten ist für eine mangelhafte Reflexion über die Rosenkultur selbst.

Zurück zur Sache: krankes Laub und der Befall bei Rosen:

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Warum werden Rosen krank – oder zeigen Befall durch allerlei Getier?

Wann werden wir krank? Die Antworten darauf sind für die Rose dieselben!

Standort und Sorte

Standortbedingt – für uns würden wir eher das Wort »Lebenssituation« gebrauchen – und sortenbedingt sind die Stichworte. Letzteres betrifft im Vergleich unsere körperliche Ausstattung, die ein jeder von Haus aus mitbekommen hat: Wer genetisch eine sogenannte Disposition für eine oder gar mehrere Krankheiten in sich trägt, erkrankt eher als jemand, der die Veranlagung nicht hat. Besonders halt dann, wenn unsere Lebenssituation nicht die glücklichste ist und wir unter dauerhaftem, negativem Stress stehen. Kennen wir!

Und bei der Rose ist es nicht anders! Ist ihre »Lebenssituation«, also sprich in erster Linie ihr konkreter Standort mit dem Angebot an Licht, Wind, Wetter, Boden, Wasser und Nährstoffen unglücklich, wird auch die Rose leichter krank, unabhängig davon, ob sie sortenbedingt diese oder jene Disposition mitbringt.

Eine Binsenweisheit:

Geht es uns gut, bleiben wir gesund. Geht es uns schlecht, wird vieles oft noch schlechter.

Im letzten Fall mögen jene Stärkungsmittel (sinnvoll) zum Einsatz kommen und helfen. Nur ist die Krankheit einmal da: heilen können diese Stärkungsmittel nicht!

Eine Änderung und Verbesserung oder gar Heilung verspricht dann schon eher der Einsatz eines wirksamen Medikamentes. Besonders dann, wenn wir eigentlich gesund und gut leben und uns nur auf unglücklichen Wegen Krankheiten einfangen, wie uns halt gelegentlich ein leichter Schnupfen einfängt.

Ist die Lebenssituation jedoch ursächlich, helfen die Medikamente kaum:

Gegen einen ungünstigen Standort kann man nicht spritzen! Medikamente ändern halt keine Lebenslagen respektive Standorte der Rose.

Will die Rose nicht an der Süd-West-Wand gepappt in der windstillen Ecke gedeihen, obgleich Wasser und Dünger und offenbar ja auch Sonne und Licht satt verfügbar sind, so mag es weniger an der Rosensorte selbst liegen, sondern an der stehenden Hitze und der Reflexionswärme der »schützenden« Hauswand, dass die Rose Krankheit und Befall zeigt. Echter Mehltau und auch die Blattlaus mögen solche Standorte! Darüber zur Spritze zu greifen und Medikamente – ob vorbeugend oder erst bei Befall – auszubringen: Es macht keinen Sinn!
Mitunter hilft der Rat: bringen Sie die Rose samt Kletterhilfe auf Abstand zur Hauswand, etwa 15 cm, binden Sie deren Triebe von außen an die Kletterhilfe an, so zirkuliert Luft zwischen Rose und Hauswand – die Rose steht quasi frei – und alles wird gut; wenigstens besser!

Besser und gut

Sie kennen gewiss diese spracheigene, nette Wort- und Gedankenspielerei, die einen lehrt, dass der Zusammenhang die Bedeutung der Worte bestimmt: Bei den ersten Schritten zu einer Genesung etwa können wir die Erkenntnis entdecken:

Besser
ist manchmal schlechter als gut …

Verstehen Sie nicht sogleich? Es verwirrt aber auch, diese Wortverdreherei! Dabei ist es recht einfach: Wie geht es Dir (mit Deiner Erkrankung heute)? Besser! Nun ja, aber eben noch nicht gut, so wie vor der Erkrankung …

Wie es einem geht, ist ganz und gar abhängig vom Zusammenhang der Dinge, von der Lebenssituation! Dies gilt auch für die Rosenstandorte im Garten und deren Verbesserung (wie beim obigen Beispiel der Kletterrose).
Schlecht – besser – gut. Eine hübsche Wortspielerei!

Wenn es der (Kletter-) Rose durch jenes Auf-Abstand-Bringen zur Hauswand besser geht, ist ja schon viel erreicht! Und zwar ganz ohne Einsatz von Geld, Nerven und Zeit kostenden Medikamenten! Sprich: Ohne diese Jahr für Jahr zum Einsatz kommenden Spritzmittel. Ist durch diese kleine Veränderung des Standortes die Erkrankung nur unwesentlich geringer, jedoch nicht deutlich besser, bleibt nur eines: Die Rose will dort nicht sein! Das mag zwar gegen unseren gärtnerisch gestaltenden Willen gehen, jedoch was hilft es!

Werden wir selbst an unserem Wohnort krank, ziehen wir um – sofern nur irgend möglich. Ist ein Umzug nicht möglich, machen wir halt das Beste daraus: Wenn der geliebter Garten an einer lauten, stark befahrenen Straße grenzt, sorgen wir für Schallschutz. Es beseitigt wohl nicht die unerwünschte Geräuschkulisse gänzlich, verringert aber doch die Beeinträchtigung oder gar Belastung. Und so können wir auch die Rose dort lassen, wo sie ist, wenn wir ihr das Bestmögliche geben – und es genügt! Dazu gehört aber nicht: Das Ausbringen von Medikamenten! Denn es wäre ja ein dolles Ding, würde das Straßenbauamt Ihnen monatlich eine apothekenpflichtige Rezeptur zur gefälligen Vereinnahmung zukommen lassen! Statt Schallschutzwall eine Pille! Das mag wohl auf Dauer nicht gut werden …


1. Dietrich Woessner, Rosenkrankheiten und Schädlinge, Ulmer 1972, Vierte Auflage 2000.
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2. So lange ich keine Namen nenne, darf ich aus dem Nähkästchen plaudern: In einer Baumschule nur für Wiederverkäufer verursachte ein selbst verschuldeter Spritzschaden ein fahles, graues Laub an den Rosen. Dies ist sehr ärgerlich.

