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Gallica, Alba, Damaszener sowie China, Bengal, Tee

– Kulturformen aus Europa, Kleinasien sowie Asien, China.

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Texte

Gallica-Rosen

– benannt nach der Herkunft und dem Fundort (Kleinasien, Frankreich)

‘Aimable Amie’ ‘Aimable Amie’, Gallica-Rose, vor 1818, F oder NL. 150 cm, gut duftend.

‘Belle Isis’ ‘Belle Isis’, Gallica-Rose, Parmentier vor 1845, BE. 120 cm und mehr, herb, gut duftend.

‘Belle sans flatterie’ ‘Belle sans flatterie’, ‘Joséphine Impératrice’, Gallica, 120 cm, gut duftend.

‘Camaïeux’ ‘Camaïeux’, Gallica-Hybride, Gendron 1826, NL. 100 cm, zart duftend.

‘Gloire de France’ ‘Gloire de France’, Gallica-Hybride, Bizard 1828, F. 120 cm und mehr, gut duftend.

“Grossblumige Hybride Lens” “Grossblumige Hybride Lens”. ( ↑ ) 200 cm und mehr.

‘Ipsilanté’ ‘Ipsilanté’, ‘Ypsilanti’, Gallica-Rose, Vibert 1821, F. 120 cm, gut duftend.

Gallica ‘Jenny Duval’ ‘Jenny Duval’, ‘Jeanne Duval’, Gallica-Rose, 120 cm, stark duftend.

‘Violacea’ ‘La Belle Sultane’, ‘Violacea’, Gallica-Hybride vor 1795, NL. ( ↑ ) 150 cm und mehr, gut duftend.

Rosa gallica ‘Officinalis’ Rosa gallica ‘Officinalis’, ‘Apothekerrose’, Gallica-Hybride, vor 1160, F. 100 cm und mehr, gut duftend.

Rosa gallica ‘Officinalis’ x ‘Etoile de Hollande’ Rosa gallica ‘Officinalis’ x ‘Etoile de Hollande’, Gallica-Hybride, Lens, BE. ( ↑ ) 200 cm.

Rosa mundi Rosa gallica versicolor (variegata). ‘Rosa Mundi’, vor 1581. 100 cm und mehr, gut duftend.

‘Scharlachglut’ ‘Scharlachglut’, Gallica-Hybride, Kordes 1952, Ger. ( ↑ ) 150 cm und mehr, zart duftend.

‘The Bishop’ ‘The Bishop’, Gallica-Hybride vor 1790, 120 cm, gut duftend.

Als wurzelechte Pflänzchen seit 2016 im Garten, jedoch noch nicht eingestellt:

‘Tuscany Superb’? Oder die “Apotheker-Rose” gar? Diese und weitere heute sehr bekannte Sorten (welche mitunter als »Schau einer an, halt auch im Sortiment« belächelt werden), verdanken ihre Verbreitung Urgesteinen der Rosenkultur wie Ingwer Jensen. Die Präsenz solcher Rosen auf dem Markt – die für den Garten auch noch taugen! – sollten Rosengärtner/-innen niemals als selbstverständlich ansehen. Auch wenn der eigene Garten vor lauter Ausläufer dieser Rosen schon überquillt …
»Raritäten« sind mitunter nur Sorten des agilen Marktes, welche für keinen Garten dieser Welt etwas taugen – aber nicht selten sind es auch schlicht Rosen, die über die Schwemme der Jahr für Jahr erscheinenden »Neuheiten« etwas in Vergessenheit geraten sind, um sodann von Kennern, Liebhabern und Entdeckern (beiden Geschlechts) mutig wieder gepflanzt und ins Bewusstsein gerückt zu werden. Dies gelingt mitunter so gut, dass »Raritäten« vor 50 Jahren heute bald »gewöhnliche« Sorten zu sein scheinen: allerorts gepflanzt als gute Gartengehölze. Und das ist auch gut so!

Die “Essigrose”

Rosa gallica oder “Essigrose”, “Französische Rose”, gehört zu der Handvoll Wildrosen – im Vergleich zu deren Vielfalt sind es in der Tat nur eine Handvoll – die unsere heutigen Gartenrosen bestimmten. Siehe dazu die Schautafel aus dem Europa-Rosarium; die Verwandtschaften der Rosen vereinfacht aber anschaulich im Überblick.

Die Gallica selbst ist seit der Antike über die Jahrhunderte bis heute in Kultur; als Zier- und Heilpflanze.
[Einige Quellen und Belege hierzu wären gewiss gut; die füge ich auch noch an; erinnern Sie mich beizeiten daran. Es macht nur alles furchtbar viel Arbeit … anstatt kulturhistorisches hier also zunächst gartenpraktisches zur Gallica und zu deren Ordnung:]

