Zu diesem schleichenden Verlust an Datensouveränität durch beständige Einflussnahme des Marktlobbyismus auf die Politik gesellt sich der zunehmende Einfluss der Werbetreibenden bis in die letzten Zipfel des privaten und sozialen Lebens, vorangetrieben nicht zuletzt durch global agierende, marktbereinigende „Dienstleister“ der Werbebranche und des Datenhandels, exemplarisch Google.
Die zunehmend flächige Erhebung und der Handel mit mehr und mehr monopolartig konzentrierten Daten erfolgt über die Köpfe der Nutzer hinweg. Dieser Umgang mit fremden Daten ist unredlich, kaum steuerbar und wird aufgrund des unmerklichen Treibens im Hintergrund des Online-Lebens von Seiten der Nutzer kaum wahrgenommen, geschweige geahndet – und ermöglicht zugleich mehr und mehr die eigenmächtige Anfertigung beliebiger Schlüssel für die öffentlichen und für die privaten Türen des digitalen Lebens der Nutzer des Netzes.
Selbst die digitale zwischenmenschliche Kommunikation kennt mittlerweile ihre „Werbeblöcke“.
Der persönliche, private Austausch mit Familienangehörigen, Freunden, Bekannten wird analysiert, durch Werbeblöcke begleitet, unterbrochen, reglementiert.
Das vorgehaltene Ziel einer Personalisierung des Netzes
ist der euphemistische Deckmantel für die möglichst vollständige Durchleuchtung des digitalen und analogen Lebens des Menschen, um aus Eigeninteressen heraus Einfluss auf dieses Leben nehmen zu können. Die Methoden und der Umfang dieser Einflussnahmen sind kulturhistorisch einmalig – und krank! Es manifestiert eine pathologische, nie und nimmersatte Gier, die Tag für Tag ihre Steigerung sucht – und danach strebt, dass wir uns an diese Krankheiten gewöhnen.
Die Psychogramme, die Macharten der Datenschutzbanner, es sind nur die augenfälligen Symptome einer zu heilenden Erkrankung des Netzes.
Die vollends enthemmten und potenziellen Missbräuche dieser Datenanhäufungen sind das Damoklesschwert des World Wide Web.