Jedoch zeigte das unsachgemäße Ausbringen des Mittels ein rein ästhetisches Problem: für etwa drei Wochen dieses fahle, fleckige Laub. Dies ist verzeihlich.

Wiederverkäufer aber kaufen solche Rosen nicht, weil sie befürchten, sie selbst verkaufen diese Rosen nicht gut. Es drohte: Gut drei Wochen Verdienstausfall in der Saison? Will man nicht. Weder die Baumschule noch die Wiederverkäufer.

Wenn also dieser Schaden kaschiert wird durch das Ausbringen diverser Mittel über Blatt, so dass das unansehnliche Laub kurzzeitig ausschaut wie frisch entstaubt und eingeölt, dann zeigt sich zweierlei:

  1. Der Marktdruck im Rosenverkauf ist hoch.
  2. Die Wiederverkäufer wollen halt kein Gehölz, sondern die Illusion von Makellosigkeit.

Offenbar das, was der Kunde wünscht. Und Sie, wir Rosengärtner/-innen, tragen dazu bei, dass Top-Gehölze mit banalem Blattschaden gepuscht werden, um sie in der Hochsaison noch verkaufen zu können. Wir sind mittlerweile diese makellose Ware aus den Gewächshäusern der Welt gewohnt.
Dass dieses gepuschte Laub glänzend und satt grün dastand, führte sogar zu einer Umkehrung der ersten Befürchtung der Baumschule: Just in dem Augenblick, als der Schaden erkennbar wurde – Oh Gott, die kauft kein Mensch! Wie gesagt, Top-Rosen mit Macken am LAUB! Das Gegenteilige war der Fall: Die kaschierten Dinger gingen besser als die anderen Rosen, die keinen Blattschaden hatten! Ziemlich blöd! Also spritze man im Sinne des Verkaufs alle Rosen mit diesem Mittel.
Erfreulich allein, dass diese kluge Baumschule in den folgenden Jahren darauf verzichtete, dieses Mittel generell als saisonal verkaufsfördernde Maßnahme einzusetzen. Es ist allerdings zu befürchten, das manch ein Wiederverkäufer (ob Florist bis Rosenschule oder Gartencenter) dieses Mittel für sich entdeckt hat …

Ich finde, wir Rosengärtner/-innen sollten wachsam sein, mit einen Blick für gute Gehölze. Dies nimmt etwas den Druck vom Markt, dass solche Methoden im Verkauf notwendig erscheinen oder gar gängige Praxis werden.

Denn es ist schon ein Witz, was so alles für die »Rosenkultur« gemacht wird …

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Weitere hilfreiche Links


Ende »Grundsätzliches«

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Sternrußtau, Blattlaus und Co.

Anbei einige der mehr oder weniger bekannten Schadenbilder bei Rosen.


Echter Mehltau

Machen wir uns nicht vor:

Was wir als Krankheiten und Befall definieren gehört zur Natur.

Aus der Sicht der Rose: »blöd, dass es den Echten Mehltau und die Blattlaus gibt.«

Das sehen die Blattläuse und die Sporen des Mehltaus aber ganz anders: »Schön, dass es Rosen gibt …!«

Diese Ansicht haben wir mit diesen beiden Akteuren gemeinsam.

In der Tat gibt es Sorten, die weniger anfällig für Blatterkrankungen sind als andere. Häufiger jedoch liegen die Ursachen einer Erkrankung der Rose in nicht ausreichenden Kulturbedingungen und/oder im unglücklich gewählten Standort – und weniger in der Natur der Sache.

Anders gesagt: Wir sind Schuld an Erkrankung und Befall der Rose – und nicht etwa die Rose selbst, die Blattlaus, die Sporen des Mehltaus oder gar die Natur.

Der Rambler ‘Paul Noel’ zum Beispiel ist sortenbedingt anfälliger für Echten Mehltau als andere Rosen seiner Herkunft (Wichuraiana-Hybride) und Klasse (Rambler-Rosen). Frei im Garten jedoch und damit windumspült ist diese Neigung der Sorte für Mehltau unbedeutend. An der geschützten Süd-West-Hauswand indessen werden Sie mit dieser Rose wenig Freude haben.

Es macht generell Sinn, zwischen sortenspezifischer und standortbedingter Erkrankung zu unterscheiden.

Und es macht Sinn, darauf hinzuweisen, dass ROSE eine Kulturpflanze ist. Das heißt, wir selektieren und pflanzen Rosen nach anderen Gesichtspunkten als es die Natur tut.

Wenn uns eine Blüte nicht gefällt, das Laub der Rose nun gar nicht, der Wuchs uns auch nicht passt: Diese Rose kann gesund sein wie sie will, wir pflanzen sie nicht.

Das sieht die Natur anders.

Duftet sie hingegen in einer Blüte mit gewünschter Form und Farbe, gefällt sie uns im Laub und Wuchs, pflanzen wir sie gerne, selbst dann, wenn sie in der freien Natur KEINEN Bestand hätte.
Vermutlich schüttelt die Natur über unsere Rosen-Kultur nur unverständlich den Kopf: »Wie kann man nur …«, so mag sie über manche unsere Gärten denken. Na ja, sie versteht halt nichts von menschlicher Garten-Kultur. »Ist halt so, liebe Natur!«

Wenn Sie sortenspezifische Eigenheiten und Standort-Präferenzen der Rose wissen und sich als Gärtner/-in darauf einstellen, machen Sie alles richtig für die Kultur dieser Rose.

Und falls die Rose dennoch erkrankt, verhält es sich bei Echtem Mehltau so, wie es sich bei uns verhält, wenn wir für uns alles gut und richtig machen – und uns ein Schnupfen einfängt: Ärgerlich – aber nicht schlimm.
Echter Mehltau können Sie als einen Schnupfen der Rose betrachten. Dieser Schnupfen wird nur dann zur faustdicken Erkältung oder gar zur Grippe, wenn Erkrankung und mangelhafter Standort zusammenkommen und Sie nicht reagieren.