Fachlich richtig sollte man solche Rosen wurzelecht (auf eigenen Wurzeln stehend) kultivieren, obgleich sie im Garten dann ordentlich Ausläufer machen werden. Veredelt – es lässt sich leider im Verkauf mitunter nicht anders machen – bleiben Gallica-Rosen im Wuchs zwar eine zeitlang »lokal«, gedeihen jedoch nicht sortentypisch – und sie stoßen die Unterlage, auf der vermehrt wurde, ohnehin irgendwann ab: nur unnötige Arbeit und Stress für Rose und Garteninhaber/-in. Versuchen Sie also solche Rosen auf eigenen Wurzeln zu pflanzen – und beglücken Sie Ihre Freunde und Nachbarn mit den kleinen Ausläufern …

Die Wildrose Rosa gallica gehört zur mit Abstand größten Unter-Gattung »Eurosa« der Rose. Vier Untergattungen werden unterschieden; die meisten Rosen finden Sie unter »Eurosa«. Es sind dort Rosen versammelt, die entweder oder sowohl als auch in Europa, Asien, Nordamerika beheimatet sind. Die weitere Untergliederung dieser vielfältigen Eurosa-Gruppe erfolgt durch sogenannte Serien (oder Sektionen). Und in diesen Sektionen stehen die einzelnen Wildrosen-Arten.

So manche Sektion ist mit Rosenarten prall gefüllt, wie die Sektionen “Bibernell-Rosen” (Pimpinellifoliae), die “Hunds-Rosen” (Caninae), die “Zimt-Rosen” (Cinnamomeae). Andere Sektionen beheimaten nur wenige Rosenarten – und die Sektion “Essig-Rosen” (Gallicanae) sogar nur eine Art: Die Rosa gallica selbst.

Ursprünglich zu finden in Europa und Westchina, dürfte die “Essig-Rose” mittlerweile als (importierte) »Einwanderin« weltweit verbreitet sein.
Wer mag, schaue unter Wildrosen weiter in diese Vielfalt der Rosen aus der Natur, deren Ordnung nicht immer leicht ist, die jedoch alle Rosen enthalten, welche die eigentlichen »Königinnen« aller unserer Gartenrosen waren und bis heute sind.

Aus dieser Vielfalt der Naturrosen (wie ich die “Wildrose” lieber benenne, in Abgrenzung zu unseren “Kulturrosen”) prägten recht wenige Arten unsere Gartenrosen: Ein großes Feld für die Rosenzucht liegt noch unbearbeitet bei diesen »Wilden« und wartet damit auch für unsere Gärten einer ordentlichen Bearbeitung – wenn unser Rosenmarkt nur nicht so ängstlich wäre! Entweder werden Rosen heutzutage untereinander gekreuzt – oder nach »überlieferten und bewährten Muster«. Und so zeigt auch die neuzeitliche Zucht einige Gallica-Rosen, etwa die ‘Scharlachglut’ (Kordes 1952), die “Großblumige Hybride Lens” vom belgischen, leider verstorbenen Züchter Louis Lens oder die ‘Merveille’ aus Finnland (Rautio 2008).
Wer nicht warten will, bis sich die Zucht aufmacht, neue Wege in die Welt der Wildrosen zu gehen, pflanze halt aus dieser Arten-Vielfalt direkt – oder züchte gar selbst …

Siehe zu Gallica-Rosen auch unter Kreuzungen mit Wildrosen:

Siehe auch unter Fundrosen:

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Alba-Rosen

– benannt nach der vorherrschenden Blütenfarbe (lat. alba = weiß)

‘Blanche de Belgique’ ‘Blanche de Belgique (Superbe)’, ‘De Belgique’, Alba, ( ↑ ) 150 cm, herb, gut duftend.

‘Blush Hip’ ‘Blush Hip’, (Alba-Rose), vor 1834. ( ↑ ) 150 cm, frisch, gut duftend.

‘Céleste’ ‘Céleste’, Alba, vor 1739, NL. ( ↑ ) 150 cm und mehr, gut duftend.

‘Félicité Parmentier’ ‘Félicité Parmentier’, Alba-Rose, Parmentier vor 1835, BE. 120 cm, gut duftend.

‘Jeanne d’Arc’ ‘Jeanne d’Arc’, Alba, Vibert 1818, F. ( ↑ ) 150-200 cm, gut duftend.

‘Maiden’s Blush’ ‘Maiden’s Blush’, Alba, vor 1400. ( ↑ ) 150–200 cm, gut duftend.

‘Sappho’ ‘Sappho’, Alba, vor 1817, GB. ( ↑ ) 150–200 cm, zart duftend.

Als wurzelechte Pflänzchen seit 2016 im Garten, jedoch noch nicht eingestellt:

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Damaszener-Rosen

– benannt nach der Herkunft (Kleinasien)

‘Celsiana’ ‘Celsiana’, Damaszener, ( ↑ ) 150 cm und mehr, fruchtig, stark duftend.

‘Ispahan’ ‘Ispahan’, Damaszener-Hybride, vor 1827. 150 cm und mehr, stark duftend.

‘Kazanlik’ ‘Kazanlik’, Rosa damascena var. trigintipetala, vor 1612. ( ↑ ) 150 cm und mehr, stark duftend.

‘Leda’, ‘Painted Damask’ ‘Leda’, ‘Painted Damask’ Damaszener, vor 1827, GB. 120–150 cm, gut duftend.