Wer verschnupft mit nassem Haar in den kühlen Wind geht, wundert sich bitte nicht über die sich anbahnende Erkältung …

Ähnlich bei der Rose: Echter Mehltau etwa bei einer Kletterrose an der Westwand unter der Überdachung einer Terrasse, es wird nicht besser werden, vollkommen gleich, welche Mittel Sie einsetzen, um diesen Schnupfen der Rose beikommen zu wollen. Die Natur wird sich durchsetzen. Jedes Jahr das selbe Palaver an dieser Rose? Pflanzen Sie die Rose woanders hin! Was hilft der gestalterische Wille, wenn die Rose sagt: Nö, hier an diesem Ort geht es mit mir einfach nicht.

Natürliche Grenzen der Gartengestaltung

Mitunter muss man auch als passionierter Rosengärtner/-in der Natur Gehör schenken und klein beigeben.

Barocke Gartenkunst hin und her: Der gartenarchitektonische Gedanke, Natur zu formen und zu erziehen, hat seine natürlichen Grenzen.

Bevor Sie intervenieren: Im Rosarium Sangerhausen fanden wir auf freien Flächen an Stäben aller Art dutzende Kletterrosen und Rambler gepflanzt, rund 90 % waren mit Echtem Mehltau befallen, einige Sorten extrem, andere Sorten weniger, manche schienen immun zu sein. Das war Ende Juni 2014. Ein Gärtnermeister des Rosarium erzählte, es seien zu diesem Zeitpunkt zwei mal Mittel gegen Blatterkrankungen ausgebracht wurden. Geholfen hat es offenbar bei allen Sorten nicht, obgleich der Standort dieser Rosen im Park – ungeachtet der recht engen Pflanzung – eigentlich gut war; frei mit Wind und Sonne.

In Ihrem Garten werden Sie einen derartigen Befalls-Druck eher selten haben; wer pflanzt schon einige dutzend verschiedene Rosensorten auf vergleichsweise engem Raum? Sie wählen auch hier nach Sorte UND Standort, was dem Rosarium aus Platznot kaum mehr möglich ist. Denn dieselben Sorten fanden wir an anderen Standorten erneut: gesund und verführerisch für den Gedanken, sie im eigenen Garten kultivieren zu wollen …

Ein kleines Fazit sei erlaubt: Der erste Eindruck einer Rose kann – so oder so – über deren Eigenschaften täuschen, der Standort ist stets mitentscheidend, das Ausbringen von Spritzmitteln hilft nicht zwingend. Selbst nicht bei den Voll-Profis eines Rosarium, wenn die ersten beiden Kriterien – aus der Not oder aus Unkenntnis – unberücksichtigt bleiben.
Im Garten können Sie es besser machen als das Europa-Rosarium Sangerhausen. Ein löblicher Ehrgeiz … und einfach dazu.

Echter Mehltau ist eine Erkrankung, die in allen Zyklen infektiös bleibt, wodurch befallenes Laub in der Restmülltonne zu entsorgen ist und nicht auf den Kompost gehört. Das typische, gepuderte Befalls-Bild:

Echter Mehltau in Rosen Echter Mehltau in Rosen.

Vorbeugende Pillen gegen Schnupfen?

Da Echter Mehltau aber eher einem Schnupfen gleich kommt, nimmt die Rose erst dann ernsthaft Schaden, wenn sorteneigene Neigung und unglücklicher Standort zusammenkommen – und wir nicht reagieren: Verpflanzen oder auf die Kultur dieser Sorte verzichten. Sei es aus Mangel eines alternativen Platzes, sei es, weil man die sorteneigene Neigung zu Echten Mehltau und ein gewisser, geringer Befall Jahr für Jahr nicht tolerieren mag.

Alles wird gut, wenn man weiß, was man tut – und warum man etwas tut. Es sei deutlich gesagt: Spritzen gegen Rosenbefall aller Art ist nicht die Lösung bei Problemen in der Rosenkultur. Besonders nicht vorbeugend! Wenn Sie vorbeugend gärtnern wollen: Machen Sie sich kundig über Sorten, die auf Ihrem Standort gedeihen. Hier beginnen die »vorbeugenden Maßnahmen« bei der Auswahl und dem Kauf der Rose. Das müssen keine »prämierte« Sorten sein. Machen Sie sich schlau über Schnitt, Düngung, Bodenpflege. Und falls die Kultur trotzdem nicht gelingt, verpflanzen Sie die Rose. Wird diese Rose auch auf Ihrem neuen Platz unter prima Bedingungen einmal krank, dann können Sie immer noch BEI BEFALLS-BEGINN den Einsatz von Mitteln gezielt überlegen. Nur bitte, versorgen Sie eine ansonsten gesunde Rose nicht medikamentös: Kein Mensch schluckt Pillen gegen Erkältung und Grippe, wenn er noch nicht einmal einen Schnupfen hat!

Die Resistenz-Problematik

Die Wechselwirkungen zwischen Krankheitserreger und deren Bekämpfungsmittel sorgt ohnehin für einen viel zu raschen Aufbau von Unempfindlichkeiten (Resistenzen) der Krankheitserreger gegen diese Mittel. Ein unbedachtes Ausbringen dieser Mittel ist so wenig vernünftig wie der vorschnelle Einsatz von Antibiotika – sowohl in der menschlichen Medizin als auch in der Tiermedizin und der Tierhaltung. Lassen wir diesen Unsinn, vorbeugend mit Pille und Rückenspritze wider der Natur unsere Rosenkultur durchboxen zu wollen. Wenn Sie Rosen mit diversen handelsüblichen Mitteln spritzen, dann nicht vor, sondern bei Beginn der Erkrankung und im Wissen um deren Ursachen.


Falscher Mehltau

Falscher Mehltau am Rosenblatt Erscheinungsbild ähnlich dem Sternrußtau. Das Laub jedoch bleibt bei Befall häufig grün, ist jedoch deutlich geschwächt. Besonders junger Austrieb wächst kümmerlich, Altlaub fällt, obgleich grün, bei Berührung mitunter vom Trieb ab.
Falscher Mehltau, Nahaufnahme Die Ränder der Flecken sind glatter, nicht so gezackt wie die Flecken des Sternrußtau.
Falscher Mehltau in Variation der Laubverfärbung Variationen der Laubverfärbung: Das Vergilben des Laubes ist eher typisch für Sternrußtau, zeigt sich jedoch auch bei Falschem Mehltau.

Falscher Mehltau tritt besonders bei feuchter Luft auf; ein Wechsel von kühlen Temperaturen (nachts) zu warmen Temperaturen (tagsüber) befördert den Befall. Hier im Norden Deutschlands nicht selten, besonders im Spätsommer und Herbst.
Auch hier helfen: ein guter, d.h. luftiger, Wind umspülter Standort und eine ausgewogene Versorgung der Pflanze; dies hilft sogar vorbeugend. Ebenso ein lebendiger, durchlüfteter Boden, ob sandig-lehmig oder lehmig schwer, sei gleich. Also: Harken oder Grubbern kann durchaus eine gute vorbeugende oder ergänzende Maßnahme sein, den Befalls-Druck nicht nur des Falschen Mehltaus zu verringern.

Eine Verwechselung mit Sternrußtau ist häufig. Es sei deutlich gesagt:

Ich habe gespritzt, nur geholfen hat es nicht …

dergleichen höre ich immer wieder. Und es verwundert nicht: Die Wirkstoffe der Spritzmittel gegen Sternrußtau sind andere und helfen bei Falschem Mehltau nicht. Natürlich gilt dies dann auch gewendet.

Eine sorgfältige Diagnose, welche Erkrankung überhaupt vorliegt, ist darüber Pflicht, bevor man ein Mittel ausbringt. Denn keines der – wenngleich frei verfügbaren – Mittel ist unbedenklich [beliebtes Wort auf Beipackzettel]; weder für Sie etwa beim Einatmen oder Verschlucken, noch für die Natur um die Rose herum.
Dies betrifft die Vielzahl verschiedenster Wildbienen und weiterer Insekten, die bei der Verträglichkeit-Prüfung des Mittels nicht berücksichtigt wurden, und es betrifft zumal Kinder und Haustiere.

Falls Sie sich unsicher sind, welche Erkrankung vorliegt, nehmen Sie einen aussagekräftigen Schwung des Befalls mit zu einem Fachmarkt (Gartencenter oder dergleichen), die Rosen-Spritzmittel verkaufen. Diese Märkte sind verpflichtet, einen gut ausgebildeten Mitarbeiter zu beschäftigen, der den Unterschied erkennen sollte.
Fragen Sie aber durchaus nach: Falscher Mehltau oder Sternrußtau?! Denn allzu oft ist auch in diesen Fachmärkten die vorschnelle Antwort parat: Sternrußtau. Wie gesagt, die Mittel helfen dann nicht, was ökologisch und finanziell dann zu unsinnigen Belastungen führt. Und Sie ärgern sich wohlmöglich noch über die Jahr für Jahr kranke Rose, die jedoch am wenigsten etwas dafür kann.


Keine Panik bitte!

Keine Erkrankung der Rose ist Grund zur Panik! Dennoch sei angefügt, dass Falscher Mehltau ins Holz der Rose gehen kann, insoweit es über Jahre und stets sehr intensiv auftritt. Einmal im Holz, hilft nur noch radikaler Rückschnitt! Denn gleich, welches Mittel Sie auch ausbringen oder ausgebracht haben, es stoppt bestenfalls die Erkrankung, bringt sie zum Stillstand, das Schadenbild jedoch bleibt, und im Holz der Rose leisten die Mittel nicht einmal mehr das: den Stillstand der Erkrankung. Falscher Mehltau überdauert im Holz der Rose. Also: Schneiden! Also aber auch: Keine Panik! Denn es bedarf schon eines ziemlich verwahrlosten Gartens, Jahr für Jahr mit kräftigen Falschen Mehltau-Befall, bevor die Schere – gleichsam chirurgisch – zum Einsatz kommen muss.
Da beugen Sie gewiss und besser durch eine vernünftige Rosenkultur vor …

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Botrytis cinerea, Knospenfäule, Grau(schimmel)fäule, Stielfäule

Knospenfäule Knospenfäule am Blütenstängel einer in Büscheln blühenden Rose.

Erscheint bei Rosen überwiegend an Rosen, die in Dolden oder Büscheln blühen. Feucht-warme Witterung fördert den Befall; etwa Standorte, an denen Rosen schlecht abtrocknen können mangels Wind, wegen zeitlich ungünstiger Beschattung (Morgenstunden), zu feucht gehaltener Erde (Topfkultur, dauernder Tröpfchen-Bewässerung in Beeten) und ähnlichen Standortfaktoren.
Hier im Norden nicht selten, besonders im späten Frühjahr und Herbst, auch bei verregneten, warmen Tagen im Sommer.
Botrytis cinerea ist ein sogenannter Schwächeparasit, was meint, dass der Befall insbesondere bei geschwächten, gestressten oder verletzten Pflanzen auftritt. Mitunter sorteneigen. Übertriebene Stickstoffdüngung fördert einen Befall. Wird durch Wind verbreitet.

Befallende Pflanzenteile sollten entfernt und in der Restmülltonne entsorgt werden.
Diverse Mittel – auch im Kontext sogenannter biologisch-ökologisch verträglicher Mittel – können zwar »vorbeugend« ausgebracht werden. Es macht jedoch nach meinem Verständnis von Rosenkultur und zweckmäßiger Sparsamkeit keinen Sinn, diese Mittel zu kaufen und gar frühzeitig »prophylaktisch« im Garten zu versprühen.
Botrytis cinerea überdauert im Boden und an Pflanzenresten als sogenanntes Myzel (Haufen feiner, fadenförmiger Zellen).