‘Madame Hardy’ ‘Madame Hardy’, Damaszener-Hybride, Hardy 1831, F. ( ↑ ) 120 cm und weit mehr, gut duftend.

‘Madame Plantier’ ‘Madame Plantier’, (Damaszener-Hybride), Plantier 1835, F. ( ↑ ) 150–250 cm, gut duftend.

‘Marie Louise’ ‘Marie Louise’, Damaszener, vor 1811, NL. ( ↑ ) 120 cm und mehr, gut duftend.

‘Quatre Saisons Continue’ ‘Quatre Saisons Continue’, Damaszener-Rose, 150 cm, stark duftend.

‘Rose de Resht’ ‘Rose de Resht’, Damaszener, vor 1900. 100 cm und mehr, stark duftend.

Sorten der Damaszener-Rosen – namentlich die Sorte ‘Kazanlik’ – sind mit die wichtigsten Rosen für die Gewinnung von Rosenöl im industriellen Maßstab.

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China-, Bengal-Rosen, Teerosen

– benannt nach der Herkunft; zum Namen »Teerosen« siehe Die Ordnung der Rosen (…); (Importe von Gartenformen um 1800 nach Europa)

‘Pompon de Paris’ ‘Pompon de Paris’, (China-Rose, Climbing), ( ↑ ) 200–250 cm, süß, zart duftend.

‘Green Rose, Viridiflora’ ‘Green Rose’, (Rosa chinensis) ‘Viridiflora’, (China-Rose, Climbing), 80 cm, zart duftend.

China-Rosen, Bengal-Rosen, Teerosen

Sorten aus diesen Gruppen sind bei uns nicht ausreichend frostfest. Falls Sie eine Rose mit mangelnder Frostfeste kultivieren, mag diese fehlende Frostfeste das Ergebnis eines Imports asiatischer Gartenformen um 1800 herum und deren Einkreuzen mit europäischen Gartenformen sein. Die mangelnde Frostfeste von Sorten im hiesigen Raum lässt sich gut auf diese Importe zurückverfolgen. Vor diesen Importen kannte die europäische Rosenwelt kaum Sorten, die einem Standort üblichen Winter anheim fielen.

Es macht für uns keinen rechten Sinn, solche Sorten im eigenen Garten – mit viel Aufwand von Kalthaus bis Winterschutzmaßnahmen – kultivieren zu wollen und – wie in unserem Fall – im Verkauf anzubieten.

Selbst wenn es gelingt, sie über Jahre über den hiesigen Winter zu bekommen, finden solche Sorten oftmals nicht den Habitus und entfalten kaum ihre Schönheit wie in Lagen, wo sie ganzjährig und gut zuhause sind.

‘Old Blush’ und die als Sport dieser Sorte geltende ‘Viridiflora’ sind eine der wenigen Sorten aus Fernost, die hier im Norden noch recht gut überdauern; diese Sorten kann ich im Verkauf auch noch ruhigen Gewissens hinsichtlich ihrer Frostfeste vermitteln – mit angemessenen Hinweisen zweckmäßiger Schutzmaßnahmen. Da nicht allzu wuchs-freudig, zeigen sie auch bei uns einen sortentypischen und gefälligen Wuchs.

Bei extrem harten Wintern aber ist der Ausfall bei China- und Teerosen generell einfach zu groß – es erscheint mir entsprechend in Anbetracht des möglichen Alters von Rosen und einer dauerhaften Gartengestaltung mit diesem Gehölzen namens »Rose« eine wenig nachhaltige Kultur in unseren Lagen zu sein, wenn solche Sorten Jahr für Jahr erneut aufgepflanzt werden. In passenden Lagen sind solche Sorten in der Regel auch keine »Rarität«, die man aus einer Sammelleidenschaft heraus unbedingt nun auch bei sich im eigenen Garten pflanzen und pflegen müsste: Sollen solche Sorten dort wachsen, wo sie gut gedeihen! Dies schafft Platz und mehr Freude im eigenen Garten – und gefällt den betreffenden Rosen selbst gewiss auch besser …

Beispiele von weiteren Rosen aus Fernost aus dem Europa-Rosarium finden Sie unter Nicht frostfeste China-Rosen. Dort stehen diese Sorten geschützt im Pavillon des Restaurant; quasi in einem temperierten Kalthaus. Der Habitus ist sortentypisch – und es sei erneut hinzugefügt: In den Gärten unserer Lagen wird das so nichts …

Frostfeste ist übrigens kein Qualitätskriterium bei Rosen. Auch dann nicht, wenn Sorten diesbezüglich geprüft werden – wie beim Güte-Siegel der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung (ADR).

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Rosenklassen und deren Namen – neue Begriffe schaffen neue Denkkategorien

Siehe zu den Namen von Rosenklassen unter Beispiele älterer Rosenklassen.

Der Einfluss von neuen Begriffen und Neu-Ordnungen auf unser Denken finden Sie anhand verschiedener Gedankenspiele hinsichtlich möglicher Ordnungen der Rose thematisiert unter Neue Ordnungen – neue Denkkategorien. Enthält zugleich eine Kritik an die vorherrschenden Ordnungen der Rose auf dem Rosenmarkt.