Bei einem flächigen, sehr starken Befall, etwa bei »Bodendecker-Pflanzungen«, hilft im Herbst das Ausbringen von (gekörntem) Kalkstickstoff; wirkt boden-desinfizierend.
Schutzmaßnahmen beachten, Kalkstickstoff ist reizend und giftig (Cyanamid)! Schutzkleidung inklusive Brille empfiehlt sich, Staub oder Dämpfe nicht einatmen; es schadet auch nicht, Hände und Gesicht einzufetten. Bevorzugt gekörnte oder geölte Produkte verwenden.
Ein Betreten der Fläche (Mensch, Haus-, Nutztier) sollte verhindert werden.

Aus diesen Hinweisen ist zu entnehmen, dass es kaum ein Mittel der ersten Wahl ist; für 100 qm genügen allerdings ca. 2,5 kg.
Wenn die Standort- und Kulturbedingungen überprüft und für gut befunden wurden, Schnittmaßnahmen (insbesondere das Entfernen beschädigter Pflanzenteile) nicht helfen und der Befall über die Jahre wiederkehrt, dann erst ist der Einsatz adäquater Mittel abzuwägen. Ansonsten versetzt man die Rosen lieber, verzichtet gänzlich auf die Sorte oder lichtet zu dichten Bestand als Erstmaßnahme aus; möglicherweise bietet eine Mischkultur nachhaltigere Erfolge als der Einsatz diverser Mittel.

Bei guten Kulturbedingungen mitunter nur eine saisonale Erkrankung ohne Nachhaltigkeit. Frühzeitiges und großzügiges Entfernen befallener Pflanzenteile hilft oft ausreichend.

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Rosen und Insektizide

Blattläuse, Weiße Fliege, Spinnmilben … Rosen und deren tierische Schädlinge sowie Maßnahmen für das Gärtnern.

Die gemeine Blattlaus

Bleiben Sie gelassen – und sagen Sie sich mit Wilhelm Busch:

(…) Daß keine Rose ohne Dorn,
Bringt mich nicht aus dem Häuschen.
Auch sag’ ich ohne jeden Zorn:
Kein Röslein ohne Läuschen!

Wenn Sie mit Herrn Busch streng sein wollen: Die Dornen der Rose sind Stacheln und – Gott sei Dank – nicht auf jeder meiner Rosen sitzen Läuse. Ansonsten aber liegt eine gesunde Haltung zu den Dingen in diesem Gedicht eines liebevollen Dichters und Denkers.[*]

* Alle Verse des Gedichts finden Sie im Web zum Beispiel unter: Duldsam.

Blattläuse an Rosenknospe Blattläuse – bald Po an Po – sowie etwas Weiße Fliege an einer Rosenknospe.

Blattläuse an einem oberen Rosenzweig Blattläuse an einem oberen Rosenzweig. Spätestens ab einer solchen Befalls-Dichte sollten Sie einschreiten.

Blattläuse sind schlechte Flieger, zu dick, zu kleine Flügel und zugleich viel zu leicht: Der Wind verbreitet sie mehr als dass sie im aktiven Flug gezielt Ihre Rose aufsuchen. Landen diese Tierchen unverhofft auf eine für ihr Geschäft taugliche Pflanze, verlieren sie ihre Flügel und bleiben. Nun heißt es, fressen und sich vermehren!

Fressen heißt bei der Blattlaus: saugen, Pflanzensaft saugen, den ganzen lieben langen Tag. Das macht schwerfällig, träge, geradewegs faul: Bewegung ist einer Blattlaus Sache nicht! Dieses Laster der Laus ist für Gärtner/-innen wunderbar!

Kommen wir zur Bekämpfung der gemeinen Blattlaus

Machen Sie nichts! Wenigstens erst ein mal nicht. Üben Sie sich in der Gelassenheit eines Wilhelm Busch. Einige Blattläuse auf der Rose kann natürlicher nicht sein und macht KEINEN Schaden. Da die Laus sich neben dem Fressen auch vermehrt, können Sie, wenn die natürlichen Feinde der Laus (Marienkäfer, Florfliegen, Meisen …) deren Bestand nicht weiter überschaubar halten, den flügellosen Zustand der Blattlaus schamlos ausnutzen: Eine Blattlaus, die via Finger von ihrem Platz geschnippt wird und zu Boden fällt, hat keine Zukunft! Sie stirbt. Blattläuse sind wahrlich träge. Auf die Rose wieder hoch zu ihrem Platz zu krabbeln ist ihr Ding nicht. Können sie nicht, machen sie nicht.
Natürlich ist das Schnippen der Läuse nicht die Lösung …

Für uns aber ist diese mangelhafte Beweglichkeit der Laus dennoch von Vorteil:

Ziehen Sie einen Haushaltshandschuh an, einen Eimer mit klarem Wasser gefüllt, machen Sie Ihre Hand samt Handschuh feucht und streifen Sie die Laus, die bevorzugt im oberen Bereich der Rose sitzt, an der Knospe und den Blütenstängel, schlicht ab.

Eine Alternative: Harter Wasserstrahl des Gartenschlauchs oder einer Sprühflasche (wie man sie etwa beim Bügeln verwendet) – und die Blattlaus nun doch von Ihrem Platz »geschnippt«! Nur etwas effizienter als mit dem Finger.

Mehr ist nicht zu tun. Wenigstens dann nicht, wenn die Anzahl der Rosen und der Befall überschaubar ist.

Auf den Einsatz von Spülmitteln und dergleichen verzichten Sie besser. Ein solcher Zusatz müsste im Spritzverfahren ausgebracht derart konzentriert sein um zu wirken, dass es einem sogenannten Kontaktmittel gleich käme. Ein Mittel also, das den Schädling derart dicht umhüllt, dass er daran stirbt. Konzentrierte Spülmittel-Lösungen leisten dies gewiss, nur der ROSE tut es ebenfalls nicht gut. Blattschäden sind nicht selten die Folge eines derartigen Einsatzes diverser Hausmittel. Rosenlaub atmet von Haus aus (die sog. Assimilation), mit Spülmittel indessen benetzt atmet es nicht oder schlecht.
Klares Wasser genügt.

Das brachiale Zerquetschen der kleinen Laus tut auch nicht Not. Im Gegenteil. Wenigstens ist es dann nicht glücklich, wenn Sie das klare Wasser weg lassen, das alle unappetitlichen Reste der Laus abspült.

Blattläuse scheiden den sogenannten Honigtau ab; eine Leckerei für Ameisen, für die Rose jedoch schädlicher als das Saugen der Laus. Das Saugen schädigt die Knospe, der Honigtau aber, einmal vermehrt auf das Laub der Rose geträufelt, ist die Grundlage für Ruß-Tau. Eine gräuliche Verfärbung des Rosenlaubes und eine eingeschränkte Assimilation ist die Folge. Ruß-Tau auf vielen Blättern einer Rose macht Schaden. Insoweit macht die Blattlaus immer erst dann ernsthaft Schaden, wenn diese Laus – gleichsam Po an Po – die Knospe und Blütenstängel dicht besetzt hat. Und, ich darf es deutlich sagen, kotet, was das Zeug hält.

Sehr dichter Befall an Knospe und Stängel: Greifen Sie zur Rosenschere!

In der Regel gehen derart stark befallene Blüten der Rose ohnehin nicht mehr gut auf. Ärgern Sie sich etwas über den verlorenen Flor – und machen Sie beherzt aber gut gelaunt einen Schnitt, wie Sie es bei verblühten Rosen im Sommer tun würden.

Wenn Sie jedes Jahr aufs Neue diesen Ärger mit der Laus haben und schon argwöhnen, es läge an der Rose selbst, an der Sorte: Glauben Sie mir, die Rose kann nichts dafür und die Blattlaus hat keine »Sorten-Präferenzen«, die sie im aktiven Flug zielgenau erkunden könnte. Wohl aber bevorzugt die Laus bestimmte Lagen, wo sie sich lieber und mitunter explosionsartig vermehrt. Und eben dort mag die scheinbar von der Laus bevorzugte Rose stehen. Sie indessen überprüfen den Standort der Rose: Warme, geschützte Lagen bevorzugt die Blattlaus für Fraß und Vermehrung. Deswegen findet sich die Laus auch gerne und verstärkt an Kletterrosen an der Hauswand oder an Rosen im Topf auf dem Balkon.

Verbessern Sie den Standort, etwa indem Sie die Kletterrose mehr auf Abstand zur Hauswand setzen oder die Rose auf dem Balkon mehr in den Wind …

Insektizide sollten Sie im privaten Garten nicht einsetzen,

insoweit der Befall sich durch obige Maßnahmen in den Griff bekommen lässt. Der Einsatz von Insektiziden mag wirtschaftlich dann Sinn machen, wenn in Monokulturen durch den Befall die Kultur gefährdet erscheint. Aber selbst in diesem Fall werden viel zu rasch und mitunter in unsinniger Weise vorbeugend Insektizide ausgebracht. Mittel, die von der Pflanze aufgenommen werden und in deren auf- und absteigendem Saftstrom für etwa 10–14 Tage einen Schutz gegen Befall geben; die sogenannten systemischen Mittel. Mit diesen Mitteln erreichen Sie auch die Brut, insofern diese innerhalb der Wirkzeit des Mittels schlüpft und zu saugen beginnt. Jedoch ist der Einsatz dieser Mittel, wenn überhaupt, nur für professionelle Baumschulen zweckmäßig. Die Klein-Packungen des Handels für den privaten Garten sind für große Gärten zu klein, für kleine Gärten ist der Einsatz dieser Mittel überflüssig.

Lavendel – ist weder Hausmittel noch Insektizid, insoweit die Blattlaus das Ziel ist. Lavendel-Büsche unter der Rose helfen nicht. Der Blattlaus oben auf der Knospe der Rose ist es schlicht egal, was da unten im Fuß der Rose noch so alles wächst und gedeiht.

Rosenverkauf und Rosengärten

Ich betreibe [hatte] eine Rosenschule – und obgleich meine wirtschaftliche Existenz von dem Verkauf tadelloser Rosen abhängt [abhängig war], habe ich es aufgegeben, jeder Blattlaus auf meinen Verkaufsflächen den Garaus machen zu wollen. Sie haben ja (auch) Blattläuse …, so gelegentlich der Kommentar von findigen Kunden; irritiert oder freundlich überrascht. Mitunter auch mit einem zarten Anflug von Häme (Schau da, Blattläuse!). Aber ja, Blattläuse! Auch auf die Gefahr, Kunden zu verschrecken: Ich biete Rosen, keine Illusionen. Als Gehölz sind meine Rosen top, ansonsten gehen [gingen] sie nicht in den Verkauf. Mit einer Laus oder ohne: Voreiligen Handlungsbedarf erzwingen einige Läuse an den Pflanzen nicht. Insbesondere nicht das flächige Ausbringen von vorbeugenden (protektiven, systemischen) sogenannten Breitband-Mitteln, deren Wirkung nicht selektiv allein die Blattlaus trifft.

Unkenntnis, Eigennutz und Bequemlichkeit sind die schlechtesten Ratgeber für ein verantwortungsvolles Gärtnern.

In meinem Privat-Garten spritze ich gar nicht. Weder damals, zur Zeit der Rosenschule, geschweige denn heute. Weder Insektizide noch andere Mittel. Notfalls greife ich zu klarem Wasser oder zur Schere als »radikale« Bekämpfungsmaßnahme. Wenn es Ihnen neu ist, probieren Sie es aus. Sie sparen Geld und der Natur um Sie herum sowie Ihnen selbst tut es gut. Nur bitte trennen Sie sich von dem Gedanken, der, so erscheint es mir, heute offenbar das Gärtnern mit Rosen begleitet: Spritz-Mittel aller Art, inklusive Stärkungsmittel, Blattgrün-Spray sowie Wurzelpräparate gehörten zur Kultur der Rose. Kein Mensch braucht diese Apotheke – am wenigsten die Rose.

Beachten Sie generell: Insektizide töten komplexe Lebewesen innerhalb kürzester Zeit. Verwenden Sie solche Mittel nur mit Bedacht und vermeiden Sie es, wo immer es geht, sie überhaupt einzusetzen.[*]

* Auf den Beipackzetteln diverser Mittel steht der Hinweis, Sie möchten das Mittel nicht in geöffnete Blüten spritzen; neben dem Vermerk, es sei für Bienen ungefährlich. Es mag so sein, dass Bienen, sei es die Hausbiene, seien es die Vielzahl unterschiedlicher Wildbienen, an den Spuren aufgenommener Mittel keinen Schaden nehmen. Die Biene frisst auch kaum selbst, eher verwendet sie die gesammelte Nahrung für die Brut im Stock. Welche Auswirkungen Spuren von Insektiziden für die Brut eines Bienenvolkes haben könnten, erfahren wir nur indirekt über das allgemeine Abnehmen von Populationen in intensiv bewirtschafteten Räumen.
Der Beipackzettel ist keine Gewähr für Unbedenklichkeit. Drastisch gedacht, sprühen Sie eine Raupe mit diesem Mittel ein, es ist zu denken, dass Sie den Schmetterling nicht erleben werden. Dass Sie (sowie Katze, Hund und Kind) den Kontakt zu diesen Mitteln vermeiden sollten, ist nicht nur ein ernstzunehmender und zu beachtender Hinweis des Beipackzettels, vielmehr sollte es zur Regel für den Einsatz solcher Mittel werden: Vermeiden Sie diese Mittel, wo immer es geht.

Siehe dazu den kurzen Absatz zur Resistenz-Problematik und die Beispiele im Umgang mit Spritzmitteln: Fungizide im Rosenverkauf, Beispiel 1, Fungizide im Rosenverkauf, Beispiel 2.

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Weiße Fliege

Weiße Fliege unterhalb eines Rosenblattes Weiße Fliege findet sich bevorzugt unterhalb des Laubes. Diese Insekten sind relativ gute Flieger; ein Abschütteln wie bei der Blattlaus hilft nicht.
Link zeigt beide vergrößert.

Gemeinsamkeiten mit der Blattlaus: Saugen an den Pflanzen, dadurch Schwächung beziehungsweise Schädigung der Pflanze; Absonderung von Kot als Nährboden auf dem Laub für Ruß-Tau; Bevorzugung von feucht-warmen (windstillen) Lagen; Bekämpfung durch Insektizide nur bei starkem, flächigem Befall zweckmäßig und wenn die Ursachen nicht in den Standort- und/oder Kulturbedingungen liegen.
Eingesetzte Insektizide wirken nachhaltig nur bei zwei bis drei Intervall-Behandlungen im Abstand von ca. 10 Tagen. Denn die Eier liegen unter einer Wachsschicht geschützt, ähnlich den Eiern bei der Schildlaus. Von Eiablage über Larven-Stadium bis Erwachsenenstadium vergehen etwa 4 Wochen.

Die Weiße Fliege gehört zu den Mottenschildläusen. Ihre Fähigkeit aktiv zu fliegen behält sie im Gegensatz zur Blattlaus auch dann, wenn sie ihre Wirtspflanze gefunden hat. Abschütteln oder absprühen lässt sie sich deswegen nicht.

Auch im Freiland (bei kleinen, überschaubaren Flächen) helfen sogenannte Gelbtafeln (Gelbe Leimtafeln), an denen die flugfähigen Tiere haften bleiben. Die Larve ist eher inaktiv, träge.

Für transportable Töpfe hilft indessen doch wieder reines Wasser: Mit relativ hartem Brausestrahl die Pflanze mehrmals und wiederholt absprühen, insbesondere unter dem Laub. Für Rosen auf dem Balkon in Töpfen kann diese Maßnahme auch unter der Bad-Dusche erfolgen.

Es sollten bei Befall auch hier stets die Standort- und Kulturbedingungen hinsichtlich (fehlendem) Wind, hohe Feuchtigkeit und Wärme sowie fehlerhafter Düngung überprüft werden.

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Triebbohrer, aufsteigend, absteigend

Schaden an der Triebspitze einer Rose durch den Triebbohrer Der Triebbohrer hat ganze Arbeit geleistet: Spitze des Rosentriebes ist abgestorben. Hier ein Schadenbild des aufsteigenden Triebbohrers.

Schaden im Trieb einer Rose durch den Triebbohrer Der Rosentrieb ist ausgehöhlt. (4 Fotos)

Ein kleines, fliegendes Insekt sticht ein winziges Loch, kleiner noch als eine Nagelspitze, in den oberen Triebbereich der Rose und setzt ihre Brut hinein: Eine kleine, windige Raupe, eine Fressmaschine vor dem Herrn!
Sie futtert sich, je nach Herkunft und Geschmack, den Trieb entweder empor oder – weitaus ärgerlicher – den Trieb hinab.
Egal, welche Richtung der Nimmersatt bei Ihnen auch bevorzugt:

SIE SPRITZEN KEIN INSEKTIZID!

Denn Sie müssen OHNEHIN den befallenen Trieb schneiden – und schneiden sogleich den Nimmersatt mit weg!

Ärgerlicher ist dabei der absteigende Triebbohrer, da er halt einen tieferen Rückschnitt erfordert, während der aufsteigende mit einem moderaten, die Spitze entfernenden Schnitt schon aus der Welt ist; na ja, wenigstens aus dem Rosenbeet!
Also, zeigt sich ein Schadenbild ähnlich den Fotos, greifen Sie zur Schere und machen einen Schnitt, wie Sie es im Sommer bei verblühten Rosen auch tun.
Das Schnittgut beseitigen Sie in der Restmülltonne.

Epidemisch taucht der Triebbohrer so gut wie nie auf, so dass der Einsatz von Insektiziden selbst für die Monokultur einer Rosenschule selten erforderlich erscheint.
Im privaten Garten ist das Ausbringen von Insektiziden besonders kritisch zu sehen. Gehen wir einmal hypothetisch von 20 Millionen bundesdeutschen Gärten aus, so mag es einem bei der Vorstellung grausen, das ein jeder wegen einer Blattlaus hier und einem Triebbohrer da zu Mitteln greift, die komplexe Lebewesen wie Raupen, Laus und Partner binnen kürzester Zeit abtöten. Was soll das dann für eine Garten- sprich Rosenkultur sein, die Marienkäfer und Florfliege mit Rückenspritzen spielt! Sparen Sie Geld und gärtnern Sie naturnah: Bei Triebbohrer schneiden Sie, bei der Blattlaus hilft das schnöde und alles am Leben erhaltene, pure Wasser. Jede interessierte Meise wird gefahrlos auf Ihren Schultern sitzen und schauen, wie Sie es machen …

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Rosenkäfer

Rosenkäfer Rosenkäfer.

Um es kurz zu halten: Rosenkäfer sind geschützt, sie machen keinen Schaden, sind hübsch und es ist eine Freude, wenn er sich bei Ihnen wohl fühlt!

Die gelegentlichen Andeutungen, er könne doch Schaden verursachen, überlesen Sie einfach.

Rosenkäfer stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Diese hübschen, genügsamen Käfer leben eine Saison und sind etwa ab April bis September zu entdecken. Die Nahrung besteht aus Pollen und Blütensäften – ähnlich der Biene. Mitunter saugt der Käfer allerdings auch an verletzten Pflanzenstellen oder an (Fall-) Obst. Einen ernsthaften Schaden aber bedeutet das nicht. Auch die dicken, weißlichen, etwa 4–5 cm großen Larven machen keinen Schaden. Im Gegenteil: Deren Nahrungsgrundlage sind Pflanzenreste aller Art – nun ähnlich dem Regenwurm. Jeder ökologisch betriebener Komposthaufen ist ein willkommenes Zuhause der nützlichen Engerlinge dieses Käfers. Wirft man den Kompost um, winden sich die Engerlinge und sind gut zu entdecken. Diese Fressmaschinen bauen die Pflanzenreste im Kompost zu Humus um. Also den Engerling dort lassen, wo er ist.

Dieser Geselle fühlt sich als Käfer durch seinen Panzer ziemlich sicher, so dass er keine Scheu kennt und man kann ihn durchaus kurz auf den Finger nehmen – um ihn genauer betrachten zu können oder ihn umzusetzen. Bewegt man diesen Kerl im Sonnenlicht hin und her, schimmert sein Panzer in unterschiedlichen Farben (grün, goldfarben, kupferfarben, auch violette Farben). Bauchseitig ist er behaart.

Also, alle Rosengärtner/-innen erfreuen sich an diesem Kerl und schützen ihn – oder lesen den bissigen Gedanken mit und von Schopenhauer:

Jeder dumme Mensch kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

– Arthur Schopenhauer (1788–1860), Philosoph

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Rosengallwespe

Rosengalle Rosengalle.

Eine kleine Wespe, im Aussehen ähnlich den beflügelten Ameisenköniginnen, verursacht diese moos- oder haarartigen Auswüchse; Fotos von Wespe und Larve [PDF-Datei], mit Beschreibung der Lebensweise [Entomologischer Verein Krefeld e.V.]. Verschiedene Formen der Rosengalle: Fotogalerie Pflanzengallen (in die Suchleiste »Rosa« eingeben).

Unter Rosengalle oder Schlafapfel [PDF-Datei] finden sich Hinweise zur Geschichte der Gallenkunde und verschiedene Namen der Rosengalle (Schlafapfel, Bedeguare; letzter Name aus dem Persischen »badawar«, »windgeboren«, abgeleitet: Die Ursache der Galle irgendwo in der Luft gesehen).

Die heimischen Wildrosen Rosa rubiginosa (“Wein-, Apfelrose”) und Rosa canina (“Hundsrose”) zeigen Rosengallen häufiger; wenigstens werden sie diesbezüglich häufiger genannt und wir fanden an beiden Arten diese Anomalie. Erscheint als Schwächeparasit, so dass Rosen auf schlechten (verarmten, trockenen) Standorten offenbar verstärkt Befall zeigen. Allerdings fanden wir Rosengallen auch im (wohl versorgten) Quartier, also an den Kulturrosen; ob irgendwelche Rosen-Präferenzen von Seiten der Wespe bestehen? Obgleich wir eine Vielzahl von Wildrosen haben – auch die beiden genannten heimischen Naturrosen –, fanden wir in den vergangenen 15 Jahren Gallen hier wie da.

Abstreifen oder Abspritzen kann man die Galle nicht; sie ist Symptom des Schadens, denn die Eiablage erfolgte unmerklich in Blüte oder Jungtrieben vor der Gallenbildung: Wenn die Galle erscheint, ist die Wespe längst über alle Berge, um es salopp zu sagen. Die weißlichen Larven verursachen durch Fraß und Überwinterung die Galle, was bei der Rose diese abnorme Gewebebildung hervorruft. Es ist also eine von der Rose selbst gebildete, jedoch durch die Larven verursachte Missbildung des Gewebes.

Maßnahmen: Schneiden Sie die Knospe oder den Trieb samt Galle ab. Im Restmüll entsorgen. Bei ansonsten guten Kulturbedingungen können Sie die Galle auch lassen und den Zyklus beobachten. Epidemisch wird diese Wespe Ihren Rosengarten nicht heimsuchen. Der Schaden ist überschaubar. Wer viel Fantasie und Glauben mitbringt, kann dem Volksglauben ja doch einmal folgen und die Galle unters Kopfkissen legen: Sie soll demnach schlaffördernd sein, ein »Schlafapfel« halt …

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Logo Rose

(Fortsetzung folgt)


vorgesehene Beiträge der nächsten Zeit:

langfristig vorgesehene Beiträge

Maßnahmen für die Rosenkultur


Linktipp

Blühende Rosen im April? In Norddeutschland? Gesund und gleich zu pflanzen? Wie geht das?! Geht das überhaupt?
Über die Unsitte, Rosen vorzuziehen, siehe: Blühende Rosen im April, Beitrag Roseneigenschaften und deren Beschreibungen.


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